Die Schwangerschaft als Schönheitskur? Bei manchen Frauen wirken die Hormone wahre Wunder. Andere müssen etwas nachhelfen
Eigentlich blühen viele Schwangere ab der achten Woche ja regelrecht auf: Die Gesichtshaut wirkt glatt und rosig, weil sich durch den erhöhten Östrogenspiegel Wasser im Gewebe einlagert. Der Effekt: Fältchen verschwinden. Außerdem werden die Haare meist voller. Schöne Haut, volles Haar – super, denken Sie jetzt? Leider lässt sich die Wirkung der Hormone nicht genau vorhersagen. Bei manchen Frauen werden Haut und Haare auch fettig oder trocken. Außerdem drohen Schwangerschaftsstreifen. Und die Haut reagiert empfindlicher auf Sonne. Aber keine Sorge: Mit unseren Tipps pflegen Sie sich schön.
Pickelchen? Bei Cremes auf Inhaltsstoffe achten
Leider kurbeln die Hormone manchmal die Talgproduktion der Haut an oder lassen sie trocken werden. Verwenden Sie in jedem Fall eine sanfte, pH-neutrale Waschlösung, die bei trockener Haut zusätzlich rückfettend wirken kann. Wechseln Sie bei Pickelchen und Mittessern von Ihrer herkömmlichen Hautpflege auf ein Produkt mit Zink. Aber Vorsicht: Fruchtsäuren, Vitamin A oder Salicylsäure darf die Creme nicht enthalten. Diese Wirkstoffe stehen im Verdacht, dem Ungeborenen zu schaden. Trockene Haut cremen Sie am besten mit einer reichhaltigen Pflege ein. Lassen Sie sich im Zweifelsfall in der Apotheke dazu beraten.
Oft Juckreiz und verstärktes Schwitzen
Ein durch die Hormonveränderungen bedingter leichter Gallestau, die gedehnte Haut oder auch Schweiß in den Hautfalten lösen manchmal Juckreiz aus. Bitte nicht kratzen, das reizt die Haut zusätzlich und kann Entzündungen hervorrufen. Cremen Sie sich mit einer parfumfreien Lotion ein. Sie kühlt und spendet der gereizten Haut Feuchtigkeit. Tragen Sie bequeme, luftige Kleidung. Achtung: Wenn Sie über längere Zeit großflächigen oder starken Juckreiz spüren oder sich rote Quaddeln oder Bläschen bilden, sollten Sie unbedingt Ihrem Arzt davon erzählen. Verschiedene Krankheiten zeigen sich durch juckende Haut. Übrigens ist vermehrtes Schwitzen in den ersten Monaten der Schwangerschaft ganz normal, denn die Hormone erhöhen die Produktion der Schweißdrüsen.
Ab in die Wanne! Was Sie ab jetzt beim Baden beachten sollten
Warmes Wasser und angenehmer Duft: Auch in der Schwangerschaft gibt es sicherlich kaum etwas entspannenderes als ein Bad. Als Zusatz eignen sich Aromaöle, zum Beispiel mit Lavendel. Mandel- oder Jojobaöl im Badewasser helfen gegen juckende Haut. Achten Sie aber darauf, dass Sie nicht ausrutschen, wenn Sie in die Wanne steigen oder wieder herauskommen. Außerdem sollte das Wasser nicht wärmer als 38 Grad Celsius sein. Heißes Wasser belastet Ihren Kreislauf zu sehr und lässt den Blutdruck sinken. Ab 39 Grad kann die Hitze außerdem für das Ungeborene gefährlich werden. Zur Sicherheit sollten Sie nicht baden, wenn Sie allein zu Hause sind.
Schwangerschaftsstreifen vorbeugen: So funktioniert die Zupfmassage
Ihr Bauch und Ihr Busen wachsen im Laufe der Schwangerschaft ziemlich an, und auch sonst werden Sie vielleicht ein bisschen runder. Da die Haut nicht so rasch mithalten kann und die Außenhülle – das vermuten Wissenschaftler – durch die Wirkung der Hormone auch noch etwas dünner ist als sonst, bilden sich häufig Schwangerschaftsstreifen: Risse im Bindegewebe, die zunächst rötlich und dann, wenn sie vernarben, weißlich schimmern. Wie Sie vorbeugen können? Zupfen Sie rechtzeitig dagegen an. Damit machen Sie die Haut elastischer und regen die Durchblutung an.
Und so geht’s: Verteilen Sie etwas Körperöl oder Pflegecreme auf Busen, Bauch und Schenkeln. Dann nehmen Sie ein Stückchen Haut zwischen Daumen und Zeigefinger und ziehen sie sanft nach oben. Rollen Sie die Haut leicht zwischen den Fingern hin und her und lassen sie dann wieder zurückschnellen. Massieren Sie so alle weichen Partien an Bauch und Beinen.
Sorgen Sie für entspannte Brüste
Schon im Laufe der Schwangerschaft bereiten sich Ihre Brüste auf ihre spätere Aufgabe vor: das Stillen. Deshalb bilden sie bereits früh vermehrt Drüsengewebe. Dadurch werden sie schwerer und größer. Wussten Sie, dass die Brüste während der Schwangerschaft jeweils fast ein Pfund an Gewicht zulegen? Das beansprucht das Bindegewebe stark. Ein Sport-BH gibt genug Halt.
Pflegen Sie Ihre Brüste außerdem in dieser Zeit besonders aufmerksam, damit sie auch nach der Schwangerschaft noch schön sind. Eine tägliche Massage mit Körperöl oder Körpermilch hält die Haut elastisch und beugt Schwangerschaftsstreifen vor. Wenn die Haut spannt und der Busen schmerzt, kann ein Vollbad oder ein warmer Umschlag mit Lavendelöl helfen.
Gönnen Sie Ihren Haaren eine Extraportion Pflege
Wieder sind es die Hormone: Sie sind dafür verantwortlich, dass sich auf Ihrem Kopf jetzt einiges tut. Das Östrogen in Ihrem Körper verlangsamt den natürlichen Haarausfall. Deshalb haben Sie mehr Haare als vor der Schwangerschaft, und die Frisur wirkt voller.
Aber: Wie auch bei der Haut ist die Wirkung der Hormone auf die Haare nicht bei jeder Frau gleich. Oft werden die Haare strohig und trocken, weil sie eine längere Lebensdauer haben. Da hilft es, einmal pro Woche eine Haarkur anzuwenden. Außerdem: Ab und zu etwas Olivenöl in die trockenen Spitzen oder Längen einmassieren, Haare in ein warmes Handtuch schlagen und etwa eine Stunde einwirken lassen. Sorgfältig ausspülen. Bei fettigen Haaren die Haare am besten häufiger waschen, aber mit einem milderen Shampoo. Heiße Föhnluft schädigt das Haar – dasselbe gilt für Glätteisen und Heißwickler. Lassen Sie es deshalb an der Luft trocknen, wenn möglich. Oder stellen Sie das Gerät beim Fönen auf eine lauwarme Temperatur ein und halten Sie es etwa 30 Zentimeter vom Kopf entfernt.
Pflegen Sie Ihr Haar aber nicht nur von außen, sondern auch von innen. Vitamine und Mineralien – zum Beispiel aus Spinat, Nüssen, Fisch oder Karotten – stärken das Haar und geben ihm auch für die Zeit nach der Geburt Kraft. Dann schlägt die Hormonumstellung nämlich erneut zu. Bei den meisten Frauen fallen viele Haare auf einmal wieder aus. Aber keine Sorge: Nach einigen Monaten haben die meisten Frauen die gleiche Haarpracht wie vor der Schwangerschaft.
Achtung Sonne! UV-Strahlen und Hitze können Mutter und Kind schaden
Die meisten Frauen sind in der Schwangerschaft hitzeempfindlicher als sonst. Suchen Sie sich also bewusst lieber einen Schattenplatz, wenn es heiß ist. Sonnenhut oder Kopftuch schützen vor einem Sonnenstich.
Wenn Ihnen sehr heiß ist, gibt es ein paar Tricks, um sich wieder abzukühlen:
Auch Ihre Haut reagiert jetzt wahrscheinlich empfindlicher auf die Sonne als vor der Schwangerschaft. Achten Sie deshalb immer auf ausreichenden Sonnenschutz – selbst wenn Sie gar nicht sonnenbaden, sondern zum Beispiel einen Stadtbummel machen.
Viele Schwangere bekommen vermehrt Pigmentflecken oder größflächigere Bräunungen im Gesicht, sogenannte Chloasmen. Das hängt mit der erhöhten Hormonproduktion zusammen und verschwindet nach der Schwangerschaft in der Regel wieder. Da die Sonne solche Hautveränderungen begünstigt, schützen Sie sich am besten mit einer besonders intensiven Sonnencreme, die mindestens Lichtschutzfaktor 20 hat und auch UV-A-Strahlen abfängt.
Julia Jung / www.baby-und-familie.de;
12.10.2011
Bildnachweis: Fotolia/Valua Vitaly
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