Anmelden | Registrieren
Drucken

Plötzlicher Säuglingstod: Der Einfluss der Schlafposition

Manche Babys schlafen gerne auf dem Bauch. Ein Experte erklärt, wann das ein Grund zur Sorge ist


Dreht sich das Kleine auf den Bauch, kann es sich manchmal nicht mehr auf den Rücken wenden

Das Kleine ist gerade mal vier Monate alt, und schon dreht es sich auf den Bauch. Zur Freude der Eltern! Nur nachts ist das Mutter und Vater gar nicht recht. Denn am besten sind die Babys vor dem plötzlichen Säuglingstod geschützt, wenn sie auf dem Rücken schlafen. Aber was tun mit den beweglichen Winzlingen?


„Kann sich das Kind schon alleine auf den Bauch wenden, heißt das leider nicht immer, dass es sich auch selbst zurückdrehen kann“, sagt Professor Gerhard Jorch, Direktor der Universitätskinderklinik Magdeburg. Das sei tatsächlich ein Risiko für den Kindstod, an dem in Deutschland jährlich rund 200 Kinder sterben. Das Hin-und-her-Wenden lernen die Kleinen unterschiedlich schnell – meist zwischen dem fünften und neunten Monat. „Werden sie geschickter, können sie sich auch alleine aus der Bauchlage befreien, und das Risiko für den plötzlichen Säuglingstod sinkt“, so der Kinderarzt.


Aus Sorge um ihr Baby lassen sich Eltern in der Übergangszeit oft eine Menge einfallen. Sie binden die Kleinen am Bett fest oder bauen Festungen aus Kissen, damit der Nachwuchs sich nicht auf den Bauch drehen kann. „Mit solchen Maßnahmen sollte man vorsichtig sein. Die Babys können in den Kissenbergen versinken oder sich festschnüren“, warnt Jorch, selbst Vater von neun Kindern. Er lehne die Methoden auch ab, weil es keine wissenschaftlichen Daten darüber gebe. Aber was dann tun? „Das Umdrehen zu unterbinden ist schlicht nicht möglich“, sagt der Kinderarzt.


Ein Schlafsack, in dem das Baby schlummert, erschwert das Wenden zumindest ein wenig. Diesen zu benutzen wird sowieso empfohlen, da das Kind darin nicht so leicht überhitzt wie unter einer Decke. Wichtig ist zudem, dass Eltern den Nachwuchs im ersten Lebensjahr konsequent auf dem Rücken schlafen legen. So gewöhnt es sich an die Position. Der beste Schlafplatz fürs Neugeborene ist das eigene Bettchen im Elternschlafzimmer. So bekommen Mutter und Vater mit, wenn es ihm nicht gut geht. Und weder Kopfkissen, Schaffell noch Kuscheltiere gehören ins Bett. „Denn gerade wenn Babys auf dem Bauch liegen, besteht die Gefahr, dass sie ihren Kopf darin vergraben, schlechter Sauerstoff aufnehmen und zudem überhitzen“, erklärt Experte Jorch. Beides erhöht das Risiko für den plötzlichen Kindstod.


Fällt Eltern nachts auf, dass das Baby unbequem auf dem Bauch liegt, rät der Experte, es zurückzudrehen. Was aber nicht heißt, dass Mutter und Vater sich stündlich den Wecker stellen sollten, um nachzuschauen. „Auch eine maschinelle Überwachung ist nur bei Risikokindern zu empfehlen, also in Familien, in denen bereits Babys am plötzlichen Kindstod gestorben sind“, so Jorch.


Sinnvoller ist es, die Kinder fit zu machen, sie also tagsüber ab dem zweiten, dritten Monat öfter auf den Bauch zu legen. Natürlich unter Aufsicht. So trainieren sie ihre Bauch-, Rücken- und Armmuskeln und können sich besser abstützen, wenn sie auf dem Bauch liegen. Auch das Hin-und-her-Drehen lernen sie so schneller.



Tina Haase / Baby und Familie; 30.08.2010, aktualisiert am 31.08.2010
Bildnachweis: Picture Press GmbH/Bernhard Koenig

Welche Art der Geburt bevorzugen Sie?

Memo-Spiele

Unsere Kartenaufdeck-Spiele, das ähnlich wie das klassische Memory® funktioniert »

Auf www.apotheken-umschau.de

Medikamentencheck

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen von Arzneien überprüfen »

© Wort & Bild Verlag GmbH & Co KG

Weitere Online-Angebote des Wort & Bild Verlages

Apotheken Umschau mit den Themen Krankheiten von A-Z, Symptome, Medikamentencheck, Laborwerte, Heilpflanzen, Hausapotheke, Abnehmen, Gesundheitsvideos, Arzt- Apothekensuche, Gehirn-Jogging und Sport
Senioren Ratgeber mit Informationen rund um Krankheiten, Medikamente, gesund alt werden, altersgerechtes Wohnen, Pflege und Finanzen
Diabetes Ratgeber mit den Schwerpunkten Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2: Symptome, Behandlung und Ernährung bei Zuckerkrankheit