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Schwangerschaftswoche 27

Kleine Premiere: Ihr Baby öffnet die Augen! Und: Es kann bereits verschiedene Geschmacksrichtungen unterscheiden


Baby isst mit! Und es schmeckt bereits etwas

Babys Entwicklung

Ungefähr in dieser Woche passiert etwas ganz Besonderes: Ihr Baby öffnet seine Augen. Seine Augenlider waren vorher verklebt. Viel nimmt das Kleine in seiner Höhle natürlich nicht wahr: Vermutlich ist es dort höchstens dämmrig und oft auch einfach dunkel. Außerdem kann das Ungeborene noch nicht scharf sehen. Aber Hell-Dunkel-Unterschiede kann es wohl bereits wahrnehmen. „Aus Studien weiß man, dass Feten jetzt Reaktionen auf Licht zeigen“, sagt Dr. Mirja Pagenkemper, die am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf zur vorgeburtlichen Prägung forscht.

Alles in allem findet es Ihr Kleines in seiner warmen, kuscheligen Höhle äußerst komfortabel. Schlaf- und Wachphasen wechseln sich bei ihm ab. Und seine winzigen Fingernägel sind jetzt auch schon ausgebildet. Allerdings müssen sie noch wachsen: Ungefähr in der 34. Woche erreichen sie die Fingerspitzen.

Um die 27. Schwangerschaftswoche herum sind die Lungenbläschen des Feten – die sogenannten Alveolen – so weit entwickelt, dass die erste Voraussetzung zur Atemreife der Lunge erfüllt ist. Im nächsten Schritt beginnen bestimmte Lungenzellen, die Pneumozyten Typ II, mit der Bildung des sogenannten Surfactant. „Das ist eine Substanz, die die Oberflächenspannung der Lungenbläschen reduziert und somit die Lunge vor dem Kollabieren bewahrt“, sagt Dr. Mirja Pagenkemper.

Erst, wenn ausreichend Surfactant gebildet ist, spricht man davon, dass der Fetus die Lungenreife erreicht hat. Denn dann erst ist das Baby tatsächlich in der Lage, selbständig zu atmen. Bis dahin dauert es noch ein bisschen: In der Regel erreichen Feten am Ende der 34. Schwangerschaftswoche die Lungenreife.



Die Lungenbläschen Ihres Babys sind bereits weit entwickelt


Die Gesundheit der Mutter

Impfungen während der Schwangerschaft sollte man gut abwägen. Von sogenannten Lebendimpfstoffen wird abgeraten, weil die entsprechenden Erreger das Ungeborene schädigen könnten. Am besten, Sie unternehmen jetzt keine Reisen in Risikogebiete und halten sich von infizierten Personen fern. Manche Impfungen sind jedoch dennoch möglich. Die Impfung gegen die Virusgrippe (Influenza) wird werdenden Müttern zum Beispiel üblicherweise ab dem zweiten Drittel der Schwangerschaft sogar empfohlen. Was im Einzelfall sinnvoll ist, besprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt.

Weil sich Ihre Gebärmutter immer weiter nach oben ausbreitet, wandert auch Ihr Zwerchfell weiter hoch. Da die Lunge deswegen im Brustkorb weniger Platz hat, kann es sein, dass Sie zum Beispiel beim Treppensteigen etwas heftiger atmen als sonst. Diese Veränderung sollte Sie jedoch nicht wesentlich beeinträchtigen. Haben Sie das Gefühl, deutlichere Probleme beim Atmen zu haben, sollten Sie sich an einen Arzt wenden. Bei akuter Luftnot selbstverständlich sofort den Notarzt kontaktieren.


Tipp: Geschmackssinn vielseitig schulen

Iiihhh, Karotten! Was Ihr Kleines später mag oder nicht, hängt auch von Ihren eigenen Essvorlieben ab. Schließlich orientiert sich der Nachwuchs vor allem an Mama und Papa – an der Mutter sogar schon früher: Bereits etwa ab dem dritten Schwangerschaftsmonat nimmt das Kleine in Ihrem Bauch den Geschmack des Fruchtwassers wahr. Je nachdem, welche Lebensmittel Sie zu sich nehmen, kann er sich verändern. So lernt das Baby bereits im Mutterleib, zwischen den Geschmacksrichtungen süß, sauer, salzig und bitter zu unterscheiden.

Studien haben gezeigt, dass Ungeborene süßliche Geschmacksnoten bevorzugen: Schmeckte das Fruchtwasser süß, tranken die Kleinen ganz besonders fleißig davon. Bitter hingegen mag der Nachwuchs üblicherweise weder in Mamas Bauch, noch danach. Diese Vorliebe ist vermutlich noch ein Vermächtnis unserer Urahnen: Giftiges schmeckt in der Regel nämlich bitter – und nicht süß.

Damit Ihr Baby die verschiedenen Facetten des Geschmacks erleben kann und Sie beide mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt sind, sollten Sie sich möglichst abwechslungsreich ernähren.




Bildnachweis: W&B/Dr. Ulrike Möhle, Jupiter Images GmbH/Stockbyte

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Daniela Frank / www.baby-und-familie.de; aktualisiert am 27.11.2014,
Bildnachweis: W&B/Dr. Ulrike Möhle, Jupiter Images GmbH/Stockbyte

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