Drucken

Morgenmuffel oder Frühaufsteher? Meine Tochter ist beides!

Kolumne: Gerade hat sich Autorin Sandra Schmid an das frühe Aufstehen ihrer Tochter gewöhnt, da mutiert die Fünfjährige von einem Tag auf den anderen zum Langschläfer


So müde! Manchmal kommen Kinder morgens nicht aus dem Bett, an anderen Tagen sind sie schon vor Sonnenaufgang hellwach

Wenn ich etwas auf den Tod nicht ausstehen kann, dann sind das dauergähnende Langschläfer. Und was ich noch viel weniger mag, sind quirlige Frühaufsteher. Sie sehen darin einen zum Himmel schreienden Widerspruch? Ich nicht. Denn meine Tochter ist beides. Immer abwechselnd. Alle sechs Monate neu. Einmal Murmeltier, einmal früher Vogel. Die Krux: Immer, wenn ich mich gerade an das christliche Langschläferverhalten gewöhnt habe, läutet sie wie aus heiterem Himmel die 5:30-Uhr-Phase ein.


Vom Morgenmuffel zum frühen Vogel – und zurück

Wenn es wenigstens komfortable Gewöhnungsphasen zwischen den wechselnden Schlafkulturen geben würde. Aber nein, das kommt immer ruckartig wie ein Stromschlag. So geschehen beispielsweise vor einem halben Jahr. Nach einer entspannten Zeit mit einem 8-Uhr-Durchschlafkind war es mal wieder so weit. Stunden vor Sonnenaufgang stand eine hellwache Fünfjährige vor meinem Bett. Fit wie ein Turnschuh. Die ersten Wochen der frühen Bettflucht waren wie immer eine Qual. Mehr tot als lebendig habe ich das morgendliche Müsli angerührt und in Trance die Zähne geputzt. Aber langsam gewöhnte ich mich wieder daran, mit nur einem geöffneten Auge Messer und Butter zu koordinieren und meiner Tochter in halbwachem Zustand einen einigermaßen adretten Pferdeschwanz zu binden.

Vier Monate später war ich wieder ein Profi in Sachen Early-Bird. 5:30 Uhr, ohne Augenringe den Sonnenaufgang angucken und vor dem Kindergarten Bibi Blocksberg hören. Gute Laune inklusive. Und dann, an einem dunklen Dienstagmorgen im April: nichts als ein geraunztes „Grmpfh“ aus dem Kinderbett.


Frau Sandra Schmid, Autorin

Sandra Schmid ist Mutter der fünfjährigen Leni und freie Autorin

Wie bitte? „Mama, ich bin noch so müde, lass mich bitte schlafen.“ Da war er wieder. Der Wechsel des Grauens. Das wusste ich genau, als ich in meinen Bugs-Bunny-Pantoffeln vor dem friedlich ratzenden Kind stand.

Mama, steh auf, du Langschläfer!

Seitdem ist es eine wahre Tortur, meine Tochter aus den Federn zu bringen. Lieblingsfrühstück, Sonnenaufgang, Bettdeckenentzug. Nichts kann dieses Mädchen vor acht Uhr aus dem Tiefschlaf wecken. Inzwischen habe ich mich daran gewöhnt, alleine kakaotrinkend Bibi Blocksberg zu hören – um halb sechs Uhr morgens. Aber mir schwant schon jetzt: Die nächsten Monate werde ich damit verbringen, mich ebenfalls an die späte Auftstehzeit zu gewöhnen. Und wenn ich es dann geschafft habe, ist wieder Hausgeist-Alarm vor Sonnenaufgang: „Mama! Steh auf, du Langschläfer!“




Bildnachweis: W&B/Privat, Thinkstock/iStockphoto

Sandra Schmid / www.baby-und-familie.de; aktualisiert am 14.03.2013, erstellt am 29.05.2012
Bildnachweis: W&B/Privat, Thinkstock/iStockphoto

© Wort & Bild Verlag Konradshöhe GmbH & Co. KG

Weitere Online-Angebote des Wort & Bild Verlages