Scharlach wird von den kleinen kugeligen Bakterien des Typs Streptococcus pyogenes ausgelöst, die sich zu langen Ketten zusammenlagern und in die menschlichen Schleimhäute eindringen.
Zur Gattung der Streptokokkus-Bakterien gehören viele unterschiedliche Typen, die jeweils für verschiedene Krankheitsbilder verantwortlich sind.
Nisten sich Streptokokken in der Rachenschleimhaut ein, können sie zum Beispiel eine Rachenentzündung (Pharyngitis) oder Mandelentzündung (Tonsillitis) hervorrufen. Die Erreger können aber auch die Haut, das Unterhautgewebe, die Muskeln oder ihre Hüllen, die Faszien, befallen. Die ansteckende Borkenflechte (Impetigo contagiosa, Pyodermie) ist beispielsweise ebenfalls eine durch Streptokokken verursachte Erkrankung.
Nur wenn das jeweilige Streptokokken-Bakterium ein bestimmtes Gift (Scharlachtoxin) produzieren kann, entsteht der typische Scharlach: Eine Krankheit mit Fieber und dem charakteristischen fleckigen Ausschlag.
Das Immunsystem des Patienten kann sich nur gegen genau das Toxin wappnen, welches schon einmal bei ihm eine Scharlacherkrankung ausgelöst hat. Das heißt, dagegen ist der jeweilige Körper anschließend immun. Andere Streptokokkenstämme mit ihm noch unbekannten Toxinen können jederzeit wieder eine Scharlachinfektion verursachen.
Viele Menschen tragen den Keim in sich (zum Beispiel im Bereich der Nasenschleimhaut), ohne krank zu sein. Sie gelten als die wichtigste Infektionsquelle. Experten schätzen, dass in den Wintermonaten jeder Achte ein gesunder Überträger ist.
Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit, beträgt zwei bis vier Tage.
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13.09.2005, aktualisiert am 21.07.2011
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