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Schäden durch vorgeburtliche Infektionen

Zytomegalie, Röteln oder Toxoplasmose – es gibt eine Reihe von Infektionen, die dem Ungeborenen gefährlich werden können. Was Schwangere darüber wissen sollten

Werdende Mütter sind in steter Sorge um die Gesundheit ihres Kleinen: Ist mein Baby gesund? Und bleibt es das auch? Erkrankt die Schwangere selbst, kann das manchmal auch für das Ungeborene gefährlich werden. Das gilt nicht für eine harmlose Erkältung, jedoch gibt es beispielsweise bestimmte Virusinfektionen, die unter Umständen zu Missbildungen beim Kind führen können.

Toxoplasmose

Toxoplasmose wird durch Parasiten verursacht, die vor allem durch Katzen und rohes oder nicht vollständig durchgebratenes Fleisch übertragen werden. Für Erwachsene ist die Infektion meist harmlos. Sie kann sich durch grippeähnliche Symptome – etwa Fieber, Abgeschlagenheit und Durchfall – bemerkbar machen. Da die Erkrankung jedoch in vielen Fällen gänzlich symptomlos einhergeht, bemerken viele Menschen sie nicht einmal. Hat man die Infektion einmal durchgemacht, ist man üblicherweise zeitlebens dagegen immun. Infiziert sich allerdings eine Frau während der Schwangerschaft das erste Mal mit den Toxoplasmose-Erregern, können diese zu schweren Schädigungen beim Ungeborenen führen oder eine Fehlgeburt auslösen – vor allem, wenn keine rechtzeitige Therapie erfolgt.

Ob Sie die Infektion bereits durchgemacht haben, kann der Arzt anhand einer Blutuntersuchung feststellen. Das ist insbesondere dann sinnvoll, wenn Sie mit Toxoplasmose-Parasiten in Kontakt kommen, beispielsweise weil Sie eine Katze haben. Sollte der Bluttest zeigen, dass Sie keine Antikörper gegen die Erreger besitzen, halten Sie am besten Abstand vom Katzenklo! Lassen Sie dieses während der Schwangerschaft wenn möglich von Ihrem Partner säubern. Und: verzehren Sie Fleisch stets nur gut durchgebraten. Waschen Sie außerdem Obst und Gemüse gründlich, bevor Sie es essen. Und tragen Sie bei der Gartenarbeit besser Handschuhe.

Da der Toxoplasmose-Test jedoch nicht Teil der gesetzlichen Schwangerenvorsorge ist, müssen werdende Mütter meist selbst dafür aufkommen.


Röteln

Bei Röteln handelt es sich um eine Virusinfektion, die durch Tröpfcheninfektion übertragen wird. Die Rötelninfektion kann beim ungeborenen Kind zu schweren Fehlbildungen führen, beispielsweise Herzfehler, körperliche und geistige Behinderungen oder Einschränkungen des Seh- oder Hörvermögens. Die Wahrscheinlchkeit, dass das Baby durch die Infektion Schaden nimmt, hängt vor allem vom Schwangerschaftsalter ab: Je früher sich die werdende Mutter mit dem Virus infiziert, desto häufiger ist eine Schädigung des Ungeborenen. So kommt es bei einer Ansteckung innerhalb der ersten 17 Schwangerschaftswochen in 35 Prozent der Fälle zu Entwicklungsstörungen.

Frauen mit Kinderwunsch wird deshalb geraten, sich bereits vor der Schwangerschaft auf Antikörper testen und gegebenenfalls gegen Röteln impfen zu lassen. Da es sich bei der Impfung um einen Lebendimpfstoff handelt, ist eine Impfung während der Schwangerschaft nicht mehr möglich.




Bildnachweis: Jupiter Images/FRENCH PHOTOGRAPHERS ONLY
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Vanessa von Blumenstein-Langer / www.baby-und-familie.de; aktualisiert am 14.12.2010, erstellt am 25.11.2010
Bildnachweis: Jupiter Images/FRENCH PHOTOGRAPHERS ONLY

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