Wenn frühgeborene Babys künstlich beatmet werden müssen, ist die engmaschige augenärztliche Kontrolle besonders wichtig
Zusammenfassung:
Durch den hohen Sauerstoffdruck bei der künstlichen Beatmung von zu früh geborenen Neugeborenen, die wegen ihrer unreifen Lunge noch nicht selbstständig atmen können, kann die Netzhaut geschädigt werden. Unbehandelt führt die Erkrankung zur Erblindung, in weniger schweren Fällen können eine starke Kurzsichtigkeit und in späteren Lebensjahren Netzhautablösung die Folge sein.
Je unreifer ein frühgeborenes Baby ist, desto größer ist das Risiko für eine Frühgeborenen-Retinopathie. Jedes fünfte Baby mit einem geringen Geburtsgewicht zwischen 500 und 1000 Gramm ist von der Erkrankung betroffen, jedes vierte davon erblindet.
Wichtig ist die engmaschige augenärztliche Kontrolle von künstlich beatmeten Frühgeborenen und die umgehende Behandlung der Krankheit durch Verödung mangelhaft durchbluteter Netzhaut mittels Laserphotokoagulation oder Kryotherapie.
| Die Frühgeborenen-Retinopathie entsteht durch Wachstum krankhafter Gefäße in den Glaskörper, was dort zu Blutungen führt. Bindegewebsstränge entstehen und ziehen die Netzhaut von ihrer Unterlage ab. Am Ende kommt es zu einer so genannten retrolentalen Fibroplasie, das bedeutet, dass sich hinter der Linse eine bindegewebige Platte bildet, in der Blutgefäße, Bindegewebe und abgelöste Netzhaut sich zusammenballen. Unbehandelt führt die Erkrankung zur Erblindung durch Netzhautablösung, zu einem sekundären Glaukom und einer Schrumpfung des Augapfels. |
| Letzte Aktualisierung: 13.03.2007 (Inge Smolek) |
Quelle: surfmed;
13.09.2005, aktualisiert am 27.06.2010
W&B/Winfried Fischer
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