Röteln und Ringelröteln sind zwei verschiedene Infektionskrankheiten, die von unterschiedlichen Viren übertragen werden: dem Rötelnvirus einerseits und dem Parvovirus B19 (Ringelröteln) andererseits. Auch die Ringelröteln sind eine Kinderkrankheit, die hauptsächlich im frühen Schulalter auftritt. Dies schließt nicht aus, dass gelegentlich Erwachsene daran erkranken.
Es gibt keine Impfmöglichkeit. Die Infektion verläuft meistens unbemerkt, das heißt ohne oder nur mit leichten grippeähnlichen Symptomen.
Das Vollbild der Krankheit mit dem typischen Ausschlag (große rote schmetterlingsförmige Flecken an den Wangen und girlandenförmige Rötungen am Körper) entwickelt sich nur bei etwa einem Fünftel der Betroffenen. Dieser Ausschlag tritt sehr plötzlich auf, wechselt im weiteren Verlauf vom Rötlichen ins Bläulich-Violette und hat einen flackernden Charakter, das heißt, er kann vorübergehend über Stunden bis Tage verschwinden und dann wiederkehren. Auf diese Weise kann er sich bis zu vier Wochen hinziehen. Gelegentlich besteht Juckreiz.
Ähnlich wie Röteln können auch Ringelröteln bei Jugendlichen (häufiger bei Mädchen als bei Jungen) und Erwachsenen vorübergehend, manchmal sogar über Monate, zu Gelenkentzündungen mit Gelenkschmerzen führen. Außerdem kann das Parvovirus (vor allem bei Patienten mit Vorerkrankungen der roten Blutkörperchen) die blutbildenden Zellen befallen und eine schwere Blutarmut auslösen.
In der Schwangerschaft kann auch das Ungeborene mit dem Erreger infiziert werden. Es kann dabei an einer starken Anämie („Blutarmut“ = Mangel an roten Blutkörperchen) und einem „Hydrops fetalis“ erkranken, einer schweren Wassersucht und Leberschwäche. Im schlimmsten Fall kann eine Fehlgeburt (Abort) oder Totgeburt eintreten.
Um dies zu verhindern, müssen deshalb bei einer an Ringelröteln erkrankten Schwangeren (der Verdacht genügt schon) kurzfristige Ultraschallkontrollen des im Mutterleib heranwachsenden Kindes durchgeführt werden. Bei den ersten Anzeichen einer solchen Komplikation kann der Arzt mithilfe von intrauterinen Bluttransfusionen Schädigungen beim Kind vorbeugen (dabei bekommt das Ungeborene im Mutterleib unter Ultraschallkontrolle direkt Spender-Blut über die Nabelschnur oder in die Bauchhöhle verabreicht).
Mehr zu Röteln hier: “Wann sind Röteln besonders gefährlich?“ aus der Experten-Sprechstunde „Kinderkrankheiten“).
Dr. med. Christa Kappler,
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Dietrich Reinhardt, ehem. Direktor
des Dr. von Haunerschen Kinderspitals, Universität München
Die Experten der „Sprechstunde Kinderkrankheiten“ beantworten zahlreiche interessante Fragen rund um die Kindergesundheit.
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.
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05.05.2009, aktualisiert am 05.01.2011
Bildnachweis: W&B/ Dr. Reinhardt
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