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Neugeborenengelbsucht: Therapie

Eine sogenannte normale Neugeborenengelbsucht muss meist nicht behandelt werden. In anderen Fällen hilft häufig eine spezielle Lichttherapie


Blau beleuchtet: Eine Phototherapie regt den Umbau des Bilirubins in die wasserlösliche Form an

Überschreiten die Bilirubinwerte bestimmte Grenzen nicht und handelt es sich um eine normale Neugeborenengelbsucht (siehe Überblick), so ist meist keine Therapie notwendig. Bei gesunden Kindern sind Komplikationen hier sehr unwahrscheinlich. Zur Sicherheit werden jedoch die Bilirubinwerte kontrolliert.

Überschreiten die Bilirubinwerte einen bestimmten Grenzwert, ist eine Behandlung nötig, um einen drohenden Kernikterus  und Gehirnschäden (siehe Kapitel Symptome) zu vermeiden. Eine Lichttherapie (Phototherapie) regt die Ausscheidung des Bilirubins an. Dazu wird die Haut mit blauem Licht bestrahlt. Der Säugling liegt dazu unter einer speziellen Lampe und / oder auf einer Leuchtmatte. Zum Schutz der empfindlichen Augen erhält er eine Schutzbrille. Das kurzwellige Licht hat eine bestimmte Energie, welche das Bilirubin-Molekül anregt. Es faltet sich zu einer wasserlöslichen Form um und kann nun vom Körper ausgeschieden werden. Eine Phototherapie ist daher nur dann sinnvoll, wenn das indirekte, also schlecht wasserlösliche Bilirubin im Blut erhöht ist.

Als Nebenwirkung der Phototherapie kann es zu einem harmlosen, nicht juckenden Hautausschlag kommen (Exanthem). Auch sollten Neugeborene bei der Phototherapie ausreichend zu trinken erhalten, da sie durch das Schwitzen unter der Lampe einen erhöhten Flüssigkeitsverlust haben.


In schweren Fällen einer Neugeborenengelbsucht mit sehr stark erhöhten Bilirubinwerten ist ein Blutaustausch (Austauschtransfusion) notwendig. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn eine Rhesus-Faktor-Unvertäglichkeit zwischen Mutter und Kind vorliegt. Bei der Austauschtransfusion wird nach und nach kindliches Blut abgenommen und durch passendes Spenderblut ersetzt.

Eine besonders früh einsetzende Neugeborenengelbsucht (Icterus preacox) tritt vor allem bei einer Blutgruppenunverträglichkeit auf. Da es hier meist zum Zerfall relativ vieler roter Blutkörperchen und damit zu einem starken Anstieg der Bilirubinwerte kommt, ist hier praktisch immer eine Behandlung nötig. Eine langanhaltende Neugeborenengelbsucht (Icterus prolongatus) weist eher auf eine Störung der Gallenausscheidung hin.

Sind Frühgeborene von einer Neugeborenengelbsucht betroffen, so ist die Gefahr von Komplikationen größer. Bei ihnen gelangt Bilirubin leichter ins Gehirn, weil ein Übergang aus den Blutgefäßen in das Hirngewebe leichter möglich ist und der Körper weniger in der Lage ist, Bilirubin abzubauen. Um eine Gehirnschädigung (Kernikterus) zu vermeiden, wird bei Frühgeborenen bereits früher zu einer Phototherapie geraten als bei „reifen“ und gesunden Neugeborenen.



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www.baby-und-familie.de; 13.09.2005, aktualisiert am 23.01.2012
Bildnachweis: Mauritius Images GmbH/age

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