Eisenmangel: So beugen Schwangere vor

Für den Transport von Sauerstoff zu den Zellen benötigt der Körper Eisen. In der Schwangerschaft wird der Nährstoff manchmal knapp. Wie Sie vorbeugen können
von Julia Schulters, aktualisiert am 09.06.2017

Einen Eisenmangel stellen Frauenarzt oder -ärztin über einen Bluttest fest

Panthermedia/Monkeybusiness

Eine Schwangerschaft verlangt dem Körper viel ab: Zusätzlich zu seinen normalen Funktionen muss er das ungeborene Baby versorgen. Und das wächst ständig und benötigt zahlreiche Nährstoffe. Im Laufe der Schwangerschaft werden unter anderem rote Blutkörperchen gebildet, um Mutter und Kind ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen. Schwangere brauchen daher zum Beispiel mehr Eisen, das für die Bildung der roten Blutkörperchen notwendig ist. Wegen des erhöhten Bedarfs steigt das Risiko für die werdenden Mütter, einen Eisenmangel zu entwickeln.

Kontrolle der Blutwerte

Beim ersten Vorsorgetermin kontrolliert der Gynäkologe den sogenannten Hb-Wert im Blut der Schwangeren. Hb steht für Hämoglobin, das ist unser roter Blutfarbstoff. Er sitzt in den roten Blutkörperchen, bindet Sauerstoff und sorgt so dafür, dass dieser über den Blutstrom in alle Körperzellen und über die Plazenta auch zu dem ungeborenen Baby gelangt. Damit das Hämoglobin seine Aufgabe erfüllen kann, benötigt es Eisen. Nehmen Schwangere nicht die benötigte Menge Eisen zu sich, plündert die Versorgung des Babys ihre Eisenspeicher nach und nach. Bei einem Eisenmangel kann irgendwann nicht mehr so viel Hämoglobin gebildet werden. In der Folge kann eine Blutarmut durch Eisenmangel entstehen. Aber keine Sorge: Während der Schwangerschaft kontrolliert der Arzt den Hämoglobin-Wert (Hb-Wert) regelmäßig. Sind die Werte zu niedrig, wird er entsprechende Maßnahmen ergreifen.

Symptome bei Eisenmangelanämie

Wenn eine Eisenmangelanämie vorliegt, kann sich das in Symptomen wie Blässe, Konzentrationsstörungen, manchmal auch Herzklopfen und Kopfschmerzen äußern. Der Frauenarzt behandelt den Eisenmangel, indem er Eisenpräparate verschreibt. Diese haben jedoch auch Nebenwirkungen: Der Stuhlgang kann sich dunkel verfärben. Einige Patientinnen bekommen von den Tabletten zum Beispiel Magenschmerzen, Übelkeit oder Verstopfung. Beobachten Schwangere bei sich Nebenwirkungen, sollten Sie Ihren Arzt um Rat fragen. Er kann Ihnen eventuell Tipps geben, wie sich dem entgegenwirken lässt oder aber ein anderes Präparat für Sie auswählen. Um eine Überdosierung von Eisen zu vermeiden, sollten Schwangere Eisenpräparate nur in Rücksprache mit ihrem Arzt einnehmen.

Richtige Ernährung beugt Eisenmangel vor

Damit es erst gar nicht zu einer Eisenmangelanämie kommt, sollten Sie während der gesamten Zeit Ihrer Schwangerschaft auf eine ausgewogene Ernährung achten: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Schwangeren eine Eisenaufnahme von 30 mg pro Tag. Die Aufnahme von Eisen aus pflanzlicher Nahrung kann durch bestimmte Faktoren behindert oder gefördert werden. Trinken Sie zu den Mahlzeiten beispielsweise ein Glas Orangensaft. Durch das darin enthaltene Vitamin C wird das Eisen vom Körper besser aufgenommen. Milch, Schwarztee oder Kaffee bewirken das Gegenteil – sie vermindern die Aufnahme. Halten Sie zwischen dem Verzehr solcher Getränke und der Einnahme von Eisentabletten daher entsprechend Abstand. Weitere Informationen dazu liefert Ihnen die Packungsbeilage.

Diese Lebensmittel enthalten beispielsweise Eisen:

  • Rotes Fleisch (wegen der möglichen Infektionsgefahr bitte stets gut durchbraten)
  • Hülsenfrüchte, zum Beispiel grüne Erbsen
  • Vollkornprodukte
  • Gemüse wie Spinat, rote Bete, Grünkohl, Zucchini, ...
  • Salat und Kräuter wie Feldsalat, Schnittlauch und Brunnenkresse

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