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Warum ist Keuchhusten so gefährlich?

Warum ist Keuchhusten so gefährlich, und warum ist die Gefahr für die Kleinsten am größten? Aus der "Experten-Sprechstunde Kinderkrankheiten"


Impfung gegen Keuchhusten: lebensrettend

Keuchhusten (Pertussis) wird durch Keuchhustenbakterien (Bordetella pertussis) übertragen und ist sehr ansteckend. Bei engem Kontakt beträgt die Ansteckung hundert Prozent. Besonders gefährlich ist die Infektion für Neugeborene und junge Säuglinge. Sie erkranken schwer, jedoch ohne die typischen Hustenanfälle aufzuweisen. Vielmehr kann es bei ihnen zu Atemstillständen (Apnoen) und als Zeichen der Erstickungsfahr zur Blaufärbung (Zyanose) kommen. Das heißt, es besteht akute Lebensgefahr. Vor der Impf-Ära sind in der Tat akute Todesfälle aufgetreten. Sie wurden umständehalber zunächst als „Plötzlicher Kindstod“ fehlgedeutet.

Um die Kleinsten in den ersten Lebenswochen zu schützen, ist es äußerst wichtig, dass die unmittelbaren Bezugspersonen gegen Keuchhusten geimpft sind. Zum frühestmöglichen Zeitpunkt sollte auch der Säugling selbst seine erste Keuchhusten (Pertussis)-Impfung bekommen. Üblicherweise erfolgt dies gleich nach Vollendung des zweiten Lebensmonats. Die Grundimmunisierung – also die ersten Impfungen, mit denen der Impfschutz aufgebaut wird –, sollte in der Folge zeitgerecht fortgeführt werden. Durch konsequentes Impfen sind Kleinkinder und Schulkinder in der Regel vor einer Keuchhustenerkrankung geschützt.


Aber auch bei Jugendlichen und Erwachsenen kann der Keuchhusten sehr unangenehm und langwierig (ohne Therapie bis zu vier Monate), allerdings ungleich weniger bedrohlich, verlaufen. Der Altersgipfel hat sich in den letzten Jahren deutlich in Richtung dieser Altersgruppe verschoben. Manchmal leiden sie „nur“ unter einem besonders hartnäckigen, trockenen Husten. Doch kommt bei ihnen auch der für Keuchhusten typische, vor allem nachts auftretende „Stakkatohusten“ mit Hervorwürgen von zähem Schleim und anschließendem Erbrechen vor. Die wichtigsten möglichen Komplikationen der Erkrankung: Lungenentzündung oder Mittelohrentzündung als zusätzliche Infektionen durch andere Bakterien (sogenannte Superinfektionen), Krampfanfälle (zwei bis vier Prozent der Fälle) oder eine zwar seltene (o,5 Prozent), aber gefährliche Enzephalopathie (nichtentzündliche Hirnveränderung), die oft Dauerschäden am Gehirn und damit verbunden verschiedenste Behinderungen, zum Beispiel spastische Lähmungen, hinterlässt.



Dr. med. Christa Kappler,
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Dietrich Reinhardt,
ehem. Direktor des Dr. von Haunerschen Kinderspitals, Universität München

Die Experten der „Sprechstunde Kinderkrankheiten“ beantworten zahlreiche interessante Fragen rund um die Kindergesundheit.


Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



www.baby-und-familie.de; 29.12.2009, aktualisiert am 26.05.2011
Bildnachweis: W&B/Christine Beckmann

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