| Die neurologisch bedingten Störungen der Motorik entwickeln sich, obwohl der Hirnschaden nicht weiter fortschreitet, in der Regel langsam im Laufe des ersten und zweiten Lebensjahres. Zuerst fällt meist auf, dass die betroffenen Kinder in der Entwicklung ihrer motorischen Fähigkeiten hinter anderen Kindern ihres Alters zurückbleiben. Sie krabbeln nicht richtig, auch beim Liegen fällt eine seltsame Haltung auf. Die Koordination ihrer Bewegungen funktioniert nicht reibungslos. Nach Ende des ersten Lebensjahres werden dann die verschiedenen Muster der Bewegungsstörung deutlicher. Mit mehr als 70 Prozent dominieren die spastischen Lähmungen. Eine Spastik ist dadurch gekennzeichnet, dass die Grundspannung der Muskeln (der so genannte Tonus) erhöht ist. Die Muskeln ziehen sich leicht unkontrolliert zusammen, lassen sich aber nur schwer wieder lösen. Am Arm betrifft die Spastik meist die für die Beugung zuständigen Muskeln, am Bein die für die Streckung, am Rumpf die Rückenmuskulatur mit der Folge der Überstreckungstendenz. Je nachdem, wo und wie schwer das Gehirn geschädigt ist, haben die Kleinen die spastische Lähmung an den Armen oder Beinen, auf eine Seite beschränkt oder beidseitig. Es fällt den Kleinen schwer, die Balance zu halten, ihr Kopf schwankt hin und her. Eine andere, seltenere Erscheinungsform ist die Athetose, die sich meist erst nach dem ersten Geburtstag zeigt. Die Kinder machen unkontrollierte weit ausholende Bewegungen, und haben große Mühe beim Sprechen. In den meisten Fällen treten die verschiedenen Erscheinungsbilder kombiniert auf, wobei die Gewichtung der einzelnen Symptome unterschiedlich sein kann. |
Mögliche Folgeerkrankungen und Komplikationen Oftmals beeinträchtigt die Schädigung des Gehirns nicht nur die motorischen Fähigkeiten der betroffenen Kinder und es treten zusätzliche Störungen auf. Etwa zwei Drittel leiden auch unter einer geistigen Behinderung, die Sprachentwicklung kann verzögert sein, Hör- und Sehstörungen sind häufig. Auch psychische Anfälligkeiten sind im Rahmen der zerebralen Bewegungsstörung zu beobachten. Als Begleiterkrankung kann eine Epilepsie auftreten. Wird sie nicht ausreichend behandelt oder lassen sich die Anfälle durch Medikamente nicht ausreichend beherrschen, besteht die Gefahr, dass das Gehirn durch häufig wiederkehrende epileptische Anfälle weiter geschädigt wird. Durch die mit der Spastik verbundene übergroße Muskelspannung kann es zur Verkürzung von Sehnen und in der Folge zu bleibenden Fehlstellungen, sogenannten Kontrakturen, kommen, durch die die Bewegungsmöglichkeiten der Kinder weiter eingeschränkt werden. |
Quelle: surfmed; 13.09.2005, aktualisiert am 27.06.2010
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