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Neurodermitis bei Schulkindern: Therapie, Alltag?

Wie verändert sich die Neurodermitis bei Kindern im Laufe des Wachstums, wenn sie also zum Beispiel ins Schulalter kommen? Wie wird die Hauterkrankung behandelt? Aus der „Experten-Sprechstunde Kinderkrankheiten“


Mit der Zeit verändert sich das Erscheinungsbild der Neurodermitis. Therapie: Medikamente (je nach Schweregrad äußerlich oder innerlich), eventuell auch Klimawechsel und Milbenschutzmaßnahmen

Im Schulkindalter bekommt die Neurodermitis (weitere Namen: atopische Dermatitis, atopisches Ekzem) ein anderes Gesicht. Jetzt sind vor allem die Beugen der großen Gelenke betroffen, also die Armbeugen und Kniegelenke, außerdem der Nacken, die Fußrücken und die Hände. Als „Minimalvariante“ der atopischen Dermatitis finden sich oft Einrisse im Bereich des Ansatzes der Ohrläppchen, rissige Lippen mit Neigung zu entzündlichen Reaktionen um den Mund, trockene schuppige Haut der Handflächen und Fußsohlen, eine pergamentartige Verdünnung der Haut an den Fingern und Zehen mit oft schmerzhaften Einrissen und blutige juckende Krusten an der Kopfhaut.

Beeinflusst wird die Symptomatik wiederum durch die Haut reizende Faktoren, sodann Schwitzen, Nahrungsmittel, Stress und zunehmend in diesem Alter auch durch sogenannte Aeroallergene. Das sind Stoffe wie Pollen, Tierhaare und -schuppen oder Ausscheidungen von Hausstaubmilben, die über die Atemluft mit der Bronchialschleimhaut in Kontakt kommen und eine Allergie auslösen. Diese kann als Heuschnupfen, Asthma und / oder Neurodermitis in Erscheinung treten. Vermeidung bzw. Reduktion der Allergene ist ein Grundbaustein der Therapie. Dazu gehören bei Kindern, die eine nachgewiesene Hausstaubmilbenallergie haben, eine gründliche Sanierung des Bettes und die Anschaffung milbendichter Matratzen und Bettbezüge. Für die Wohnung sollten Böden gewählt werden, die man feucht wischen kann. Die Stofftiere sollten regelmäßig gewaschen oder eingefroren werden, um sie von Milben zu befreien. Ideale Urlaubsziele sind allergenarme Gegenden wie Nordsee oder Hochgebirge. Auch können Ferienreisen sinnvollerweise außerhalb der Pollensaison geplant werden.

Die Therapie besteht zunächst aus der Basispflege der trockenen Haut. Dazu eignen sich Fettsalben mit Dexpanthenol, Zink oder Harnstoff. Im akuten Stadium eines Ekzems kann der kurzzeitige Einsatz von entzündungshemmenden Präparaten wie zum Beispiel Kortison sinnvoll sein, um schwere Schübe zu verhindern. Im Gesicht dürfen sie jedoch wegen der Gefahr der Hautatrophie (Hautverdünnung) nicht angewandt werden. Gegen den Juckreiz helfen Antihistaminika. Warme oder kalte feuchte Umschläge können Linderung bringen und die Heilung fördern. In sehr schweren Fällen stehen darüber hinaus auch Medikamente zur Verfügung, die das Immunsystem unterdrücken wie Cyclosporin A oder Tacrolimus.


Prof. Dr. med. Dr. h. c. Dietrich Reinhardt,
Dr. von Haunersches Kinderspital, Universität München


Die Experten der „Sprechstunde Kinderkrankheiten“ beantworten zahlreiche interessante Fragen rund um die Kindergesundheit.


Diese Informationen enthalten nur allgemeine Hinweise und dürfen nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Sie können einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.




www.apotheken-umschau.de; 07.06.2010, aktualisiert am 18.06.2010
Bildnachweis: Banana Stock/RYF

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