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Körperpflege für Kinder leicht gemacht

Haare waschen, Nägel schneiden und Co. ist für viele Kinder ein Graus. Tipps und Tricks wie Sie sich die Pflege Ihrer Kleinsten erleichtern, erfahren Sie hier


Bei Haarwasch-Dramas hilft manchmal nur noch eine Taucherbrille.

So sehr wir Erwachsenen Körperpflegerituale lieben und genießen können, so sehr verabscheuen kleine Kinder oftmals diese Prozeduren. Sind doch diverse Pflegemanöver meist mit Stillsitzen oder unangenehmem Herumgezerre an Haar und Haut verbunden.

Haare waschen

Solange Kinder noch keine oder kaum Haare haben, geht das mit der Kopfwäsche meist recht einfach und schnell: einmal kurz mit dem nassen Waschlappen drüber, fertig. Sobald die Kleinen aber die Haarreinigung mit Shampoo benötigen, geht die Tragödie im Badezimmer los: Weinen, schreien und sich Sträuben macht das regelmäßige Haare waschen zu einer regelrechten Tortur. Da ist einerseits das Shampoo, das in die Augen laufen und dort furchtbar brennen kann. Und da ist außerdem das Wasser, welches über Kopf, Nase, Mund läuft. Öffnen die Kinder dann panisch den Mund, wird aus einer simplen Haarwäsche schnell ein großes Drama.


Diese Tricks helfen:

  • Benutzen Sie auf alle Fälle ein mildes Kindershampoo, welches möglichst nicht in den Augen brennt.
  • Je kleiner die Kinder sind, umso wichtiger ist es, dass sich Mama oder Papa auch mal mit in die Badewanne setzen. Zeigen Sie Ihrem Kind, dass es keine Angst vor Wasser im Gesicht oder auf dem Kopf haben muss. Nehmen Sie einen voll gesogenen Waschlappen und drücken ihn über dem eigenen Kopf aus. Oder lassen Sie sich im Gegenzug von Ihrem Kind einmal einshampoonieren. Führen Sie Ihrem Kind vor, wie lustig das Spiel mit dem Wasser sein kann.
  • Ablenkung ist ein wichtiger Faktor: Lustige Wasserspielsachen, aber auch kleine Wettstreite („Wie lange kannst du an die Decke schauen ohne dich zu bewegen?“) können sehr hilfreich sein.
  • Wenn gerade die Augen ein kritisches Thema sind und es mit dem Augen zuhalten nicht klappt, dann kaufen Sie ihrem Kleinen einfach eine kleine Taucherbrille oder ein so genanntes Shampoo-Schutzschild.
  • Zum Ausspülen des Shampoos in der Badewanne „Rückenschwimmen“ trainieren. So kommt beim sanften Ausspülen auch mit Sicherheit kein Wasser in die Augen.

Tipp von Irmi Müller-Gorman, Kinderkrankenschwester am Dr. von Haunerschen Kinderspital in München: „Man sollte Kinder schon im Babyalter an das Gefühl von Wasser im Gesicht gewöhnen. Am besten bei jedem Bad als Abschluss etwas Wasser über das Gesicht des Kindes laufen lassen, dann haben die meisten Kinder auch im späteren Alter kein Problem mehr damit.“

Haare kämmen

Mit dem erfolgreichen Haare waschen ist es aber noch nicht getan. Denn nach der Kopfreinigung kommt das Kämmen. Bei kurzhaarigen Jungs oder Mädchen kein Problem. Was aber, wenn die kleine Prinzessin auf ihre langen, womöglich auch noch dicken, lockigen Haare besteht? Da kann es nicht nur nach dem Haare waschen, sondern auch allmorgendlich zu einem Ziep-Elend kommen. Unzählige Knötchen machen aus jedem Kammstrich eine Tortur.

Diese Tricks helfen:

  • Da die Kopfhaut von Kindern empfindlich ist, sollte man unbedingt darauf achten, dass keine Kämme aus Plastik oder Bürsten mit harten Zinken benutzt werden. Am besten auf eine Bürste mit Naturborsten umsteigen. Das verringert schon mal den ersten Schmerz, da die Bürste über die großen Knoten wegbürstet. Dauert zwar insgesamt etwas länger, schmerzt aber weniger.
  • Auch hier gilt: Ablenkung! Während Sie Ihre Tochter kämmen, kann sie zum Beispiel parallel eine ihrer Puppen bürsten.
  • Abends die Kinder mit einem geflochtenen Zopf ins Bett gehen lassen, dann sind die Haare am nächsten morgen nicht so verknotet.


Haare schneiden

Für manche Kinder hat die Erwähnung des Reizwortes „Friseur“ eine ähnliche Wirkung wie die des Zahnarztes. Stillsitzen, nicht bewegen und dabei an sich rummachen lassen – das finden die meisten Kinder gar nicht toll. Auch wenn die Mama zu Hause mit der Schere kommt, ist es oft nicht besser.

Diese Tricks helfen:

  • Für zu Hause: Während Mama schneidet, kann ein Buch, ein Film oder ein Gespräch mit einem anderem Familienmitglied etwas ablenken.
  • Gutes Handwerkzeug (Friseurschere, Kamm mit feinen Zinken, evtl. Haarschablonen) erleichtert und beschleunigt damit das lästige Schneiden.
  • Vor dem ersten Gang zum Friseur, einfach das Kind vorher schon einmal zum Erwachsenen-Friseurtermin mitnehmen und zuschauen lassen. Außerdem: Echte Profis aus dem Haarsalon können meist mit unruhigem Gewackel von Kindern gut umgehen.

Tipp der Kinderkrankenschwester: „Ablenkung ist das Zauberwort: Vorlesen oder etwas anschauen lassen sind die besten Mittel, damit das Kind für die meist eh zeitlich überschaubare Dauer eines Haarschnitts beim Friseur still hält.“

Nägel schneiden

Kindern ist es ziemlich egal, ob ihre Fingernägel zu lang, krumm oder schmutzig sind. Eine regelmäßige Nagelpflege ist aber schon aufgrund der Verletzungsgefahr nötig.

Diese Tricks helfen:

  • Wie bei allen anderen Pflegebehandlungen auch: Bei Mama oder Papa zuschauen lassen und zeigen, dass es gar nicht weh tut.
  • Am besten das Kind auf den Schoß nehmen und quasi von hinten die Hände oder Füße nehmen und vorsichtig die Nägel schneiden.
  • Unbedingt eine abgerundete Schere extra für Babys und Kinder benutzen.
  • Auch hier wieder: Ablenkung in Form von Hörspielen oder ähnlichem wirkt Wunder.
  • Im Notfall hilft auch eine kleine Belohnung als Ansporn zum Stillhalten.

Tipp der Kinderkrankenschwester: „Manchmal ist es einfacher, wenn man erst einmal auf die Schere verzichtet und die Nägel der Kinder nur feilt. Am Anfang kann es auch empfehlenswert sein, den Kindern die Nägel zu schneiden, während sie schlafen.“

Ohren putzen

Wir Erwachsenen nehmen gerne mal ein Wattestäbchen und säubern uns die Ohren. Wenn es unangenehm wird, spüren wir das und können es kontrollieren. Bei Kindern sieht das anders aus. Hier sollte man es tunlichst vermeiden mit einem herkömmlichen Wattestäbchen die Gehörgänge vom Ohrenschmalz zu befreien.

Diese Tricks helfen:

  • Stören Sie sich nicht zu sehr an Ohrenschmalz. Denn im Endeffekt befeuchtet es die Haut im Gehörgang und entfernt unter anderem Staub und Schmutz aus dem Ohr.
  • Mit einem Feuchttuch oder einem weichen Waschlappen ganz sanft die Ohrmuschel reinigen. Nicht bohren oder etwas Spitzes in den Gehörgang zwängen. Nur dort säubern, wo man mit dem Finger leicht hinkommt.

Tipp der Kinderkrankenschwester: „Viel wichtiger als die Pflege im Ohr ist die Pflege hinter dem Ohr. Das vergessen viele Eltern immer. Am besten ein Kosmetiktuch mit etwas Öl beträufeln und die schmutzigen Ränder hinter dem Ohr reinigen.“

Nase putzen

Wenn Mama mit dem Taschentuch kommt, würden die meisten Kinder am liebsten Reißaus nehmen. Ganz abgesehen davon, dass die Sprösslinge lange Zeit erst einmal gar nicht wissen wie Schnäuzen überhaupt funktioniert.

Diese Tricks helfen:

  • Auch hier hilft wieder: Vormachen! Holen Sie tief Luft und blasen Sie die Luft aus der Nase raus, so dass Ihr Kind sehen kann, worauf es ankommt. Üben Sie das am besten zu Zeiten, wo Ihr Kind gerade nicht verschnupft ist.
  • Nasenballons aus der Apotheke: Ähnlich den normalen Luftballons werden die Stutzen dieser Dinger in ein Nasenloch gesteckt und dann durch das Zuhalten des anderen Naseloches durch die ausgepustete Luft aufgeblasen. Für Kinder ab drei Jahren geeignet.
  • Um Schnäuzen zu lernen, empfehlen sich diverse Übungsspiele wie zum Beispiel das Wegblasen (durch die Nase!) eines Wattebausches oder einer kleinen Daunenfeder.
  • Geduld haben: Die meisten Kinder lernen erst mit etwa vier Jahren selbständig zu schnäuzen.

Tipp der Kinderkrankenschwester: „Kinder tolerieren Finger oft eher als Taschentücher. Deswegen empfehle ich die Nase des Kindes am Waschbecken mit Wasser zu waschen und vorsichtig mit den Fingern zu reinigen.“




Bildnachweis: Fotolia/ Wojcieck Gajda

Sandra Schmid / www.baby-und-familie.de; erstellt am 17.05.2011
Bildnachweis: Fotolia/ Wojcieck Gajda

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