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Ist die Fruchtwasserentnahme bei der Amniozentese schmerzhaft?

Kann es auch zu Blutgruppen-Unverträglichkeiten zwischen dem Ungeborenen und der Mutter kommen? Muss ich nach dem Eingriff Ruhe einhalten, und auf welche möglichen Veränderungen muss ich achten? Aus der "Experten-Sprechstunde Schwangerschaft-Geburt-Stillen"


Es gibt ein ganzes "Mosaik" von Blutgruppenmerkmalen. Am bekanntesten sind das AB0- und das Rhesus-System

Die Fruchtwasserentnahme ist normalerweise nicht schmerzhaft. Die Punktionsnadel ist dünner als eine Blutabnahmenadel. Vereinzelt spüren die Schwangeren den Hauteinstich und den Durchtritt der Nadel durch die Gebärmutter. Dabei kann diese sich manchmal etwas zusammenziehen (Muskelkontraktionen). Eine örtliche Betäubung ist praktisch entbehrlich. Am Tag der Untersuchung sollte die Schwangere nach dem Eingriff körperliche Ruhe einhalten. Eine weitere Einschränkung, insbesondere Schonung oder Krankschreibung, ist nicht notwendig.

Sollte es zu starken Unterbauchschmerzen, Abgang von Flüssigkeit aus der Scheide oder einer Blutung kommen, muss sich die Frau sofort in eine geeignete Klinik begeben. Denn es könnte zu einer Infektion der Schwangerschaft mit Wehentätigkeit beziehungsweise zu einem Fruchtblasensprung gekommen sein. Die Häufigkeit dieser Risiken wird mit 0,5 bis ein Prozent angegeben.

Bei Rhesus-negativer Mutter und nachweislich Rhesus-negativem Vater ist eine Rhesus-Unverträglichkeit ausgeschlossen (der Rhesus-Faktor ist eine "Familie" von mehreren Blutgruppenmerkmalen; klinisch besonders bedeutsam ist der Rhesus-Faktor D). Bei unbekanntem bzw. positivem Rhesus-Status des Vaters erhält eine Rhesus-negative Schwangere nach der Fruchtwasseruntersuchung Rhesus-Antikörper als Spritze in den Gesäßmuskel, also eine intramuskuläre Injektion. Diese von außen zugeführten Antikörper verhindern bei der Mutter die Bildung eigener Antikörper gegen möglicherweise in ihre Blutbahn übergetretene Rhesus-positive Blutkörperchen des Kindes, denn diese werden schnell abgebaut. Andernfalls könnte es zu einer schwerwiegenden Schädigung des Ungeborenen kommen, da es ja mit dem Blutkreislauf der Mutter, in dem die mütterlichen Antikörper kreisen, verbunden ist. Die sogenannte Anti-D-Prophylaxe würde bei der beschriebenen Rhesus-Konstellation ansonsten nach der 28. bis 30 Woche durchgeführt, falls die Mutter bis dahin keine Antikörper gebildet hätte. Im Rahmen der Schwangerenvorsorge wird dies routinemäßig überprüft. Die gespritzten Antikörper selbst schädigen das Kind nicht.

 

 

Prof. Dr. med. André Ahr, Experte der "Sprechstunde Schwangerschaft-Geburt-Stillen", in der Sie viele Fragen und Antworten rund um das Thema Schwangerschaft finden.



Diese Informationen enthalten nur allgemeine Hinweise und dürfen nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Sie können einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



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Prof. Dr. med. André Ahr / surfmed / www.baby-und-familie.de; 04.01.2008, aktualisiert am 26.01.2012
Bildnachweis: PhotoDisc/RYF

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