Ist es Scharlach? Typisch sind eine Halsentzündung, die "Himbeerzunge" und der "Fieber-Ausschlag", der zuerst am Oberkörper sichtbar wird
Scharlach ist ansteckend, sobald und solange der Betroffene den entsprechenden Erreger in sich trägt, mindestens jedoch zwei bis vier Tage, bevor die ersten Symptome auftreten – hohes Fieber, Hals-, Kopf-, Gelenk- und Gliederschmerzen – bis mindestens zum Abklingen der Symptome. Das bedeutet, dass Krankheitszeichen wie Halsentzündung, Rachenrötung, die hochrote „Himbeerzunge“ und der ebenfalls typische Hautausschlag sich zurückgebildet haben. In der Regel dauert dies bis zu zwei Wochen nach Beginn der Beschwerden. Wird das an Scharlach erkrankte Kind mit Antibiotika behandelt, geht man davon aus, dass es nach 24 Stunden nicht mehr ansteckend ist.
Scharlach wird von Bakterien, den sogenannten Streptokokken, verursacht und von Mensch zu Mensch übertragen. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion, also durch Niesen, Husten oder Sprechen. Selten wird der Erreger durch Nahrungsmittel oder Gegenstände, an denen er haftet, weiter verbreitet. Zusammenleben auf engem Raum erhöht das Übertragungsrisiko. In der überwiegenden Zahl der Fälle lösen die Streptokokken bei den Betroffenen eine leichte Infektion der oberen Luftwege, also eine Erkältung, aus. Die Bakterien können jedoch verschiedene andere Krankheitsbilder verursachen, so zum Beispiel eine fieberhafte Mandelentzündung (Angina tonsillaris), oder durch die Wirkung sogenannter Toxine eben den Scharlach (Fieber, Rachenrötung, „Himbeerzunge“, feinfleckiger Hautausschlag, Hautschuppung) oder auch schwerwiegende Hautentzündungen (Erysipel, Impetigo). Letztere werden durch direkten Hautkontakt von Mensch zu Mensch übertragen. Während im Sommer kaum mit einer Streptokokken-Angina oder Scharlach gerechnet werden muss, treten die Infektionen im Winter und Frühjahr gehäuft auf. Die Zeitspanne zwischen der Ansteckung und dem Auftreten erster Symptome (Inkubationszeit) beträgt zwei bis vier Tage.
10 bis 20% der Bevölkerung sind Keimträger, das heißt sie beherbergen die Bakterien in Nase, Mund oder Rachen, ohne selbst krank zu sein. Ansteckend ist theoretisch jeder, der die Keime mit sich herumträgt, mit oder ohne Symptome. Allerdings zeigen Untersuchungen, dass gesunde Keimträger eher eine geringe Rolle als Krankheitsüberträger spielen.
Dr. med. Christa Kappler,
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Dietrich Reinhardt,
ehem. Direktor des Dr. von Haunerschen Kinderspitals, Universität München
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10.09.2009, aktualisiert am 12.08.2011
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