Röteln treten bei Kindern normalerweise als leichte Infektion in Erscheinung. Etwa die Hälfte der Kinder machen die Röteln sogar unbemerkt durch, ohne zu erkranken.
Charakteristisch sind folgende Symptome:
Ganz anders stellt sich die Situation für ein ungeborenes Kind dar. Eine Rötelninfektion der werdenden Mutter bringt für das Kind im Mutterleib große Risiken mit sich. Erkrankt die Mutter zwischen der ersten und elften Schwangerschaftswoche, so führt das sehr häufig (bis zu 85 Prozent) zu Fehlbildungen beim Kind. Der Arzt spricht von einer Rötelnembryopathie oder dem Gregg-Syndrom (nach dem Entdecker Norman Gregg, einem australischen Augenarzt). Die Rötelnembryopathie umfasst schwere Fehlbildungen am Auge, Innenohr, Herz und Gehirn.
Nach der Geburt erscheinen die Kinder zunächst oft noch gesund. Jedoch kann ein Kind bei vorgeburtlicher Schädigung auch bereits als Neugeborenes durch Untergewicht, Purpura (stecknadelkopfgroße rote Flecken an Haut und Schleimhaut), einen aufgetriebenen Bauch infolge einer vergrößerten Leber und Milz oder eine Gelbsucht auffallen. Möglicherweise leidet das Kind auch an einer Herzmuskelentzündung, Lungenentzündung oder Hirn- bzw. Hirnhautentzündung.
Mit zunehmender Dauer der Schwangerschaft nimmt das Risiko, dass das Ungeborene durch eine Rötelninfektion der Mutter eine Fehlbildung davonträgt, ab. Doch können, wenn auch selten, Röteln der Mutter auch nach dem vierten Schwangerschaftsmonat das Kind im Mutterleib noch schädigen. Beispielsweise kann es eine Schwerhörigkeit oder eine Entwicklungsstörung des Gehirns erleiden.
Dr. med. Christa Kappler,
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Dietrich Reinhardt, ehem. Direktor
des Dr. von Haunerschen Kinderspitals, Universität München
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05.05.2009, aktualisiert am 04.01.2011
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