Ich bin schwanger und es ist ein Diabetes aufgetreten. Was muss ich bei der Ernährung beachten? Wann muss ich Insulin spritzen, und in welcher Form am besten?
Der Schwangerschaftsdiabetes war gut im Griff - jetzt sind sie glücklich zu dritt
Für Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes gelten die gleichen grundsätzlichen Ernährungsempfehlungen wie für alle Schwangeren:
• Viel frisches Obst und Gemüse essen,
• mindestens zwei Liter zuckerfreie Flüssigkeit zu sich nehmen,
• beim Fett sparen, fettarme Nahrungsmittel bevorzugen,
• insgesamt wenig Fleisch und wenn, dann fettarmes, verzehren,
• ein- bis zweimal pro Woche Fisch essen,
• mit Gewürzen sparsam umgehen.
Nach Feststellung eines Schwangerschaftsdiabetes erfolgt zunächst eine intensive Ernährungsberatung durch eine/n geschulten Ernährungsberater/in. Sollten die Zuckerwerte nach einer Ernährungsumstellung gemäß dieser Beratung weiterhin oberhalb der Grenzwerte liegen, muss eine Insulintherapie erfolgen. Der Bedarf an diesem zuckersenkenden Hormon erhöht sich im Laufe der Schwangerschaft zunehmend, und der Energiestoffwechsel verändert sich. Reicht das Insulinangebot nicht aus, steigt der Blutzucker. Das Kind reagiert auf den erhöhten mütterlichen Blutzucker ebenfalls mit erhöhten Zuckerwerten und als Folge davon mit einer krankhaften Gewichtszunahme. Insofern ist eine gute Stoffwechseleinstellung der Mutter extrem wichtig, nicht zuletzt ihrer eigenen Gesundheit zuliebe. Der spezialisierte Internist (Diabetologe) wird die Behandlung zunächst mit Normal- ("kurz wirkendes") oder Mahlzeiten-Insulin ("sehr kurz wirkendes" Insulin) beginnen, das zu den Mahlzeiten gespritzt wird. Gegebenenfalls wird er zusätzlich auch Insulin mit verzögerter Wirkung bzw. ein sehr lang wirkendes Insulin verordnen, um den Basisbedarf morgens und abends bzw. über 24 Stunden abzudecken. Insulin wird unter die Haut (subkutan) gespritzt. Nach entsprechender Schulung kann die Schwangere das selbst tun. Sie sollte natürlich auch lernen, wie sie ihren Blutzucker selbst messen kann, um ihn sooft wie nötig kontrollieren zu können. Leider ist das für eine gezielte Anpassung der Insulingaben bzw. der Nahrung unvermeidlich. Es gibt auch die Behandlungsmöglichkeit mit einer Insulinpumpe. Da nach der Entbindung ein erhöhtes Diabetes-Risiko für die Mutter besteht, sind nach etwa einem Jahr Folgeuntersuchungen sinnvoll.
Prof. Dr. med. André Ahr
Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe
Eine Diagnose und die individuell richtige Behandlung kann der Arzt nur im
persönlichen Kontakt mit dem Patienten festlegen.
Unsere Informationen können den Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Aber sie können Ihnen helfen, sich auf das Gespräch mit ihm vorzubereiten und Ihnen ergänzende Hinweise liefern.
Die medizinische Wissenschaft entwickelt sich ständig weiter und führt zu neuen Erkenntnissen in Diagnostik und Therapie.
Die hier gemachten Angaben entsprechen dem Wissensstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Beantwortung individuell eingesandter Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.
surfmed/GesundheitPro;
03.01.2008, aktualisiert am 26.06.2010
Digital Vision/Carrie Beecroft & Nick White
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