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Wie Mütter besser schlafen

Viel zu kurze Nächte! Das kennt auch Prof. Dr. Svenja Happe, selbst Mutter. Dennoch erholt sich die Schlafforscherin nachts. Hier verrät sie, wie das klappt


Sind die Kinder nachts unruhig, kommt auch Mama nicht zur Ruhe

Guten Morgen Frau Professor Happe, haben Sie gut geschlafen?

Ja, sehr gut, nur etwas kurz! Sie hören ja meinen Wecker (im Hintergrund schreit ein Baby). Mein Sohn ist neun Monate alt, meine Tochter zweieinhalb Jahre. Wirklich ausschlafen kann ich daher leider nur sehr selten.

Fühlen Sie sich jetzt schlapp und energielos?

Ich habe Glück, meine Kinder schlafen gut durch, ich muss selten nachts raus und kann mehrere Schlafzyklen ohne Störung durchleben. Das ist wichtig. Denn nur dann ist der Schlaf auch wirklich erholsam. So ein Zyklus dauert etwa 90 bis 120 Minuten. Zuerst kommt die Einschlafphase, dann der Tiefschlaf und gegen Ende ein Traumabschnitt. Um am nächsten Tag energievoll und ausgeruht zu sein, brauchen wir pro Nacht etwa vier bis sechs solcher Zyklen.


Das ist für viele Eltern mit kleinen Kindern oft nicht machbar, weil sie nachts wegen des Babys mehrmals raus müssen.

Das ist leider wahr, und es bleibt nicht ganz folgenlos. Insbesondere das Denkvermögen leidet. Und auch für die Beziehung ist Schlafmangel ein Stressfaktor. Da der Schlafentzug jedoch nur eine vorübergehende Sache ist, sind die Auswirkungen auf die Gesundheit nicht allzu gravierend. Es scheint bestimmte Schutzmechanismen zu geben, die jungen Eltern helfen, die reduzierten Schlafperioden gut zu verkraften. Es gibt hierzu zwar nur wenige Untersuchungen, doch eine wichtige Rolle spielen wahrscheinlich bestimmte Hormone. Aus Gesprächen mit stillenden Müttern weiß man beispielsweise, dass diese, auch wenn sie nachts mehrmals aufstehen müssen, relativ gut wieder in den Schlaf finden.

Trotz Unterbrechungen und kurzer Schlafdauer – was können Eltern tun, um nachts möglichst viel Energie zu tanken und sich einigermaßen zu erholen?

Sie sollten versuchen, den Schlafrhythmus des Kindes und den eigenen möglichst anzugleichen. Wenn man selbst eher ein Nachtmensch ist und abends lange aufbleibt, sollte man das Baby nicht zu früh ins Bett legen, da es sonst zu einer Zeit wach wird, die für den eigenen Biorhythmus viel zu früh ist. Außerdem sollte man nachts höchstens eine kleine Lampe anschalten, wenn man raus muss. Denn Licht ist der stärkste externe Zeitgeber. Es gibt das Signal, aufzuwachen. Obendrein findet man besser in den Schlaf zurück, wenn man nachts keine langen Wege zurücklegen muss, um das Baby zu versorgen. Und mein Rat: Das Kind nicht im Elternbett schlafen lassen. Das beeinträchtigt nachweislich den Schlaf.


Was gibt uns am nächsten Tag neue Energie, wenn die Nacht trotzdem bescheiden war?

Ich bin ein sehr großer Fan des Mittagsschlafs, besonders weil ich abends gerne lange wach bin und selten vor ein Uhr ins Bett gehe. Wann immer es mir möglich ist, lege ich mich daher tagsüber mit den Kindern eine Weile hin. Schon eine halbe Stunde Ruhe genügt mir, um mich wieder besser zu fühlen.

Was, wenn das nicht geht?

Es klingt zwar unromantisch. Aber es bringt eine echte Erleichterung, wenn nicht beide Eltern nachts rausmüssen, sondern wenigstens einer durchschlafen kann. Mein Mann und ich schenken uns auch am Wochenende immer mal wieder gegenseitig den Luxus, morgens ausschlafen zu dürfen. Man kann dadurch zwar nicht eine ganze Woche Schlafentzug wieder wettmachen, aber es fördert trotzdem die Erholung.




Bildnachweis: Jupiter Images/FRENCH PHOTOGRAPHERS ONLY

Anne-Bärbel Köhle, Katja Töpfer / Baby und Familie ; 28.10.2010, aktualisiert am 25.10.2012
Bildnachweis: Jupiter Images/FRENCH PHOTOGRAPHERS ONLY

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