Drucken

Ein Pate für das Kind – ist das wichtig?

Ob zur Taufe oder einfach so: Viele Eltern bestimmen einen Paten für ihr Kind. Doch wie wichtig ist die zusätzliche Bezugsperson? Diplom-Psychologe Michael Alexa im Interview


Viele Eltern finden es schön, wenn ihr Kind einen Paten oder eine Patin hat

Herr Alexa, was steckt aus psychologischer Sicht hinter der Idee, einen Paten für sein Kind zu wählen?

Kinder sind in den ersten Lebensjahren auf sich gestellt nicht überlebensfähig, sondern auf die Fürsorge der Eltern angewiesen. Stößt diesen jedoch etwas zu, soll der Pate sich um das Kind kümmern und somit sein Überleben sichern. Bei all der Freude über die Geburt eines Kindes schwingt also stets auch der Gedanke an den Tod mit: Die Eltern setzen sich damit auseinander, dass auch ihr Leben begrenzt ist. Außerdem finden es viele Eltern schön, wenn ihr Kind außer ihnen noch eine andere Bezugsperson hat – auch wenn Mutter und Vater noch da sind. Auch finanzielle Gründe können manchmal eine Rolle spielen: das Kind soll gut versorgt sein.


Welche Funktion hat ein Pate bei uns traditionell?

Da ist zum einen die religiöse Komponente: der Pate soll das Kind bei seinem spirituellen Lebensweg unterstützen und in die Gemeinschaft einführen. Zum anderen spielt die weltliche Komponente eine große Rolle. Die Eltern erhoffen sich durch das Kind eine Verstärkung ihrer eigenen Bindung zum Paten. Denn das Patenamt ist ein Ehrenamt. Wer als Pate gewählt wird, fühlt sich in seiner Person bestärkt und ist stolz darauf. Er soll dem Kind Vertrauensperson sein, Zufluchtsstätte und Vermittler bei familiären Problemen.

Inwiefern profitieren Kinder von einer Patenschaft?

Durch den Paten lernt das Kind einen anderen, von dem der Eltern abweichenden Lebensentwurf kennen. Es wird an Dinge herangeführt, die es von zu Hause womöglich nicht kennt. So kann ein Pate zum Beispiel das Interesse für Musik wecken, wenn er – im Gegensatz zu den Eltern – Klavier oder ein anderes Instrument spielt.

Doch auch die Paten profitieren von ihrem Amt – ganz besonders, wenn sie selbst kinderlos sind. Sie können an der Entwicklung des Kindes teilnehmen, haben auch im Alter Kontakt mit jüngeren Generationen.

Was sollten Eltern bei der Wahl des Paten beachten?

Die Eltern sollten sich fragen, ob der Pate gut mit sich selbst zurecht kommt und ob er Verantwortung übernehmen kann. Außerdem sollten auch in Zeiten des Internets reale Kontakte möglich sein. Lebt man selbst in Usedom und der Pate in Melbourne, ist es schwierig. Außerdem sollte die Lebensart des Paten nicht zu sehr von der eigenen entfernt sein. Sonst ist der Spagat zwischen den zwei Welten für das Kind zu groß.




Bildnachweis: Imagesource/RYF

Vanessa von Blumenstein-Langer / www.baby-und-familie.de; 21.05.2012, aktualisiert am 22.05.2012
Bildnachweis: Imagesource/RYF

Newsletter abonnieren

Hier können Sie unseren kostenlosen Newsletter abonnieren  »

Können Sie sich mit Ihrem Partner auf ein Urlaubsziel einigen?

Memo-Spiele

Unsere Kartenaufdeck-Spiele, die ähnlich wie das klassische Memory® funktionieren »

Auf www.apotheken-umschau.de

Medikamentencheck

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen von Arzneien überprüfen »

© Wort & Bild Verlag Konradshöhe GmbH & Co. KG

Weitere Online-Angebote des Wort & Bild Verlages