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Komplikationen bei Scharlach: Behandlung

Was wird der Arzt tun, wenn es bei Scharlach zu Komplikationen kommt? Aus der "Experten-Sprechstunde Kinderkrankheiten"


Auch Komplikationen bei Scharlach bekommen Kinderärzte heute gut in den Griff

Vorab: Zur Frage nach den Komplikationen des Scharlachs gibt es in der Experten-Sprechstunde „Kinderkrankheiten“ (siehe auch Übersicht in der rechten Spalte) eine ausführliche Antwort. Bei der Glomerulonephritis (Entzündung der Nierenkörperchen) ist wegen möglicher Komplikationen eine stationäre Aufnahme erforderlich. Dabei wird der Patient überwacht und sein durch die Nierenerkrankung gestörter Salz- und Wasserhaushalt ausgeglichen. Während der akuten Phase muss Bettruhe eingehalten werden. Behandelt wird mit Penicillin, gegebenenfalls mit einem harntreibenden Mittel und/oder einem blutdrucksenkenden Mittel. In der Regel sind nach zwei bis drei Monaten wieder leichte körperliche Aktivität und der Schulbesuch in normalem Umfang erlaubt.

Die Chorea minor (Veitstanz) spricht auf Penicillin nicht an. Alllerdings ist auch bei der milden Form keine Behandlung notwendig. Bei schwer erkrankten Kindern haben sich eine ruhige, reizarme Atmosphäre, milde Krankengymnastik (Physiotherapie) und eventuell die Gabe eines Beruhigungsmittels bewährt.

Das Mittel der Wahl beim rheumatischen Fieber ist Penicillin. Zur Beseitigung der Streptokokken bedarf es einer hohen Dosierung für mindestens zehn Tage. Die Betroffenen werden in der Klinik behandelt. In der akuten Phase muss Bettruhe eingehalten werden. Gegen die Gelenkschmerzen helfen antientzündliche Medikamente, bei Herzentzündung (Karditis) werden Kortisonpräparate für vier bis sechs Wochen gegeben. Zur Verhütung eines Rückfalls (Rezidivprophylaxe) des rheumatischen Fiebers wird Penicillin in niedrigerer Dosierung über mindestens fünf Jahre verordnet. Vor Einführung dieser vorbeugenden Langzeitbehandlung erlitten bis zu 75 Prozent der Patienten einen Rückfall, 30 Prozent starben sogar an den Folgen der Herzschädigung.

Dr. med. Christa Kappler,
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Dietrich Reinhardt,
ehem. Direktor des Dr. von Haunerschen Kinderspitals,
Universität München


Die Experten der „Sprechstunde Kinderkrankheiten“ beantworten zahlreiche interessante Fragen rund um die Kindergesundheit.



Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



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www.baby-und-familie.de; 10.09.2009, aktualisiert am 12.08.2011
Bildnachweis: Banana Stock/ RYF

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