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Neurodermitis: Gut geschützt vor Ekzemen

Neurodermitis vorbeugen – das funktioniert. Zumindest zum Teil. Was Risikokindern jetzt schon hilft und was Forscher für die Zukunft planen


Kinder, die auf dem Bauernhof herumtoben, bekommen seltener Allergien

Leiden Mutter, Vater oder ein Geschwisterkind unter Neurodermitis, ist auch das Baby gefährdet, die Krankheit zu bekommen. „Mit ein paar Maßnahmen kann man bei ihm Neurodermitis abschwächen, manchmal sogar verhindern“, sagt die Münchner Dermatologin Dr. Christina Schnopp.


Mindestens vier Monate lang sollte die Mutter stillen. Eine Alternative für Risikokinder ist hypoallergene Fertigmilch, auch HA-Nahrung genannt. Sie enthält zwar Kuhmilcheiweiße. Weil diese in Bruchstücke zerteilt sind, stuft sie das Immunsystem aber nicht als Fremdkörper ein und reagiert nicht allergisch. Für Babys, die bereits Neurodermitis haben, kann eine stark hydrolisierte Kost sinnvoll sein. Ihre Eiweißbestandteile sind noch stärker zerlegt. Lassen Sie sich vom Kinderarzt beraten.


Die Beikost kann zwischen dem vierten und sechsten Monat eingeführt werden – neue Lebensmittel im Abstand von einer Woche. Hat der Arzt bereits eine Nahrungsmittelallergie diagnostiziert, legt er einen speziellen Essensplan fest. „Bitte nicht einfach bestimmte Sachen weglassen“, warnt Schnopp. „Sonst besteht die Gefahr von Mangelernährung.“


Zigarettenrauch erhöht das Neurodermitisrisiko. Schon Schwangere sollten ihn meiden. Auch Hausstaubmilben können Schübe auslösen. Stellt der Arzt eine Reaktion dagegen fest, sollten Sie milbendichte Überzüge für die Matratze verwenden. Auch Tiere mit Fell erhöhen das Risiko. „Sind Hunde oder Katzen aber bereits im Haus und dem Kind geht es gut damit, dürfen sie bleiben“, so Schnopp.


An einer Schluckimpfung gegen Neurodermitis arbeitet derzeit Professor Ulrich Wahn von der Charité Berlin. „Wir wissen, dass Babys, die sich öfter auf einem Bauernhof aufhalten, seltener Allergien entwickeln“, erklärt er. „Die Erreger aus dem Stall scheinen das unterforderte Immunsystem zu beschäftigen und tolerant zu machen.“ In einer Studie testet Wahn nun, ob allergiegefährdete Neugeborene genauso auf einen Extrakt aus abgetöteten Bakterien reagieren. 2007 bekamen Babys ihn ein halbes Jahr lang täglich auf die Zunge. „Vertragen haben sie das gut, nun warten wir ab, ob sie bis zum dritten Geburtstag Allergien bekommen“, so Wahn. Ergebnisse gibt es 2010. Erkranken die Kinder seltener als die aus der Vergleichsgruppe, könnte die Schluckimpfung in den nächsten Jahren auf den Markt kommen.



Tina Haase / Baby und Familie; 27.08.2010
Bildnachweis: Thinkstock/Hemera

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