Scharlach ist eine durch Streptokokken verursachte Infektion
Der Körper wehrt sich gegen den Scharlach-Erreger: Streptokokken (grün am oberen Bildrand) und Abwehrzellen mit passenden Antikörpern (ebenfalls grün)
Was ist Scharlach?
Scharlach ist eine bakterielle Infektions-Krankheit, die vor allem Kinder im Alter von vier bis zwölf Jahren betrifft. Pro Jahr erkranken in Deutschland etwa 1 bis 1,5 Millionen Menschen an den A-Streptokokken (Streptococcus pyogenes). Deren Gifte (Toxine) verursachen die typischen relativ plötzlich auftretenden Symptome: hohes Fieber, starke Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, dunkelroter Rachen, „Himbeerzunge“, Kopf- und Gliederschmerzen, gelegentlich auch Erbrechen. Am zweiten Tag entwickelt sich ein rötlicher Ausschlag am Körper und nach ein bis zwei Wochen schuppt sich die Haut an Händen und Füßen.
Die Erreger werden über Tröpfcheninfektion übertragen, also durch Ansprechen, Anhusten oder Anniesen. Eine Infektion ist auch über Gegenstände, verseuchtes Wasser oder belastete Lebensmittel möglich.
Um Komplikationen und Folgeerkrankungen vorzubeugen und um die Ansteckungsgefahr für andere zu reduzieren empfehlen das Robert-Koch-Institut und die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI), rasch mit einer Antibiotika-Behandlung zu beginnen. Von alternativen Therapieformen raten die Experten aufgrund möglicher schwerer Komplikationen ab.
Ohne Antibiotika-Therapie ist der Patient bis zu drei Wochen ansteckend, mit Antibiotikum ist die Ansteckungsgefahr nach 24 Stunden gebannt. Trotzdem raten Ärzte, behandelte Kinder zu Hause in Ruhe auszukurieren.
Eine Impfung existiert nicht, da es zu viele Varianten des Scharlacherregers gibt.
www.apotheken-umschau.de;
13.09.2005, aktualisiert am 02.09.2010
W&B/Kühn
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