8 Tipps, wie Mütter alleine klarkommen

Essen, Arztbesuche, Haushalt... Gar nicht so einfach, alles zu organisieren, wenn man mit dem Baby alleine zu Hause ist. Acht Tipps, die das Überleben sichern

von Annett Zündorf, aktualisiert am 22.12.2015

Organisation ist alles: Haushalt und Baby unter einen Hut bekommen

Getty Images/Lauri Rotko/Folio Images

Stillen: Ruhige Plätze finden

Es gibt Mütter, die versuchen, sich und ihrem Baby einen Stillrhythmus beizubringen. "Aber Babys haben keinen Rhythmus", sagt Corina Meding. Die Familienhebamme kennt die Nöte junger Mütter. "Babys wollen trinken, wenn sie hungrig sind, Durst haben oder einfach ein bisschen Nähe brauchen." Für Mütter, die nicht so gern in Café oder U-Bahn stillen, wird das manchmal zum Problem. Einige bleiben lieber gleich zu Hause.

"In jeder Stadt gibt es jedoch ruhige Plätze, an denen Mütter unbehelligt stillen können", sagt Corina Meding. So haben viele Apotheken, Kaufhäuser und auch manche Bekleidungsgeschäfte spezielle Räume für stillende Mütter. In öffentlichen Toiletten mit Wickelräumen stehen oft Stühle bereit, und auch eine Umkleidekabine bietet im Notfall Schutz vor neugierigen Blicken.


Essen: Mehr als einen Schokoriegel zu sich nehmen

Stillende brauchen genügend Energie und die kommt idealerweise nicht nur aus Kuchenstücken und Schokoriegeln. Aber wer mit einem Säugling alleine ist, hat oft weder Zeit noch Nerven zum Kochen. Hier helfen das klassische Vorkochen und Einfrieren kleiner Portionen. Besonders angenehm: Der Partner kocht abends. Zwischendurch darf man sich auch mal einen Lieferservice gönnen – zum Beispiel vom Lieblingsrestaurant. In manchen Großstädten gibt es sogar schon Firmen, die Essen speziell für stillende Mütter zusammenstellen und liefern.

Keine Lust, alleine zu essen? Dann am besten zu einem Müttertreff in ein Café gehen. Im Idealfall findet sich dort auch jemand, mit dem man sich zu Spaziergängen verabreden kann – oder auch zum Kochen. Dann hütet die eine die Kinder, während die andere das Essen zubereitet.

Termine: Wichtige Utensilien für unterwegs einpacken

Ist das Baby ein paar Wochen alt, stehen die Vorsorgeuntersuchungen U 3 und U 4 an. Da heißt es: pünktlich aus dem Haus kommen. Und sich darauf einstellen, dass das Kind trotz perfekter Vorbereitung kurz vor der Untersuchung noch mal die Windeln vollmacht. Keine Panik! Durchatmen, an der Rezeption Bescheid geben und das Kleine wickeln.

Wichtig: die Wickeltasche mit dem nötigen Equipment. Windeln und Feuchttücher, Wechselsachen fürs Baby, eine kleine Decke und eine Wickelunterlage gehören hinein. "Ich empfehle den Müttern, auch Hygieneartikel wie Binden und Stilleinlagen einzustecken. Außerdem braucht man oft ein Wechselshirt", rät Meding. Dann stören auslaufende Milch oder ein spuckendes Baby wenig.


Corina Meding arbeitet als Familienhebamme in Jena

/Annett Zündorf

Schlafen: Ruhepausen nutzen

"Wie? Euer Kind schläft noch nicht durch?" Jeder kennt diese Sprüche von anderen Eltern oder Verwandten. Zur Erinnerung: "Durchschlafen bei Säuglingen bedeutet, dass die Kinder sechs Stunden am Stück, unterbrochen von einer Stillmahlzeit, schlafen", erklärt Meding. Das ist nicht viel. Mütter und Väter von Babys sind deshalb grundsätzlich müde. "Schlafen Sie, sobald Ihr Kind schläft", rät die Hebamme. "Das ist keine Faulheit. Diese Ruhepausen sind unglaublich wichtig."

Ebenso essenziell: Zeit zum Duschen. Entweder verlegt man es auf die Zeit, wenn der Partner zu Hause ist, oder nimmt das Baby mit ins Bad. Das fühlt sich auf der Decke vor der Dusche meist wohl.

Aufgabenverteilung: Auch Großeltern und Freunde einspannen

Wenn Mütter in Elternzeit sind, bedeutet das nicht, dass sie jetzt 24 Stunden alleine für Baby und Haushalt zuständig sind. Auch Papas können wickeln, einkaufen und mit dem Kleinen spazieren gehen. "Väter trösten besonders gut. Sie sind dem Baby vertraut, riechen aber nicht nach Essen. Das heißt, Babys finden ohne Brust zur Ruhe", sagt Meding. Sie rät zudem, die Hilfe von Großeltern oder Freunden zuzulassen. Auch und gerade, wenn sie sich anbieten, mal zu putzen, die Wäsche zu machen oder zu kochen.

Rückbildung: Rechtzeitige Kursanmeldung

Sie gehört zu den wichtigsten Dingen, die junge Mütter für sich selbst tun können. Ohne Rückbildung bekommen viele Frauen Probleme mit dem Beckenboden. Sechs bis acht Wochen nach der Geburt kann man meist mit einem solchen Kurs beginnen.

Nach der Geburt sind normalerweise die geraden Bauchmuskeln weit auseinandergerückt. Der Spalt zwischen ihnen muss erst wieder geschlossen sein, bevor sie trainiert werden können. Deshalb dürfen am Anfang nur die schrägen Bauchmuskeln strapaziert werden. Spezielle Rückbildungskurse werden von Hebammen oder Physiotherapeuten angeboten. Wichtig: Rechtzeitig anmelden, die Kurse sind häufig sehr voll. Oft ist es möglich, das Baby mitzubringen.

Kurse: Vorsicht vor zu vielen neuen Eindrücken

Die Nachbarin geht mit ihrem Kleinen zum Babyschwimmen, zum PEKiP und zur Massage? Gemach. Erst mit etwa einem halben Jahr, wenn Babys sich für ihre Umwelt interessieren, lohnt sich ein Kurs. "Vorher verkraften die meisten Kinder die Menge neuer Eindrücke noch nicht", sagt Meding.

Besuch: Klare Verabredungen treffen

Klar. Jeder will den Neuankömmling sehen und begutachten. Aber das wird für Eltern und Baby schnell anstrengend. "Ich rate meinen Müttern, selbst andere zu besuchen, da kann man jederzeit wieder gehen", sagt Meding. Falls das nicht möglich ist, sollten klare Verabredungen her. Eine Stunde Besuch und dazu ein mitgebrachter Kuchen – das ist für alle Beteiligten nett. Auch ein klares Nein muss manchmal gesagt werden, wenn zu viele Menschen vorbeischauen wollen.

Ist der Besuch da, sollte er nicht automatisch das Baby schaukeln. "Kinder dürfen bei Mama oder Papa bleiben. Für sie ist jeder neue Mensch, jede neue Stimme, jeder Geruch ein neuer Eindruck. Und das stresst, auch wenn Erwachsene das nicht so empfinden", sagt Meding.



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