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Vorhautverengung: Therapie

In den meisten Fällen wird eine Vorhautverengung durch eine Operation behandelt. Die klassische Form ist die Beschneidung, aber es stehen auch andere Behandlungsmethoden zur Verfügung

Die Operationstechnik richtet sich nach der Krankheitsursache und danach, wie ausgeprägt die Phimose ist. Es gibt auch Operationsmethoden, bei denen die Vorhaut weitgehend erhalten bleibt. In manchen Fällen kann die Phimose ohne Operation behandelt werden. Die Wahl der Behandlungsmethode hängt vor allem vom Schweregrad der Phimose ab.

Die klassische Behandlung einer Vorhautverengung besteht in der Beschneidung. Dabei wird die Vorhaut durch einen chirurgischen Eingriff vollständig entfernt. Zunächst löst der Chirurg bestehende Verklebungen zwischen Eichel und Vorhaut (Synecholyse). Bei der anschließenden Beschneidung (Zirkumzision) werden zwei Verfahren unterschieden:

1. Die totale Zirkumzision: Die Vorhaut wird hinter der Penisspitze abgesetzt und der Hautschnitt anschließend vernäht.

2. Die Vorhautplastik: Die Vorhaut wird nur teilweise entfernt, sodass eine Vorhautmanschette erhalten bleibt.



Entfernung der Vorhaut: Bei der vollständigen Zirkumzision wird die Vorhaut von der Eichel gelöst und schichtweise umschnitten (oben im Bild). Dann werden die Wundränder vernäht (unteres Bild)

In der Regel ist für die Operation der Phimose ein kurzer ambulanter Krankenhausaufenthalt notwendig. Der Eingriff erfolgt bei meist in einer leichten Vollnarkose, kombiniert mit einer örtlichen Schmerzausschaltung (Lokalanästhesie). Eine ambulante Operation in Lokalanästhesie ist möglich.

Jungen sollten, wenn nicht zwingend erforderlich frühestens im dritten Lebensjahr sowie vor der Pubertät operiert werden. Operiert ein geübter Urologe oder Kinderchirurg, ist die Komplikationsrate der Phimosen-Operation sehr gering.

Jungen mit einer unvollständigen Phimose, bei denen kein eindeutiger Anlass für eine kurzfristige Operation besteht, können auch nicht-operativ behandelt werden. Dabei wird die Vorhaut soweit wie möglich zurückgestreift und über einen Zeitraum von vier bis acht Wochen eine kortisonhaltige Creme auf die Vorhaut aufgetragen.

Wenn das Hautbändchen zwischen Vorhaut und Eichel zu kurz ist, besteht die Therapie der Vorhautverengung in der Durchtrennung des Hautbändchens (Frenulotomie).

Die Präputialverklebung ("natürliche Phimose", siehe Kapitel Ursachen) in den ersten Lebensjahren darf auf keinen Fall behandelt werden. Durch gewaltsames Zurückstreifen der Vorhaut könnten sich Narben bilden, die einer krankhaften Phimose den Weg bereiten.


Die Behandlung der Vorhautverengung hat folgende Ziele:

  • Störungen beim Wasserlassen sollen beseitigt werden.
  • Die Genitalhygiene kann im normalen Umfang stattfinden.
  • Einschränkungen der Sexualität sollen (möglichst vor Eintritt in die Pubertät) beseitigt werden.

Eine Paraphimose ("spanischer Kragen", siehe Kapitel Symptome) muss notfallmäßig behandelt werden. Zunächst versucht der Urologe durch Kompression und Massge eine Reposition. Ist diese nicht möglich, muss der Schnürring durchtrennt werden. Nach Abklingen von Schwellung und Entzündung nimmt der Urologe eine Beschneidung vor.



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www.baby-und-familie.de; 13.09.2005, aktualisiert am 18.01.2012
Bildnachweis: W&B/Szczesny

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