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Mumps (Ziegenpeter): Wie ist es mit der Ansteckung?

In welcher Erkrankungsphase ist Mumps ansteckend, und wie steckt man sich an? Aus der "Experten-Sprechstunde Kinderkrankheiten"


Das Mumps-Virus vermehrt sich in den oberen Atemwegen und hat einen besonderen Hang zu Drüsen

Kinder mit Mumps sind sieben Tage vor Ausbruch der Erkrankung – Symptome: hohes Fieber, Schmerzen und Schwellung an der Wange vor dem Ohr – bis neun Tage danach ansteckend. Die schmerzhafte Schwellung entspricht einer Entzündung der Ohrspeicheldrüse (Parotitis) genannt. Die Zeit von der Ansteckung bis zu den ersten Symptomen heißt Inkubationszeit. Sie beträgt 12 bis 25, im Mittel 16 bis 18 Tage. Die Übertragung erfolgt vorwiegend durch Einatmen virusbeladener Tröpfchen, die ein Erkrankter abhustet, das heißt als „Tröpfcheninfektion“. Aber auch durch direkten Kontakt wie Küssen oder seltener durch Trinkgefäße, Bestecke oder Spielsachen, die mit Speichel des Erkrankten in Berührung gekommen sind, kann man sich anstecken.

Das Erscheinungsbild bei Mumps ist sehr variabel. Am häufigsten treten Fieber und eine einseitige (20-30 Prozent) oder beidseitige (70-80 Prozent) Entzündung der Ohrspeicheldrüse auf. Nicht selten sind auch die anderen Speicheldrüsen – unter der Zunge und unter dem Unterkiefer – betroffen. Manchmal kommt es auch zu einer Entzündung des zentralen Nervensystems in Form einer Hirnhautentzündung (Meningitis) oder es kommt zu einer Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis). Eine Entzündung der Hoden (Orchitis), die wegen einer möglichen nachfolgenden Sterilität gefürchtet ist, tritt im Kindesalter nur selten auf, relativ häufig hingegen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen (25-30 Prozent). Auch die Nebenhoden, Eierstöcke, der Herzmuskel, die Niere und die Schilddrüse können in seltenen Fällen miterkranken.


Dr. med. Christa Kappler,
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Dietrich Reinhardt,
ehem. Direktor des Dr. von Haunerschen Kinderspitals,
Universität München


Die Experten der „Sprechstunde Kinderkrankheiten“ beantworten zahlreiche interessante Fragen rund um die Kindergesundheit.


Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



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www.baby-und-familie.de; 09.06.2009, aktualisiert am 09.05.2011
Bildnachweis: Photo Alto/RYF

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