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Verhalten
Verschiedene Ursachen lösen Tics bei Kindern aus

Die Gründe für die Störung reichen von einer Bakterien-Infektion über die Genetik bis zum Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom


Mal abschalten: Entspannung kann Tics lindern

Warum Kinder plötzlich Tics entwickeln? Dazu gibt es mehrere Theorien: „Wir vermuten einen genetischen Zusammenhang“, sagt Niebler. Manchmal entstehen Naserümpfen, Räuspern oder ständiges Hüsteln aber auch während eines grippalen Infekts. „Das Kind setzt dann später die Verhaltensweise einfach fort, und sie verselbstständigt sich“, erklärt der Jugendpsychiater. In manchen Fällen scheinen Tics einen autoimmunologischen Grund zu haben und gehen mit einer Infektion von Streptokokken einher. Sind bestimmte Antikörper im Blut erhöht, kann dies hierfür ein Hinweis sein. „In diesem Fall zeigt eine Behandlung mit Antibiotika gelegentlich Erfolg“, so Niebler. 

 

Fest steht auch, dass schwerere Tic- Störungen „häufig mit einem Aufmerksamkeitsdefizit- Syndrom (AD(H)S) zusammenhängen“, sagt der Experte. In jedem Fall brauchen Eltern jetzt vor allem eins: eine Portion Gelassenheit. In der Regel verschwinden die seltsamen Verhaltensweisen nämlich von selbst – genau wie bei Kathrin, die ihren Tic von einem Tag auf den nächsten nach etwa zwei Monaten loswurde.  


Erst wenn die Verhaltensweisen länger als ein Jahr dauern, sprechen Psychiater von „chronischen Tics“. Dazu gehört auch das seltene Tourette- Syndrom. Am besten helfen Eltern ihren Kindern, wenn sie Schnüffeln, Schnalzen oder Zucken einfach ignorieren. „Sprechen Sie Ihr Kind nicht ständig darauf an, dadurch verstärkt sich der Tic meist noch“, rät Kinderpsychiater Niebler. Grundsätzlich empfiehlt der Experte eine Behandlung erst dann, „wenn der Tic chronisch wird oder wenn das Kind darunter leidet, weil es in der Schule oder im Kindergarten verspottet wird“. Dann sollten Eltern ihr Kleines bei einem Fachmann vorstellen. 

 

Manchen Kleinen helfen Entspannungstechniken. In seltenen Fällen setzen Psychiater auch Medikamente ein, die auf den Hirnstoffwechsel einwirken. Auch eine bestimmte Verhaltenstherapie, die sich aber erst ab dem Jugendalter eignet, kann Linderung bringen. Dabei lernen Betroffene, jene Gegenspieler der Muskeln zu aktivieren, die an den Tics beteiligt sind.  

 



Anne-Bärbel Köhle, Baby und Familie / BabyUndFamilie.de; 09.01.2009, aktualisiert am 26.06.2010
W&B/Sabine Dürichen

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