Anmelden | Registrieren
Drucken

Mumps
Symptome

Typisch für eine Mumpserkrankung ist eine Entzündung der Speicheldrüsen. Sie kann auffällige Schwellungen zur Folge haben, zum Beispiel im Gesicht, wenn die Ohrspeicheldrüsen (das am häufigsten betroffene Organ) befallen sind. Häufig kommen Begleiterkrankungen hinzu, die mitunter ernsthafte Folgen nachsichziehen können


Hohes Fieber: Kann bei Mumps mit dabei sein

Krankheitsverlauf

Nach einer Ansteckung dauert es zwölf bis 24 Tage (Inkubationszeit), bis sich die ersten Symptome bemerkbar machen. Diese beginnen mit allgemeinen Krankheitszeichen, ähnlich wie bei einer Erkältung. Der Betroffene fühlt sich abgeschlagen und unwohl, hat keinen Appetit und oft auch Kopfschmerzen. Nach weiteren ein bis zwei Tagen beginnen die Speicheldrüsen schmerzhaft anzuschwellen, zuerst auf einer Seite, ein bis drei Tage später meist auch auf der anderen. Fieber und Halsschmerzen können dazu kommen.

In den Speicheldrüsen wird der Speichel produziert, der den gekauten Bissen gleitfähig macht. Deswegen löst eine Entzündung dort Beschwerden beim Kauen, Schlucken, aber auch beim Sprechen oder Bewegen des Kopfes aus. Besonders anfällig sind die beiden Ohrspeicheldrüsen. Sie münden im hinteren seitlichen Bereich der Mundhöhle. Der Drüsenkörper liegt vor dem Ohr auf dem Kaumuskel und dem Unterkieferfortsatz. Die Ohrspeicheldrüsen können so stark anschwellen, dass die Ohrläppchen abstehen und die Kieferkante sich nicht mehr abzeichnet. Von der Infektion können auch Unterkiefer-Speicheldrüsen (Glandula submandibularis) und die Unterzungenspeicheldrüsen (Glandula sublingualis) betroffen sein.


50 bis 70 Prozent aller Mumpserkrankungen ziehen weitere Folgekrankheiten und Komplikationen nach sich (siehe dort). Im Normalfall ist die Krankheit drei bis acht Tage nach dem Auftreten der Symptome überstanden.

Eine Ansteckung mit dem Mumpsvirus führt nicht immer zu allen Krankheitssymptomen. So kann die Schwellung der Ohrspeicheldrüsen fehlen, aber andere Symptome können vorhanden sein. Bei 40 bis 50 Prozent der Infizierten verläuft die Krankheit stumm. Die Betroffenen merken gar nicht, dass sie Mumps haben. Der Schweregrad der Symptome nimmt mit dem Alter zu.

Komplikationen

Auf dem Blutweg oder von den befallenen Lymphknoten aus kann das Virus zu verschiedenen anderen Drüsen und auch ins Zentralnervensystem – sprich Rückenmark und Gehirn – weiterwandern. Dann kommt es zu weiteren Erkrankungen, die entsprechend bezeichnet werden.

  • Mumps-Pankreatitis: So wird eine begleitende Bauchspeicheldrüsenentzündung genannt. Sie führt zu Appetitlosigkeit, Erbrechen, Oberbauchbeschwerden und einer erhöhten Fettaussscheidung im Stuhl (Fettstuhl). In der Regel heilt die Bauchspeicheldrüsenentzündung folgenlos, sie kann aber auch selten zu einem insulinpflichtigen Diabetes mellitus führen.
  • Mumps-Meningitis: Dies ist eine nichteitrige Entzündung der Hirnhäute (seröse Menigitis). Anzeichen dafür können leichte Kopfschmerzen sein. Diese Hirnhautentzündung heilt fast immer ohne bleibende Schäden wieder ab.
  • Mumps-Enzephalitis: Hier ist das ganze Gehirn vom Mumpsvirus befallen. Dies kann zu starken Kopfschmerzen und Erbrechen führen. Möglichen Folgen sind Schwerhörigkeit oder Epilepsie, im Einzelfall sogar der Tod. Bleibende Hörschäden sind besonders bei Patienten über 18 bei jedem zehnten Erkrankten die Folge. Deshalb sollte nach jeder überstandenen Mumpsinfektion ein Hörtest gemacht werden.
  • Mumps-Orchitis: Damit ist eine Entzündung der Hoden gemeint. Sie tritt bei jedem vierten männlichen Mumps-Patienten, der nach der Pubertät erkrankt, auf. Vor der Pubertät ist nur ein Prozent der Jungen von dieser Komplikation betroffen. Bei einem Drittel der Patienten mit einer Mumps-Orchitis sind beide Hoden entzündet. Weil eine Hodenentzündung zu einer Rückbildung (Nekrose) der samenbildenden Zellen führt, gefährdet sie die Zeugungsfähigkeit. Aus diesem Grunde war man lange Zeit der Meinung, eine Impfung sei nur für Jungen sinnvoll. Das ist aber falsch. Denn auch die Eierstöcke können sich entzünden, und vor den anderen Komplikationen sind Mädchen ebenfalls nicht geschützt.
  • Mumps in der Schwangerschaft: Dies kann im ersten Schwangerschaftsdrittel zu einer Fehlgeburt führen.


  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5. 5
  6. 6
  7. 7

www.baby-und-familie.de; 13.09.2005, aktualisiert am 13.09.2011
Bildnachweis: Image Source/ RYF

Kinderkrankheiten

Dreitagefieber

Dreitagefieber ist eine Kinderkrankheit, die mit Fieber und Hautausschlag einhergeht »

Masern

Masern (Morbilli) sind eine ernstzunehmende Viruserkrankung, die mit hohem Fieber einhergeht »

Mumps

Mumps (Ziegenpeter) ist hoch ansteckend. Gegen die Krankheit gibt es eine Impfung »

Röteln

Röteln sind für Kinder meist harmlos, bei Schwangeren können sie aber zu schweren Schäden beim Fötus führen »

Scharlach

Scharlach ist eine durch Streptokokken verursachte Infektionskrankheit mit typischem Ausschlag »

Windpocken

Windpocken (Varizellen) werden durch das Varizella-zoster-Virus verursacht »

Auf www.apotheken-umschau.de

Keuchhusten

Keuchhusten kann zu ernsten Schäden führen und für Säuglinge lebensbedrohlich sein. Deshalb: impfen lassen »

Welche Art der Geburt bevorzugen Sie?

Memo-Spiele

Unsere Kartenaufdeck-Spiele, das ähnlich wie das klassische Memory® funktioniert »

Auf www.apotheken-umschau.de

Medikamentencheck

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen von Arzneien überprüfen »

© Wort & Bild Verlag GmbH & Co KG

Weitere Online-Angebote des Wort & Bild Verlages

Apotheken Umschau mit den Themen Krankheiten von A-Z, Symptome, Medikamentencheck, Laborwerte, Heilpflanzen, Hausapotheke, Abnehmen, Gesundheitsvideos, Arzt- Apothekensuche, Gehirn-Jogging und Sport
Senioren Ratgeber mit Informationen rund um Krankheiten, Medikamente, gesund alt werden, altersgerechtes Wohnen, Pflege und Finanzen
Diabetes Ratgeber mit den Schwerpunkten Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2: Symptome, Behandlung und Ernährung bei Zuckerkrankheit