Baby isst mit! Über den Geschmack des Fruchtwassers können Sie Babys Geschmackssinn schon im Mutterleib prägen
Ihr Kleines findet es in seiner warmen kuscheligen Höhle äußerst komfortabel. Schlaf- und Wachphasen wechseln sich bei ihm ab. Ungeborene in der 27. Woche messen vom Scheitel bis zum Steiß durchschnittlich rund 24 Zentimeter und sind rund 910 Gramm schwer.
Wenn Sie geimpft sind oder früher eine Infektionskrankheit wie etwa Röteln oder Masern durchgestanden haben, befinden sich Antikörper dagegen in Ihrem Blut. Sie machen Sie gegen die Krankheit immun. Über die Plazenta geben Sie Ihrem Baby diese Antikörper weiter. So ist es nach der Geburt noch eine Zeit lang gegen diese Infektionskrankheiten geschützt. Der sogenannte Nestschutz geht aber je nach Krankheit nach einigen Wochen oder Monaten zurück, das Baby muss dann geimpft werden.
Fehlt Ihnen der Impfschutz gegen eine bestimmte Krankheit, können Sie die Immunisierung während der Schwangerschaft in den meisten Fällen nicht nachholen. Vor allem von sogenannten Lebendimpfstoffen wird abgeraten, weil die entsprechenden Erreger auf das Ungeborene übergehen könnten. Am besten, Sie unternehmen jetzt keine Reisen in Risikogebiete und halten sich von infizierten Personen fern. Manche Impfungen sind jedoch dennoch möglich. Was im Einzelfall sinnvoll ist, entscheidet in der Regel Ihr Arzt.
Vielleicht haben Sie in letzter Zeit bemerkt, dass Sie beim Treppensteigen schwerer atmen als sonst? Keine Sorge, das ist ganz normal: Weil sich Ihre Gebärmutter immer weiter nach oben ausbreitet, wandert auch Ihr Zwerchfell weiter hoch – die Lunge hat im Brustkorb weniger Platz.
Iiihhh, Karotten! Was Ihr Kleines später mag oder nicht, hängt auch von Ihren eigenen Essvorlieben ab. Schließlich orientiert sich der Nachwuchs vor allem an Mama und Papa – an der Mutter sogar schon früher: Bereits ab dem dritten Schwangerschaftsmonat nimmt das Kleine in Ihrem Bauch den Geschmack des Fruchtwassers wahr. Je nachdem, welche Lebensmittel Sie zu sich nehmen, ändert er sich. So lernt das Baby bereits im Mutterleib, zwischen den Geschmacksrichtungen süß, sauer, salzig und bitter zu unterscheiden. Die Aromastoffe des Essens verändern jedoch nicht nur den Geschmack Ihres Fruchtwassers, sondern auch dessen Geruch.
Studien haben gezeigt, dass Ungeborene süßliche Geschmacksnoten bevorzugen: Schmeckte das Fruchtwasser süß, tranken die Kleinen ganz besonders fleißig davon. Bitter hingegen mag der Nachwuchs weder in Mamas Bauch, noch danach. Diese Vorliebe ist vermutlich noch ein Vermächtnis unserer Urahnen: Giftiges schmeckt in der Regel nämlich bitter – und nicht süß.
Damit Ihr Baby die verschiedenen Facetten des Geschmacks erleben kann und Sie beide mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt sind, sollten Sie sich möglichst abwechslungsreich ernähren. Übrigens: Ist das Kleine schon im Mutterleib geschmackliche Vielfalt gewohnt, wird es später auch bei der Beikost neugierig auf Verschiedenes sein.
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05.08.2005, aktualisiert am 07.09.2012
Bildnachweis: W&B/Dr. Ulrike Möhle, Jupiter Images GmbH/Stockbyte
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