Schon bei Babys Geburt schlummern 20 Zähnchen im kleinen Kiefer. Der wächst von Anfang an rapide. Meist streben um den sechsten Lebensmonat die ersten Zahnpaare ans Licht: Oft kommen am Anfang die mittleren Schneidezähne, dann die seitlichen Schneide- und danach die Backen- und Eckzähne. Mit einem Jahr haben die meisten Kinder sechs bis acht Zähnchen. Mit etwa zweieinhalb steht das erste Milchgebiss mit 20 Zähnen. Abweichende Zeiten sind aber kein Grund zur Sorge!
So eine Zahngeburt bereitet vielen Babys Probleme, die Symptome sind jedoch individuell verschieden. Manche Kinder werden unruhig, weinerlich, bekommen rote Bäckchen, schlafen schlecht. Druck im Kiefer, geschwollenes Zahnfleisch und entzündete Mundschleimhaut können Unbehagen bereiten. Der Speichelfluss nimmt zu, das Baby sabbert. Es steckt die Finger oder das Fäustchen in den Mund, beißt auf allem herum.
Ihr Baby liebt es jetzt, auf etwas Kaltem zu kauen. Geben Sie ihm daher einen Beißring (aus der Apotheke). Das lindert Druck im Kiefer. Aber: Zu kalt darf der Beißring nicht sein. Legen Sie ihn zum Kühlen bitte nicht ins Gefrierfach, sondern in den Kühlschrank! Zur Abwechslung können Sie Ihrem Kind eine kalte Karotte oder ein Stück Gurke geben.
Entzündungshemmend und lokal schmerzstillend wirken spezielle Zahnungstropfen oder ein Zahnungsgel aus der Apotheke. Tragen Sie das Mittel immer mit dem sauberen Finger oder einem Wattestäbchen auf. Die entzündeten Stellen können Sie auch mit starkem Kamillen- oder Salbeitee betupfen. Diese wirken antibakteriell und entzündungswidrig. Viele Eltern haben auch sehr gute Erfahrungen mit homöopathischen Kügelchen gemacht, die sie ihrem Kleinen beim Zahnen geben.
Eine Legende ist, dass der Durchbruch „Zahnfieber“ oder „Zahnungskrankheiten“ verursacht. Verdauungsprobleme etwa gehen wohl eher darauf zurück, dass Babys Nahrung zu der Zeit oft von Mutter- oder Säuglingsmilch auf Folgekost umgestellt wird. Gehen Sie mit Ihrem Baby zum Arzt, wenn seine Temperatur über 39 Grad Celsius steigt oder unklare Symptome auftauchen – damit keine andere Erkrankung übersehen wird.
Ralf Schlenger / Baby und Familie;
05.08.2010
Bildnachweis: Fotolia/Joanna Zielinska/2009
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