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Wann sind Röteln besonders gefährlich?

Wann sind Röteln besonders gefährlich? Gibt es Unterschiede im Kindesalter und bei Ungeborenen, also während der Schwangerschaft? Aus der "Experten-Sprechstunde Kinderkrankheiten"


In dieser Schwangerschaftsphase ist das Ungeborene durch Röteln der Mutter kaum noch gefährdet

Röteln treten bei Kindern normalerweise als leichte Infektion in Erscheinung. Etwa die Hälfte der Kinder machen die Röteln sogar unbemerkt durch, ohne zu erkranken.

Charakteristisch sind folgende Symptome:

 

  • Ausschlag mit intensiv roten kleinen rundlichen oft zackig geränderten Flecken, die wenig aus dem Hautniveau hervortreten und unter Fingerdruck verschwinden; er beginnt im Gesicht, breitet sich rasch über Hals, Rumpf und Gliedmaßen aus und verschwindet nach ein bis drei Tagen.
  • Geringe oder keine Temperaturerhöhung (bis 38,5°C spricht man von „erhöhter Temperatur“, über 38,5°C erst von Fieber).
  • Manchmal gehen leichte grippeähnliche Beschwerden voraus.
  • Bei Jugendlichen oder Erwachsenen können – meist einige Tage nach dem Ausschlag – vorübergehend Gelenkentzündungen mit Gelenkschmerzen auftreten, in sehr seltenen Fällen eine Gehirnentzündung (Enzephalitis). Allerdings verläuft diese in der Regel wesentlich günstiger als die gefürchtete Enzephalitis bei Masern.


Ganz anders stellt sich die Situation für ein ungeborenes Kind dar. Eine Rötelninfektion der werdenden Mutter bringt für das Kind im Mutterleib große Risiken mit sich. Erkrankt die Mutter zwischen der ersten und elften Schwangerschaftswoche, so führt das sehr häufig (bis zu 85 Prozent) zu Fehlbildungen beim Kind. Der Arzt spricht von einer Rötelnembryopathie oder dem Gregg-Syndrom (nach dem Entdecker Norman Gregg, einem australischen Augenarzt). Die Rötelnembryopathie umfasst schwere Fehlbildungen am Auge, Innenohr, Herz und Gehirn.

Nach der Geburt erscheinen die Kinder zunächst oft noch gesund. Jedoch kann ein Kind bei vorgeburtlicher Schädigung auch bereits als Neugeborenes durch Untergewicht, Purpura (stecknadelkopfgroße rote Flecken an Haut und Schleimhaut), einen aufgetriebenen Bauch infolge einer vergrößerten Leber und Milz oder eine Gelbsucht auffallen. Möglicherweise leidet das Kind auch an einer Herzmuskelentzündung, Lungenentzündung oder Hirn- bzw. Hirnhautentzündung.

Mit zunehmender Dauer der Schwangerschaft nimmt das Risiko, dass das Ungeborene durch eine Rötelninfektion der Mutter eine Fehlbildung davonträgt, ab. Doch können, wenn auch selten, Röteln der Mutter auch nach dem vierten Schwangerschaftsmonat das Kind im Mutterleib noch schädigen. Beispielsweise kann es eine Schwerhörigkeit oder eine Entwicklungsstörung des Gehirns erleiden.


Dr. med. Christa Kappler,
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Dietrich Reinhardt, ehem. Direktor
des Dr. von Haunerschen Kinderspitals, Universität München


Die Experten der "Sprechstunde Kinderkrankheiten" beantworten zahlreiche interessante Fragen rund um die Kindergesundheit.


Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



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www.baby-und-familie.de; 05.05.2009, aktualisiert am 04.01.2011
Bildnachweis: Jupiter Images/FRENCH PHOTOGRAPHERS ONLY

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