Eine Masern-Erkrankung läuft in zwei Phasen ab:
Prodromalstadium
Die Symptome des Prodromalstadiums werden oft mit den Begriffen „verrotzt, verheult, verquollen“ zusammengefasst. Die ersten Anzeichen von Masern unterscheiden sich nämlich kaum von denen einer beginnenden Erkältung. Dem Patient läuft zum Beispiel die Nase, er hustet und hat Fieber. Oft tritt eine Entzündung der Bindehaut des Auges (Konjunktivitis) auf, die sich durch tränende und gerötete Augen zeigt. Viele Patienten sind empfindlich gegenüber Licht und fühlen sich in einem abgedunkelten Zimmer wohler. Allgemeine Krankheitszeichen wie Kopf- und Bauchschmerzen, Abgeschlagenheit und Müdigkeit können hinzukommen. Das Prodromalstadium dauert etwa drei Tage.
Als ein sicherer Hinweis auf eine Maserinfektion gelten zu diesem Zeitpunkt die sogenannten Koplik-Flecken, die mit den ersten Krankheitszeichen auftreten können: Es handelt sich dabei um kleine, weiße Flecken an der Wangenschleimhaut im Bereich der Backenzähne. Diese kalkspritzerartigen Ablagerungen sind nach dem amerikanischer Kinderarzt Henry Koplik (1858 bis 1927) benannt, der sie 1896 beschrieb. Sie sind allerdings nicht immer vorhanden und können zudem sehr leicht übersehen werden. Am Ende des Prodromalstadiums sinkt das Fieber zunächst etwas ab.
Exanthemstadium
Etwa drei Tage nach Krankheitsbeginn zeigt sich der für Masern typische Hautausschlag (Masern-Exanthem). Gleichzeitig mit dem Auftreten des Hautausschlags steigt das Fieber deutlich (auf bis zu 41 Grad Celsius) an. Die hochroten Flecken finden sich zuerst hinter den Ohren. Dann breiten sich der Ausschlag symmetrisch über das Gesicht, den Hals, den Körperstamm und die Arme und Beine bis hin zu den Hand- und Fußflächen aus.
Im Weiteren färbt sich der Ausschlag dunkelrot bis bräunlich, nach drei bis vier Tagen verblasst er und verschwindet in derselben Reihenfolge wie er begonnen hat. Häufig zeigt sich im Anschluss eine zarte, kleieförmige Schuppung. Auch das Fieber geht zurück.
Komplikationen
Masern müssen ernst genommen werden: Etwa eine von 10.000 bei Kleinkindern bis eine von 2.000 Erkrankungen bei Erwachsenen verläuft tödlich beziehungsweise mit schweren Folgeschäden.
Durch das Masernvirus selbst kann es erhebliche Komplikationen geben: Es kann die Lunge befallen und zu einer Lungenentzündung führen. Eine gefürchtete Folge einer Maserninfektion ist eine Gehirnentzündung (Masern–Enzephalitits) zu der es in etwa einem bis zwei von 1000 Fällen kommt. Sie tritt bevorzugt drei bis neun Tage nach Exanthemausbruch auf. Bei einer Masern-Enzephalitis wirkt der Patient extrem schläfrig und benommen. Er leidet unter Kopfschmerzen und weist eventuell auch andere Symptome wie Krampfanfälle und Lähmungserscheinungen auf. In etwa zehn bis zwanzig Prozent der Fälle verläuft die Gehirnentzündung tödlich, bei ungefähr einem Drittel ist mit bleibenden Schäden des Nervensystems zu rechnen.
Das Immunsystem, das für die körpereigene Abwehr verantwortlich ist, wird bei einer Maserninfektion massiv geschwächt. Der Körper ist daher für mehrere Wochen darin beeinträchtigt, neue Infektionen abzuwehren. Kommt es zu einem Kontakt mit weiteren Krankheitserregern, können zusätzliche Erkrankungen entstehen. Dazu gehören zum Beispiel Infektionen wie eine Mittelohrentzündung (Otitis media), Lungenentzündungen oder eine Bronchitis sowie Erkrankungen des Magen–Darmtraktes (Durchfälle etc.)
Als Spätfolge der Maserninfektion kann sich nach etwa sechs bis acht Jahren eine subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE) zeigen. Sie betrifft etwa sieben bis elf von 100.000 Erkrankten. Die SSPE ist eine Entzündung der Nervenzellen des Gehirns und des Rückenmarks, die nach und nach zum Ausfall verschiedener Gehirnfunktionen (Aufmerksamkeitsminderung, Persönlichkeitsveränderungen, Bewegungsstörungen …) und schließlich zum Tod des Patienten führt. Trotz intensiver Forschung gibt es noch keine Heilung.
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13.09.2005, aktualisiert am 23.01.2012
Bildnachweis: PhotoDisc/ RYF
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