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Schwangerschaftswoche 16

Junge oder Mädchen? Vielleicht kann der Arzt schon das Geschlecht Ihres Babys bestimmen. Außerdem: Wie Sie sich gesund ernähren


Ausreichend trinken ist in der Schwangerschaft wichtig

Babys Entwicklung

Paul oder Paula? Vielleicht kann der Arzt in dieser Woche schon im Ultraschall das Geschlecht Ihres Kindes erkennen – vorher ist dies üblicherweise noch nicht eindeutig möglich. Falls Sie sich überraschen lassen möchten, weisen Sie Ihn bei der Untersuchung darauf hin.

Auf der Kopfhaut Ihres Kleinen wird nun die Anordnung der Haare festgelegt. Das Baby macht erste langsame Augenbewegungen, die Photorezeptoren in seinem Auge reagieren bereits auf Licht. Seine Beine sind jetzt gut ausgebildet und die Zehennägel beginnen sich zu entwickeln. Außerdem öffnet und schließt es nun schon seinen kleinen Mund. Inzwischen füllt es beim Ultraschall den Bildschirm immer mehr aus. „Vielleicht passt es mit angezogenen Beinen gerade noch komplett aufs Bild“, sagt Dr. Mirja Pagenkemper, die am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf zur vorgeburtlichen Prägung forscht. Details wie etwa die kleinen Hände lassen sich schon gut erkennen.

In der 16. Schwangerschaftswoche beträgt die Fruchtwassermenge etwa 250 Milliliter, also ein Viertel so viel wie kurz vor dem Geburtstermin – dann enthält die Fruchtblase ungefähr einen Liter Flüssigkeit. Das Fruchtwasser schützt das Ungeborene vor mechanischen Schäden, fungiert also als „Airbag“ zur Außenwelt. Außerdem fördert es die Entwicklung der fetalen Lunge.

Denn das Ungeborene macht mit dem Fruchtwasser fleißig Atemübungen: Statt später Luft, atmet es jetzt noch Flüssigkeit ein und aus. Ab und zu kann es dabei Schluckauf bekommen. Momentan spüren Sie jedoch noch nichts davon. „Aus Studien weiß man, dass bei Feten rauchender Mütter weniger Atembewegungen zu beobachten sind“, sagt Pagenkemper. „Nikotin ist ein Nervengift und passiert die Plazenta ungehindert.“ Kinder rauchender Mütter zeigten unter anderem häufiger Verhaltensauffälligkeiten wie das Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssyndrom (ADHS).



Junge oder Mädchen? Das lässt sich jetzt vielleicht schon im Ultraschall erkennen


Die Gesundheit der Mutter

Vorsicht, Kalorienfalle! Werdende Mütter brauchen nicht für zwei zu essen. Ihr Energiebedarf erhöht sich lediglich um durchschnittlich 250 Kilokalorien pro Tag. Das entspricht etwa einer Scheibe Vollkornbrot mit magerem Käse oder einem halben Liter fettarmer Milch. Sie und Ihr Baby brauchen also nicht viel zusätzliche Energie, sondern vor allem mehr von den richtigen Nährstoffen.

Legen Sie während der Schwangerschaft nicht übermäßig an Gewicht zu, das ist nicht gesund. Ebenso ungesund ist es natürlich, wenn Sie aus Angst vor zu vielen Kilos hungern. Dann hungert Ihr Kleines mit und wird nicht mehr ausreichend versorgt. Diäten ohne ärztliche Empfehlung und Betreuung sind in der Schwangerschaft absolut tabu!

Achten Sie auf eine aufgewogene und vollwertige Kost mit viel Obst und Gemüse. Sparen Sie dabei an Fett, denn es enthält pro Gramm doppelt so viele Kalorien wie Eiweiß und Kohlenhydrate. Vielen Menschen ist gar nicht bewusst, wie viel Fett sie verzehren, da es sich oft in Wurst, Käse und Gebäck versteckt. Zum Braten eignen sich am besten Oliven- oder Rapsöl. Diese Öle enthalten wertvolle ungesättigte Fettsäuren. Für Salate sind kaltgepresste Sorten wie Oliven- oder Walnussöl empfehlenswert. Zum Schutz vor Infektionen sollten Sie Salat vor dem Verzehr gründlich waschen.


Tipp: Ausreichend trinken

Trinken Sie auch genug? Ausreichend Flüssigkeit ist in der Schwangerschaft besonders wichtig – mindestens eineinhalb Liter täglich, sofern Sie ganz gesund sind und aus ärztlicher Sicht nichts dagegen spricht. Am besten sind Wasser, ungesüßter Tee oder Fruchtsaftschorlen.

Auf Soft-Drinks sollten Schwangere hingegen verzichten. Die süßen Limonaden enthalten zu viel Zucker und zu viele Kalorien. Auch Getränke, die Chinin enthalten, sollten werdende Mütter besser nicht oder nur ab und zu in geringen Mengen konsumieren.




Bildnachweis: W&B/Dr. Ulrike Möhle, Thinkstock/Comstock Images

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Daniela Frank / www.baby-und-familie.de; aktualisiert am 27.11.2014,
Bildnachweis: W&B/Dr. Ulrike Möhle, Thinkstock/Comstock Images

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