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Folgen für die Eltern

Mutter mit Kind
Für die Eltern, deren Kind, kaum dass etwas Routine in den Alltag mit dem Neugeborenen eingetreten ist, plötzlich verstirbt, ist der plötzliche Kindstod ein grausamer Schicksalsschlag, dem sie fassungslos gegenüberstehen. Die Situation wird noch zusätzlich dadurch erschwert, dass recht häufig die Polizei eingeschaltet wird, die klären muss, ob eine Misshandlung oder Verwahrlosung vorliegt. Oft stürzt das Ereignis die Familie in eine schwere seelische Krise, die lange Zeit anhält. Ausgesprochene und nicht ausgesprochene Schuldgefühle und der Eindruck, das Baby nicht ausreichend gut versorgt zu haben, spielen nach diesem unfassbar erscheinenden Schock eine wichtige Rolle. Sie suchen nach Gründen für den Tod ihres Kindes. Den Eltern sollte klar sein, dass der plötzliche Kindstod in diesem Lebensalter relativ häufig ist, und dass sie den Tod ihres Kindes nicht hätten verhindern können. In dieser sehr schwierigen Zeit sollte man nicht davor zurückschrecken, sich die dringend notwendige Hilfe zu holen. Eine psychische Betreuung kann bei der Bewältigung dieses Schicksalsschlags wertvoll sein. Es gibt mittlerweile viele überregional organisierte Selbsthilfegruppen und Vereine, die den Eltern das Gefühl nehmen können, mit ihrem Schicksal alleine dazustehen und ihnen die Möglichkeit bieten, das Leid gemeinsam zu bewältigen.
Auch die Geschwister haben oft Probleme, den Verlust des Babys zu verarbeiten. Die Kleinen zeigen oftmals noch mehrere Jahre später Verhaltensauffälligkeiten wie Schlafstörungen, Weinkrämpfe oder Angstattacken. Daher sollten sie auch in die psychologische Betreuung mit eingeschlossen werden.
Selbstverständlich lässt sich ein verlorenes Kind nicht durch ein neues ersetzen. Oftmals bessert sich allerdings die schwierige Familiensituation bei einer erneuten Schwangerschaft schlagartig; und aus medizinischer Sicht spricht auch nichts dagegen, sich ein weiteres Kind zu wünschen.


Quelle: surfmed; 13.09.2005, aktualisiert am 27.06.2010
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