Winzige Patienten: Während die ersten Untersuchungen meist noch im Krankenhaus erfolgen, suchen Eltern ab der U3 den persönlichen Kinderarzt auf
U1 – Willkommen im Leben: Der Check nach der Geburt
Wann findet sie statt? Diese Untersuchung erfolgt in den ersten Minuten nach der Geburt – je nach Entbindungsort entweder im Kreißsaal, im Geburtshaus oder zu Hause.
Was passiert da? Arzt oder Hebamme untersuchen, ob das Baby die Geburt gut überstanden hat. Sie horchen Herz und Lunge ab, kontrollieren Atmung, Farbe und Durchblutung der Haut sowie Muskelspannung und angeborene Reflexe. Außerdem überprüfen sie, ob das Kleine mit Fehlbildungen, Gelbsucht oder Schwellungen zur Welt gekommen ist und ob es die volle Reife erreicht hat. Zudem werden Körperlänge, Gewicht und Kopfumfang gemessen. Etwas Blut aus der durchtrennten Nabelschnur kann weitere Informationen, zum Beispiel über die Sauerstoffversorgung während der Geburt geben. Und: Um inneren Blutungen vorzubeugen, bekommt das Neugeborene Vitamin K-Tropfen.
Gut zu wissen: Als Bewertungssystem für die erste Vorsorgeuntersuchung wird der so genannte APGAR-Test genutzt. Er geht auf die amerikanische Geburtshelferin Virginia Apgar zurück, die diesen ersten Check in den 50er Jahren entwickelt hat. Ein Punktesystem gibt über die Gesundheit des Säuglings Auskunft. Werden neun von zehn Punkten erreicht, spricht das für einen optimalen Zustand des Babys. Die Bezeichnung APGAR setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der Wörter Atmung, Puls, Grundtonus, Aussehen und Reflexe zusammen.
U2 – Erster ausführlicher Termin beim Kinderarzt
Wann findet sie statt? Der Termin ist zwischen dem dritten und zehnten Lebenstag. Sind Mutter und Kind noch in der Klinik, wird dort untersucht. Wurde das Baby zu Hause geboren oder ist es bereits aus dem Krankenhaus entlassen, wird ein Termin beim Kinderarzt fällig. Deshalb nicht vergessen, sich rechtzeitig anzumelden!
Was passiert da? Dies ist die erste richtig ausführliche kinderärztliche Untersuchung. Jetzt werden Organe, Geschlechtsteile, Haut und Gelenke unter die Lupe genommen. Der Arzt kontrolliert außerdem Verdauungstätigkeit und die Reflexe. Seit 2009 hat jedes Neugeborene Anspruch auf ein Hörscreening. Dabei wird das Hörvermögen des Babys überprüft. Auch eine mögliche Neugeborenen-Gelbsucht sollte jetzt ausgeschlossen bzw. behandelt werden.
Gut zu wissen: Zwischen dem zweiten und dritten Lebenstag ist auch der beste Zeitpunkt für das Neugeborenen-Screening. Wenige Blutstropfen aus der Ferse des Säuglings können über mögliche Stoffwechseldefekte und Hormonstörungen Auskunft geben. Wenn erkrankte Kinder sofort behandelt werden, können sie sich in vielen Fällen normal entwickeln.
U3 – Schlafen, trinken, impfen: Jetzt ist Zeit für Fragen
Wann findet sie statt? In der vierten bis fünften Lebenswoche – frühestens in der dritten, aber spätestens in der achten – sollte dieser Vorsorgetermin wahrgenommen werden.
Was passiert da? Hat sich das Baby in den vergangenen Wochen altersgerecht entwickelt? Der Arzt versucht diese Frage zu klären, indem er routinemäßig Größe, Gewicht und Kopfumfang misst. Außerdem werden ein weiteres Mal Körperfunktionen, Reflexe und die äußeren Geschlechtsorgane überprüft. Zu dieser Untersuchung gehört es auch, das Hüftgelenk mit dem Ultraschallgerät auf mögliche Reifungsverzögerungen hin zu überprüfen – der Kinderarzt führt diese Untersuchung oft selbst aus, manchmal überweist er auch. Eventuelle Fehlstellungen des Hüftgelenks können jetzt noch leicht korrigiert werden.
Gut zu wissen: Jetzt ist eine gute Gelegenheit, Fragen über bevorstehende Impfungen zu stellen. Mit ihnen sollten Sie zu Beginn des dritten Lebensmonats anfangen, da dann allmählich der Nestschutz nachlässt. Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts empfiehlt als erstes die so genannte Sechsfach-Impfung gegen Wundstarrkrampf, Diphtherie, Kinderlähmung, Hib (Haemophilus influenzae Typ b), Keuchhusten und Hepatitis B. Für Risikokinder, die zum Beispiel unter chronischen Krankheiten leiden, empfiehlt die STIKO außerdem die Impfung gegen Pneumokokken. Eltern, die sich unsicher fühlen, sollten sich ausführlich vom Arzt beraten lassen.
www.baby-und-familie.de;
10.10.2005, aktualisiert am 27.06.2010
Bildnachweis: W&B/ Winfried Fischer
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