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Was bedeuten Schmierblutungen in der Schwangerschaft?

Deuten Schmierblutungen auf eine drohende Fehlgeburt hin? Was soll ich tun? Aus der "Experten-Sprechstunde Schwangerschaft-Geburt-Stillen"


Auch bei einer scheinbar harmlosen, leichten Blutung in der Schwangerschaft gibt es nur einen Rat: zum Arzt!

Egal in welcher Schwangerschaftsphase es zu Schmierblutungen kommt: Die Schwangere sollte sofort den Frauenarzt aufsuchen. Es kann sich um harmlose Schmierblutungen vom Muttermund handeln, es kann auch das erste Symptom einer drohenden Fehl- oder Frühgeburt sein.

Im ersten Schwangerschaftsdrittel kommt es bei etwa 20 Prozent der Schwangeren zu einer sogenannten Einnistungsblutung. Sie ist harmlos. Grund ist das Einwachsen der Schwangerschaft in die Schleimhaut der Gebärmutter. Die Blutungen sind jedoch verständlicherweise für den Nichtmediziner nicht ohne Weiteres richtig einzuordnen, daher nochmals: Sofort zum Arzt!

Im zweiten Schwangerschaftsdrittel treten öfter bei vorzeitiger Wehentätigkeit leichte Blutungen auf, ebenso bei körperlicher Überanstrengung. Auch hier gilt: Sofort zum Arzt, damit weitere Untersuchungen eingeleitet werden können, um die Situation richtig einzuschätzen.

Im dritten Schwangerschaftsdrittel zeigt sich am Ende der Schwangerschaft eine leichte Blutung, welche durch den Abgang des Schleimpfropfs, das heißt durch den Beginn der Geburt bedingt ist. Viel seltener kann eine vorzeitige Lösung des Mutterkuchens oder ein Riss der Gebärmutter (etwa nach einem Kaiserschnitt in der vorherigen Schwangerschaft) Ursache für Schmierblutungen sein. Bei diesen ernsten Ursachen handelt es sich aufgrund des schlechten Zustandes der Mutter allerdings um Notfälle, und es muss sofort der Notarzt gerufen werden. Manchmal kann auch der Fruchtblasensprung mit einer leichten Blutung verbunden sein. Alles in allem sollte also eine Schmierblutung in der Schwangerschaft ernst genommen werden und unverzüglich der Arztbesuch stattfinden.



Prof. Dr. med. André Ahr, Experte der "Sprechstunde Schwangerschaft-Geburt-Stillen", in der Sie viele Fragen und Antworten rund um das Thema Schwangerschaft finden.


Diese Informationen enthalten nur allgemeine Hinweise und dürfen nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Sie können einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.





Bildnachweis: W&B/Winfried Fischer

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Prof. Dr. med. André Ahr / surfmed / www.baby-und-familie.de; aktualisiert am 04.04.2011, erstellt am 03.01.2008
Bildnachweis: W&B/Winfried Fischer

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