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Kann eine Listeriose bei der Schwangeren unbemerkt bleiben, aber das Kind schädigen?

Stimmt es, dass eine Listeriose unbemerkt bei der Schwangeren verlaufen, das ungeborene Kind jedoch erheblich schädigen kann? Welche Phase betrifft dies besonders? Aus der "Experten-Sprechstunde Schwangerschaft-Geburt-Stillen"


Prima Lebensmittelhygiene ist immer ein Pluspunkt, gerade auch in der Schwangerschaft

Die Listeriose ist zum Glück eine seltene Infektionskrankheit in der Schwangerschaft. Übertragen werden kann sie von Mensch zu Mensch, außerdem durch Tiere, etwa in der Landwirtschaft, hauptsächlich aber über infizierte Nahrungsmittel. Bei der Mutter macht sich die Infektion meist mit grippeähnlichen Symptomen bemerkbar, etwa Kopf- und Gliederschmerzen, Unwohlsein, leichtes Fieber. Die Bakterien können allerdings über den Mutterkuchen (die Plazenta) auch zu einer Infektion beim Kind führen. Je nach Schwangerschaftszeitpunkt sind dann sogar Fehl- oder Totgeburten möglich. Infiziert sich eine Frau beispielsweise im fortgeschrittenen Stadium der Schwangerschaft, kann das Ungeborene mehr oder weniger ausgeprägte, womöglich lebensgefährliche Entzündungen verschiedener Organe davontragen. Erfolgt die Infektion kurz vor oder während der Geburt, ist eine Blutvergiftung (Sepsis) beim Neugeborenen mit Hirnhautentzündung und Organversagen möglich.

Pro Jahr kommen in Deutschland 20 bis 40 Neugeborene mit der Infektion auf die Welt. Statistisch ist das zwar eine geringe Zahl, aber jedes Betroffene ist natürlich eines zu viel. Schutzmöglichkeiten gibt es durchaus, wenn auch keine Sicherheitsgarantie. Dazu muss man Folgendes wissen:

Listerien sind weit verbreitet. Viele Menschen haben die Infektion mit ihren oft grippeartigen Beschwerden mehr oder weniger versteckt durchgemacht, wobei es allerdings auch Ausbrüche mit Hirnhaut- oder Gehirnentzündungen gegeben hat.
Um sich vor einer Listerioseinfektion zu schützen, sollten Schwangere rohe Milchprodukte, rohes Fleisch, kalt geräucherten Fisch und unsachgemäß gelagerte Nahrungsmittel, auch zu lange aufbewahrte, vakuumverpackte Produkte unbedingt meiden. Salat und Gemüse (etwa Kraut für Salat) bitte nur gründlichst gewaschen verzehren. Bei nachgewiesener Infektion, also bei Anstieg des Titers beziehungsweise der Konzentration entsprechender Antikörper im mütterlichen Blut, ist eine antibiotische Behandlung möglich. Sie dämmt die Ausbreitung des Erregers ein, meistens allerdings zu spät, weshalb das Risiko, dass das ungeborene Kind bereits infiziert wurde, sehr hoch ist.

 

Prof. Dr. med. André Ahr, Experte der "Sprechstunde Schwangerschaft-Geburt-Stillen", in der Sie viele Fragen und Antworten rund um das Thema Schwangerschaft finden.



Diese Informationen enthalten nur allgemeine Hinweise und dürfen nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Sie können einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



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Prof. Dr. med. André Ahr / surfmed / www.baby-und-familie.de; 04.01.2008, aktualisiert am 24.01.2012
Bildnachweis: Banana Stock/RYF

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