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Krankheiten, gegen die geimpft wird

Der Nestschutz verschwindet in den ersten Lebensmonaten. Gegen diese Krankheiten können Sie Ihr Kind mit Impfungen schützen

Tetanus (Wundstarrkrampf) wird durch einen Bazillus ausgelöst, der in der freien Natur vorkommt. Gelangt verseuchter Schmutz in eine frische Wunde, kann er in den Organismus eindringen. Das Bakteriengift greift beim Menschen das Nervengewebe an und führt zu Muskelkrämpfen bis hin zur Lähmung der Atemmuskulatur.

Diphtherie-Erreger können den Kehlkopf befallen und zu starker Atemnot, Erstickungsanfällen und sogar zum Tod führen. Das Gift des Erregers kann Organe, beispielweise das Herz, schädigen.

Keuchhusten wird durch Bordetella-pertussis-Keime verursacht. Die Krankheit äußert sich durch schwere Hustenattacken, vor allem nachts, nach denen das Kind sehr erschöpft ist und häufig erbricht. Das Gefährliche: Keuchhusten kann zu Atemstillständen führen.

Haemophilus influenzae Typ b (Abkürzung Hib) ist ein Bakterium, das bei Kleinkindern schwerste Entzündungen der Atemwege sowie der Hirnhäute hervorrufen kann.

Kinderlähmung oder Poliomyelitis (Polio) kann zu bleibenden Lähmungen der Arme und Beine und sogar zum Tod führen. Durch Impfungen ist es gelungen, die Zahl der Erkrankungen drastisch zu senken. Polio ist aber noch nicht weltweit ausgerottet.

Hepatitis B ist eine Leberentzündung, die bei Säuglingen und Kleinkindern häufig chronisch verläuft. Babys von Müttern, die an Hepatitis B erkrankt sind, werden schon in den ersten zwölf Stunden nach der Geburt geimpft.

Pneumokokken besiedeln in der Regel die Schleimhäute des Nasen-Rachen-Raums. Babys und Kleinkinder sind besonders gefährdet: Ihr Abwehrsystem kann die Keime, die oft Mittelohrentzündungen verursachen, noch nicht wirksam bekämpfen. Lebensbedrohlich wird die Infektion, wenn sie zu einer Blutvergiftung führt oder auf die Hirnhäute übergreift.

Menigokokken können bei kleinen Kindern schwere bakterielle Erkrankungen mit Blutvergiftung hervorrufen, zum Beispiel eine Lungen- oder Hirnhautentzündung. Menigokokken werden durch Tröpfcheninfektionen übertragen. Anzeichen einer Meningitis sind hohes Fieber, starke Kopfschmerzen und Nackensteifigkeit. Die Krankheit kann auch durch andere Erreger ausgelöst werden.

Masern werden durch ein Virus verursacht. Die Ansteckungsrate ist hoch, weil sich die Viren durch Sekrettröpfchen aus Mund oder Atemwegen über die Luft verbreiten. Typisch ist der zweiphasige Verlauf: erst Fieber, Husten, Schnupfen, Bindehautentzündung und Flecken auf der Mundschleimhaut. Drei bis sieben Tage später folgt der Hautausschlag. Es kann zu gefährlichen, in manchen Fällen sogar lebensbedrohlichen Komplikationen kommen.

Mumps, auch Ziegenpeter genannt, ist eine virusbedingte, sehr ansteckende Infektionskrankheit. Rund drei Wochen nach der der Ansteckung schwillt die eine Wange, kurze Zeit danach die andere an: Die Ohrspeicheldrüse hat sich entzündet. Kleine Kinder wollen jetzt oft nichts mehr essen und trinken, weil Kauen und Schlucken sehr wehtun. Fieber kommt häufig hinzu. Manchmal gibt es bei dieser Erkrankung auch Komplikationen: Entzünden können sich die Hirnhäute, bei Jungen ab der Vorpubertät die Hoden, bei Mädchen mitunter die Eierstöcke.

Röteln sind sehr ansteckend. Sie werden durch virushaltige Tröpfchen übertragen und beginnen mit Beschwerden wie Husten, Schnupfen und Fieber. Kurze Zeit später zeigt sich der typische Hautausschlag, der nach drei bis fünf Tagen wieder verschwindet. In etwa der Hälfte der Fälle verläuft die Krankheit ohne Beschwerden. Erkrankt jedoch eine schwangere Frau, kann es beim Ungeborenen zu Schädigungen kommen. Daher wird die Schutzimpfung empfohlen.

Windpocken sind sehr ansteckend und können über größere Entfernungen durch die Luft übertragen werden. Typisch ist ein juckender Hautausschlag mit Bläschen. Eine mögliche Komplikation ist die Lungenentzündung

Humane Papillomaviren (HPV) können Gebärmutterhalskrebs auslösen. Die beim Geschlechtsverkehr übertragenen Viren können teilweise Tumore verursachen. Die Impfung gegen HPV-Hochrisiko-Typen kann die Infektion mit den gefährlichsten Papillomaviren verhindern. Deswegen rät die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO), Mädchen von 12 bis 17 Jahren vor dem ersten Sex zu impfen.

Gut geschützt gegen Zecken: Für Risikogebiete in Deutschland empfiehlt die STIKO eine Impfung gegen Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME), eine Entzündung des Gehirns oder der Hirnhäute. Sie wird durch FSME-Viren ausgelöst, die vor allem von März bis November durch infizierte Zecken übertragen werden. Die beste Zeit für die Immunisierung ist im Winter. Dann ist der Impfschutz zu Beginn der Zeckenaktivität vorhanden.



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Bastian Fersch /www.baby-und-familie.de; 29.07.2011, aktualisiert am 15.05.2012

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