So sehr wir Erwachsenen Körperpflegerituale lieben und genießen können, so sehr verabscheuen kleine Kinder oftmals diese Prozeduren. Sind doch diverse Pflegemanöver meist mit Stillsitzen oder unangenehmem Herumgezerre an Haar und Haut verbunden.
Haare waschen
Solange Kinder noch keine oder kaum Haare haben, geht das mit der Kopfwäsche meist recht einfach und schnell: einmal kurz mit dem nassen Waschlappen drüber, fertig. Sobald die Kleinen aber die Haarreinigung mit Shampoo benötigen, geht die Tragödie im Badezimmer los: Weinen, schreien und sich Sträuben macht das regelmäßige Haare waschen zu einer regelrechten Tortur. Da ist einerseits das Shampoo, das in die Augen laufen und dort furchtbar brennen kann. Und da ist außerdem das Wasser, welches über Kopf, Nase, Mund läuft. Öffnen die Kinder dann panisch den Mund, wird aus einer simplen Haarwäsche schnell ein großes Drama.
Diese Tricks helfen:
Tipp von Irmi Müller-Gorman, Kinderkrankenschwester am Dr. von Haunerschen Kinderspital in München: „Man sollte Kinder schon im Babyalter an das Gefühl von Wasser im Gesicht gewöhnen. Am besten bei jedem Bad als Abschluss etwas Wasser über das Gesicht des Kindes laufen lassen, dann haben die meisten Kinder auch im späteren Alter kein Problem mehr damit.“
Haare kämmen
Mit dem erfolgreichen Haare waschen ist es aber noch nicht getan. Denn nach der Kopfreinigung kommt das Kämmen. Bei kurzhaarigen Jungs oder Mädchen kein Problem. Was aber, wenn die kleine Prinzessin auf ihre langen, womöglich auch noch dicken, lockigen Haare besteht? Da kann es nicht nur nach dem Haare waschen, sondern auch allmorgendlich zu einem Ziep-Elend kommen. Unzählige Knötchen machen aus jedem Kammstrich eine Tortur.
Diese Tricks helfen:
Haare schneiden
Für manche Kinder hat die Erwähnung des Reizwortes „Friseur“ eine ähnliche Wirkung wie die des Zahnarztes. Stillsitzen, nicht bewegen und dabei an sich rummachen lassen – das finden die meisten Kinder gar nicht toll. Auch wenn die Mama zu Hause mit der Schere kommt, ist es oft nicht besser.
Diese Tricks helfen:
Tipp der Kinderkrankenschwester: „Ablenkung ist das Zauberwort: Vorlesen oder etwas anschauen lassen sind die besten Mittel, damit das Kind für die meist eh zeitlich überschaubare Dauer eines Haarschnitts beim Friseur still hält.“
Nägel schneiden
Kindern ist es ziemlich egal, ob ihre Fingernägel zu lang, krumm oder schmutzig sind. Eine regelmäßige Nagelpflege ist aber schon aufgrund der Verletzungsgefahr nötig.
Diese Tricks helfen:
Tipp der Kinderkrankenschwester: „Manchmal ist es einfacher, wenn man erst einmal auf die Schere verzichtet und die Nägel der Kinder nur feilt. Am Anfang kann es auch empfehlenswert sein, den Kindern die Nägel zu schneiden, während sie schlafen.“
Ohren putzen
Wir Erwachsenen nehmen gerne mal ein Wattestäbchen und säubern uns die Ohren. Wenn es unangenehm wird, spüren wir das und können es kontrollieren. Bei Kindern sieht das anders aus. Hier sollte man es tunlichst vermeiden mit einem herkömmlichen Wattestäbchen die Gehörgänge vom Ohrenschmalz zu befreien.
Diese Tricks helfen:
Tipp der Kinderkrankenschwester: „Viel wichtiger als die Pflege im Ohr ist die Pflege hinter dem Ohr. Das vergessen viele Eltern immer. Am besten ein Kosmetiktuch mit etwas Öl beträufeln und die schmutzigen Ränder hinter dem Ohr reinigen.“
Nase putzen
Wenn Mama mit dem Taschentuch kommt, würden die meisten Kinder am liebsten Reißaus nehmen. Ganz abgesehen davon, dass die Sprösslinge lange Zeit erst einmal gar nicht wissen wie Schnäuzen überhaupt funktioniert.
Diese Tricks helfen:
Tipp der Kinderkrankenschwester: „Kinder tolerieren Finger oft eher als Taschentücher. Deswegen empfehle ich die Nase des Kindes am Waschbecken mit Wasser zu waschen und vorsichtig mit den Fingern zu reinigen.“
Sandra Schmid / www.baby-und-familie.de;
17.05.2011
Bildnachweis: Fotolia/ Wojcieck Gajda
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