Die Kuhmilcheiweißallergie ist eine Nahrungsmittelallergie gegen bestimmte Eiweißbestandteile in der Milch, die in der Muttermilch gar nicht oder nur in geringer Menge vorkommen. Sie tritt meist im ersten Lebenshalbjahr auf, entweder einige Wochen nach Umsetzen von Muttermilch auf Kuhmilch oder bei gestillten Kindern, deren Mütter sich mit Kuhmilch ernähren. Gelegentlich geht eine Magen-Darm-Erkrankung voraus, die die Darmschleimhaut schädigt und sie so erst gegenüber Kuhmilcheiweiß empfindlich macht.
Die betroffenen Säuglinge erbrechen nach der Milchmahlzeit, haben heftige, zum Teil blutige Durchfälle (akute Form) oder nehmen nicht mehr an Gewicht zu oder sogar ab (chronische Form).
Die Therapie besteht in der kompletten Umstellung der Säuglingsnahrung auf kuhmilchfreie Spezialnahrung. Bei gestillten Kindern muss die Mutter eine milchfreie Ernährung einhalten. Fertiglebensmittel, die Milcheiweiß oder Milcherzeugnisse enthalten, müssen laut EU-Richtlinie gekennzeichnet werden. Dies macht es den Betroffenen leichter, die Diätregeln umzusetzen. Bessern sich die Symptome bei konsequenter Einhaltung dieser Diät nicht, so liegt keine Kuhmilcheiweißallergie vor. Die Überempfindlichkeit verliert sich häufig mit der Zeit, so dass in Abständen von einigen Wochen bis Monaten behutsam geprüft werden kann, ob die Symptome nach erneuter Gabe kleiner Milchmengen immer noch auftreten. Wenn ja, muss die Diät wie bisher weiter eingehalten werden. Bis spätestens zum sechsten Lebensjahr heilt die Kuhmilcheiweißallergie in der Regel folgenlos aus.
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Dietrich Reinhardt,
Dr. von Haunersches Kinderspital, Universität München
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07.06.2010, aktualisiert am 18.06.2010
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