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So schützen Sie Ihr Kind vor Missbrauch

Laut Statistik werden jährlich etwa 15.000 Kinder Ofer von sexuellem Missbrauch, die Dunkelziffer ist um ein Vielfaches höher. So beugen Eltern vor

Frau Enders, wie können Eltern ihre Kinder vor Missbrauch schützen?

Es geht nicht darum, Kinder mit Worten zu warnen. Prävention von sexuellem Missbrauch ist vor allem eine Erziehungshaltung. Eltern sollten ihren Kindern etwa die Botschaften vermitteln „Niemand hat das Recht, dich gegen deinen Willen zu berühren“ und „Hilfe holen ist kein Petzen“. Ihre Gefühle sollten ernst genommen werden. Dazu gehört auch, dass sie nicht gestreichelt werden, wenn sie dies nicht mögen.

Was bringt es, wenn ich mein Kind davor warne, mit Fremden mitzugehen?

Nichts. Es schadet sogar. Zum einen, weil es vor dem falschen Täter warnt. Missbrauch findet fast immer durch dem Kind bekannte Personen statt, Fremdtäter sind nur in etwa vier Prozent der Fälle beteiligt. Zum anderen verängstige ich Kinder mit dieser Warnung, und Angst lähmt. Kinder, die vor Missbrauch gewarnt wurden, erschrecken, wenn sie sich in so einer Situation wiederfinden. Sie erstarren und können sich nicht wehren.


Wie gehen Täter vor?

Täter beginnen in der Regel mit kleinen Grenzüberschreitungen. Dabei testen sie, welche Kinder Widerstand leisten und welche nicht. Manche freunden sich gezielt mit den Eltern an. Die Täter erlegen dem Kind Schweigegebote auf wie „Wenn du etwas verrätst, hat deine Mama dich nicht mehr lieb“. Viele Mütter und Väter beobachten, dass sich jemand komisch verhält, aber äußern ihren Verdacht nicht. Die Täter testen die Eltern sogar. Wenn Eltern sich aktiv für die Grenzachtung ihrer Kinder einsetzen und auch offen sagen: „Ich möchte nicht, dass du mein Kind so über den Kopf streichelst“, dann schrecken die Täter zurück.

Vielen Eltern fällt es heute schwer, Vereinen, Kirchen und Schulen noch zu vertrauen. Was raten Sie?

Ich würde als Mutter oder Vater nachfragen, welche Regeln es zum Umgang mit Nähe und Distanz gibt. Ideal wäre es, wenn die Rechte des Nachwuchses festgehalten werden. Zum Beispiel: Jedes Kind hat das Recht, sich in Ruhe umzukleiden und allein auf die Toilette zu gehen. In vielen Institutionen gibt es solche Regeln nicht. Da würde ich mich engagieren, sie zu schaffen.

Woran erkennen Eltern, ob ihr Kind betroffen ist?

Vielen Kindern merkt man gar nichts an. Aber fast alle versuchen, dem Täter auszuweichen.

Unsere Expertin:


Ursula Enders ist Diplom-Pädagogin und Gründerin von Zartbitter e.V., einer Informationsstelle gegen sexuellen Missbrauch an Mädchen und Jungen in Köln




Bildnachweis: W&B/Privat/Manfred Linke, Image Source/RYF

Peggy Elfmann, Baby und Familie; 09.08.2010, aktualisiert am 09.08.2012
Bildnachweis: W&B/Privat/Manfred Linke, Image Source/RYF

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