Hohes Fieber, heftigste Ohrenschmerzen und ein Trommelfell, das sich bei der Ohruntersuchung gerötet und durch Eiterbildung im Mittelohr aufgebläht zeigt, weisen auf eine bakterielle Entzündung hin. In einem solchen Fall muss das Kind antibiotisch behandelt werden. Häufig aber entstehen Ohrenschmerzen durch eine Belüftungsstörung der sogenannten Tube oder Ohrtrompete. Dieser innere Verbindungsgang zwischen dem Nasenrachenraum und dem Mittelohr, der für Druckausgleich zwischen der Außenluft und dem Mittelohr sorgt, wird auch Eustach'sche Röhre genannt.
Eine Belüftungsstörung der Röhre entsteht zum Beispiel bei Schnupfen, wenn die Schleimhäute geschwollen sind. Das Trommelfell ist dabei leicht eingezogen und vermehrt durchblutet. In diesem Fall kann von einer virusbedingten (viralen) Mittelohrentzündung ausgegangen und auf ein Antibiotikum verzichtet werden. Die Behandlung besteht dann aus abschwellenden Nasentropfen und einem leichten Schmerzmittel, beispielsweise Paracetamol. Beide Arzneien sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Dort erfahren Sie auch, was Sie bei der Anwendung beachten sollten.
Dr. med. Christa Kappler,
Prof. Dr. med. Dietrich Reinhardt,
ehem. Direktor des Dr. von Haunerschen Kinderspitals, Universität München
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18.09.2008, aktualisiert am 04.01.2011
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