Scharlach kann ein "Wiederholungstäter" sein, lässt sich aber mit dem passenden Medikament auch schnell wieder vertreiben
Wer eine Scharlacherkrankung überstanden hat, ist nicht davor geschützt, erneut daran zu erkranken, wie wir es von Viruserkrankungen wie zum Beispiel Windpocken kennen. Die Ursache dafür ist zum einen, dass es mehrere Stämme und Typen von Streptokokken gibt und man jeweils nur gegen einen Typ Antikörper entwickelt. Zum anderen, dass die Symptome beim Scharlach durch Giftstoffe (Toxine) hervorgerufen werden, die von den Bakterien gebildet werden. Davon gibt es auch mindestens vier verschiedene, und der Körper kann keine lebenslang wirksamen Antikörper dagegen bilden.
Die Therapie der Wahl ist die Gabe eines Penicillins in Form von Kapseln oder Saft über zehn Tage. Dabei sollte unbedingt beachtet werden, dass auch, wenn die Symptome vorher verschwinden, die Therapie wirklich bis zum zehnten Tag fortgeführt werden muss. Sonst kann es sein, dass das betroffene Kind einen Rückfall erleidet. Im Zweifelsfall können alternativ Cephalosporine gegeben werden, ebenfalls als Saft oder in Kapselform. Diese Antibiotika haben den Vorteil, dass sie nur über fünf Tage eingenommen werden müssen. Bei gezielter Therapie sollten die Patienten nach 24-48 Stunden beschwerdefrei sein. Ein Rachenabstrich ist nach Beendigung der antibiotischen Therapie nicht notwendig.
Dr. med. Christa Kappler,
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Dietrich Reinhardt, ehem. Direktor
des Dr. von Haunerschen Kinderspitals, Universität München
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10.09.2009, aktualisiert am 12.08.2011
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