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Nach der Babypause zurück in den Job

Karriere-Trainerin Kirsten Freundl verrät, wie der Start nach der Babypause am besten gelingt. Vom Büro-Knigge bis hin zu Kleidertipps


Zeit fürs Büro, das Kind und sich selbst

Herzklopfen! Nach ein, zwei oder drei Jahren Elternzeit wieder ins Büro zu gehen kommt Ihnen fast vor wie der erste Schultag? Um den ersten Tag gelassen durchzustehen, gibt es ein Rezept: Konzentrieren Sie sich auf Ihre Stärken. Für Arbeitgeber bieten Sie viele Vorteile: Wer Kind und Haushalt managen kann, hat sein Multitasking-Talent bereits unter Beweis gestellt, ist stressresistent und hat soziale Kompetenz.

Dennoch: Von den 400.000 Frauen, die jährlich in Elternzeit gehen, kehrt nur die Hälfte in den Beruf zurück. BABY und Familie hat Job-Coach Kirsten Freundl gefragt, wie Mütter schnell wieder durchstarten.


Was sollten Frauen beim Wiedereinstieg beachten?

Der Erfolg der beruflichen Rückkehr steht und fällt mit der Kinderbetreuung! Das heißt: rechtzeitig um einen Kita- oder Hort-Platz kümmern. Und Verwandte und Bekannte bitten, in den ersten Arbeitswochen bei einer möglichen Krankheit des Kindes als Betreuung einzuspringen. Zurück im Büro, lassen Sie sich gleich eine Jobbeschreibung geben. Oft haben sich die Abläufe verändert. Außerdem muss das Arbeitspensum angepasst werden, wenn Sie Teilzeit arbeiten.

Was ist anfangs noch wichtig?

Dass Sie Lernbereitschaft signalisieren, denn es ist nachgewiesen, dass ehrgeizige Frauen von ihrem Arbeitsumfeld besser beurteilt und stärker unterstützt werden.

Stehen sich Frauen bei der Rückkehr in den Job oft selbst im Weg?

Ja, viele Mütter machen sich unnötig klein und fixieren sich auf das, was sie nicht können. Dabei sollten sie besser Vertrauen in ihre Leistungsfähigkeit haben. Denn Selbstvertrauen ist zentral für das Gelingen des Wiedereinstiegs. Je selbstsicherer eine Person ist, desto zufriedener und erfolgreicher ist sie. In der Psychologie spricht man hier von Selbstwirksamkeitsüberzeugung.

Wie überzeugt man den Chef – vor allem, wenn man in Zukunft in Teilzeit arbeiten möchte?

Zeigen Sie Engagement, und bieten Sie als Teilzeitkraft zum Beispiel an, in Ausnahmesituationen auch mal mehr zu arbeiten oder einen Teil der Arbeit vom Home-Office aus zu erledigen. Sorgen Sie für einen engen Informationsfluss mit dem Chef: Schicken Sie ihm beispielsweise einen wöchentlichen Report, in dem Sie ihn über Ihre derzeitigen Projekte auf dem Laufenden halten. Viele Mütter schaffen an einem Sechs-Stunden-Tag, was andere in acht Stunden nicht erledigen!

Dass Mütter die besseren Arbeitnehmer sind …

… ist längst nachgewiesen. Und das weiß auch Ihr Chef! Als Mutter haben Frauen viele Kompetenzen, die auch für den Beruf bedeutsam sind: Sie können organisieren, sind belastbar, bewältigen Konflikte, übernehmen Verantwortung, treffen leicht Entscheidungen.

Wie begegnet man den neuen und alten Kollegen?

Mit Offenheit und einem Lächeln auf den Lippen. Nutzen Sie gleich den ersten Tag als Chance für den Start in ein gutes Miteinander. Der erste Eindruck, den Sie bei den Kollegen hinterlassen, ist durchaus bedeutsam, denn bereits die ersten vier Sekunden entscheiden über Sympathie oder Antipathie. In der ersten Zeit sollten Sie erst einmal in Ruhe Stimmungen aufnehmen und sich über Neuerungen informieren, bevor Sie gleich ungefragt mit Verbesserungsvorschlägen vorpreschen. In Ihrer Elternzeit hat sich wahrscheinlich vieles verändert.

Wie knüpft man am besten Kontakte in der Firma?


Zeigen Sie Interesse an den Kollegen und deren Arbeit. Und gehen Sie nicht nur mit der direkten Kollegin zum Mittagessen, sondern auch mal mit Mitarbeitern aus anderen Abteilungen. Das schafft neue Kontakte und damit auch Anerkennung.

Wie viel Privates darf in den Job mitgenommen werden?

So gut wie nichts. Wenn Sie ständig von den Krankheiten Ihrer Kinder oder den Problemen mit dem Au-pair erzählen, wirkt das unprofessionell. Und Sie wollen doch im Job als Arbeitskraft und nicht als Mutter punkten und ernst genommen werden. Aber gegen ein Foto des Babys oder der Familie auf dem Schreibtisch spricht in der Regel nichts.



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Ulla Drewitz / Baby und Familie; 17.01.2011, aktualisiert am 18.01.2011
Bildnachweis: W&B/Bernhard Huber

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