U4 – Kopf hoch: Die Motorik wird immer wichtiger
Wann findet sie statt? Zwischen dem dritten und vierten Lebensmonat ist Zeit für diese Untersuchung.
Was passiert da? Neben den Routine-Messungen von Gewicht und Größe ist es nun besonders das Hörvermögen, das den Arzt interessiert. Daneben achtet er vor allem auf die Bewegungsfähigkeit (Motorik) und auf mögliche Fehlhaltungen der Hüfte. Viele Untersuchungselemente führt der Kinderarzt spielerisch durch, so dass sie die Eltern gar nicht als solche erkennen. So wird zum Beispiel beobachtet, ob das Baby einem Gegenstand, der sich vor ihm bewegt, mit den Augen folgen kann. Oder ob es seinen Kopf selbst halten kann, wenn man es an den Armen hochzieht. Auch sollte das Baby jetzt schon Brabbellaute von sich geben können. Außerdem wird im dritten Monat in der Regel mit den Routine-Impfungen begonnen.
Gut zu wissen: Durchaus möglich, dass der Arzt wissen möchte, wie sich Schlaf-und Trinkverhalten, Verdauung etc. entwickelt haben. Darauf sollten die Eltern vorbereitet sein. Gibt es also auf einem Gebiet zu Hause größere Probleme, dann ist es sehr hilfreich, wenn die Eltern sich bereits ausführliche Notizen dazu gemacht haben und zum Beispiel ein Protokoll der Schlaf- bzw. Essenszeiten vorlegen können.
U5 – Augen, Ohren und Körperbeherrschung prüft der Arzt erneut
Wann findet sie statt? Ist das Baby sechs bis sieben Monate alt, steht diese Untersuchung beim Kinderarzt an.
Was passiert da? Das erste halbe Jahr ist vorbei. Jetzt rückt allmählich die Beurteilung der motorischen und geistigen Entwicklung in den Mittelpunkt. Nach den üblichen Routinemessungen (Gewicht, Größe usw.) will der Arzt deshalb wissen, wie es um die Beweglichkeit und Körperbeherrschung des Kleinen steht. Kontrolliert wird zum Beispiel die „Sprungbereitschaft“. Dazu hält der Kinderarzt das Baby unter dem Bauch fest und neigt es langsam nach vorn. Stützt es sich mit den Armen ab, heißt das: alles bestens. Ebenfalls von Interesse: Klappt die Rolle vom Rücken auf den Bauch bereits im Alleingang? Bei all diesen Fragen gilt allerdings: Die Spannbreite des Normalen ist sehr groß. Kinder entwickeln sich in sehr unterschiedlichem Tempo, und die eine oder andere Verzögerung muss noch lange kein Grund zur Besorgnis sein. Und: Der Arzt will keine Höchstleistungen, sondern vielmehr den Alltag sehen! Auch die Funktion von Augen und Ohren nimmt der Arzt nochmals ins Visier. Schielt das Baby oder hat es eine andere Fehlsichtigkeit? Ein einfacher Hörtest zeigt, ob das sogenannte „Richtungshören“ funktioniert.
Gut zu wissen: Bei diesem Vorsorgetermin ist für den Pädiater auch die Entwicklung der Sprache von Interesse. Da es manchen Kindern aber aus Respekt vor der ungewohnten Situation "die Sprache verschlägt", lohnt es sich, wenn die Eltern dem Kleinen in den Wochen vor der Untersuchung genauer zuhören. Dann können sie dem Arzt zumindest von den ersten Lauten und Wörtern berichten.
U6 – Aufs Ganze: Intensiv-Check vor dem ersten Geburtstag
Wann findet sie statt? Die „Einjahresuntersuchung“ ist zwischen dem zehnten und zwölften Monat dran.
Was passiert da? Sprachentwicklung und Körperkoordination stehen im Mittelpunkt: Der Kinderarzt beobachtet, ob das Baby krabbeln und bereits mit gestrecktem Rücken frei sitzen kann. Vielleicht ist es sogar schon in der Lage, sich selbst in den Stand hochzuziehen und zu stehen. Auch die sprachlichen Fortschritte werden begutachtet, genauso wie das Spielverhalten. Zudem überprüft der Arzt, ob das Kleine mit Daumen und Zeigefinger Dinge greifen kann.
Gut zu wissen: Das Kind brüllt wie am Spieß, wenn sich der Kinderarzt auch nur nähert? Keine Sorge – das ist ganz normal. Da diese Untersuchung ziemlich genau mit der „Fremdelphase“ zusammenfällt, protestieren viele Kinder mehr oder weniger lautstark.
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11.10.2005, aktualisiert am 27.06.2010
Bildnachweis: PhotoDisc/RYF
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