Hüpfen
Starke Knochen – ein Leben lang: Dafür legen wir bereits in Kindheit und Jugend den Grundstein. Und das ist wichtig! Denn jede dritte Frau nach den Wechseljahren und jeder fünfte Mann über 50 leidet unter Knochenschwund. Vorbeugen lässt sich Osteoporose am besten mit Sport. Bewegung stärkt die Muskeln und Knochen.
Besonders effektiv und spaßig: „Hüpfen, etwa mit dem Seil oder auf einem Trampolin“, sagt Professor Klaus-Michael Braumann, ärztlicher Leiter des Instituts für Sport- und Bewegungsmedizin der Universität Hamburg. Bei Osteoporosekranken vergrößern sich nämlich die Poren der Knochen, diese entkalken, Knorpel und Fasern schwinden, der Knochen kann leichter brechen.
Hüpfen stärkt speziell die Knorpel und die Anzahl der kollagenen Fasern, die das Gewebe schützen. Herumspringen bringt aber noch viel mehr, nämlich „eine bessere Ausdauer, mehr Beweglichkeit und Koordination“, erklärt Braumann. Achtung: Wer Probleme mit seinem Bewegungsapparat, den Bandscheiben oder den Gelenken hat, sollte zuvor seinen Arzt fragen!
Genießen
Genuss als Mittel gegen Depressionen? Das klingt erst mal fragwürdig, hat sich aber als effektive Therapie er wiesen. Der Psychologe Dr. Rainer Lutz entwickelte an der Philipps-Universität Marburg ein entsprechendes Programm. Inzwischen bieten immer mehr Therapeuten das Training für ihre schwermütigen Patienten an – und nicht nur für sie. Auch bei Problemen wie Suchterkrankungen oder Essstörungen bringt die Genusstherapie Linderung.
Das Prinzip dahinter: In je zwei Sitzungen stellt der Therapeut einen Sinn in den Vordergrund – Riechen, Tasten, Schmecken, Sehen, Hören. So lernen die Kranken, wieder Freude am Leben zu empfinden. Ein wichtiger Grundsatz dabei: „Genuss ist alltäglich“, erklärt Lutz. Das hebt, ist der Professor überzeugt, nicht nur bei Kranken die Lebensfreude, sondern auch bei Gesunden. Es geht ganz einfach: voller Lust an einem Apfel schnuppern, die Hand über ein Stück Samt gleiten lassen, Vogelzwitschern lauschen …
Tanzen
Egal ob langsamer Walzer oder Tango: Tanzen ist gesund. Es stärkt das Herz-Kreislauf-System, kräftigt Muskeln und Gelenke, sorgt für ein besseres Balancegefühl. Wer sich Schrittfolgen einprägt, tut außerdem noch etwas für das Gedächtnis und verbrennt nebenbei jede Menge Kalorien – je nach Anstrengungsgrad um die 400 Kilokalorien pro Stunde. Ganz besonders effektiv: wenn Tanzen mit Ausdauertraining und Gymnastik kombiniert wird.
Immer mehr Studios bieten deshalb Kurse mit den neuesten Tanztrends an. Derzeit hip: Zumba, eine Mischung aus lateinamerikanischen Tänzen und Aerobic. Ganz neu aus den USA und gerade auf dem Weg in die Studios: Turf Dancing, eine Mischung aus Hip-Hop und Pantomime, bei der jeder Tänzer ganz individuell seine Geschichte und seine Gefühle ausdrückt. Kann man ja mal zu Hause ausprobieren …
Lachen
Für Forscher ein durchaus ernstes Thema: Wie wirkt sich Lachen auf die Gesundheit aus? Sogar einen wissenschaftlichen Namen hat diese Richtung: Gelotologie. Dass Forscher sich ausgerechnet mit den ruckartigen Zwerchfellbewegungen auseinandersetzen, hat einen guten Grund. Lachen, das zeigen viele Studien, stärkt das Immunsystem, schützt vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Sogar im Yoga gibt es eine Richtung, die Lachen in ihre Übungen integriert – „weil dadurch der Atemfluss verbessert wird und Lachen alle möglichen Muskelgruppen aktiviert“, sagt Gisela Dombrowsky, Lachtherapeutin aus Neuss. Eine Mini-Übung für Lachyoga-Neulinge, für Kinder und Eltern geeignet: mit gespreizten Fingern die Hände mehrmals zusammenklatschen und dabei „hoho-haha“ sagen. „Die Übung bringt neue Energie, regt das Zwerchfell an und sorgt für mehr Sauerstoff im Organismus.“
Singen
Egal ob in der Badewanne, im Stadion, unter der Dusche oder im Chor: Singen stärkt das Immunsystem. Den Spaß daran lernt man in früher Kindheit. Deshalb ermutigt der Göppinger Musiktherapeut Wolfgang Bossinger, Vorsitzender des Vereins „Singende Krankenhäuser“, alle Eltern: „Singen Sie Ihren Kleinen möglichst oft etwas vor, summen Sie beim Spielen und bei alltäglichen Gelegenheiten, schmettern Sie mit Ihren Kindern.“
Der gesundheitliche Nutzen ist wissenschaftlich belegt: Aktive Chorsänger hatten nach einstündiger Probe des Mozart-Requiems erkennbar mehr Immunglubolin A im Speichel – ein Abwehr-Eiweiß, das das Immunsystem stärkt. Lust auf eine kleine Einsteigerübung?
Ein „mmmmmm“ murmeln und nachspüren, wie sich das im Körper anfühlt. Wo sitzt der Ton, wo vibriert es im Kopf? Anschließend ein paar Sekunden lang entspannt in die Höhe und die Tiefe summen. Dann mit Tonfolgen wie Bam, bom, bum wiederholen. Zum Schluss wie ein Pferd die Lippen flattern lassen. Und jetzt: losschmettern, wonach einem gerade der Sinn steht!
Anne-Bärbel Köhle, Baby und Familie;
02.05.2011
Bildnachweis: Strandperle Medien Services e.K./fstop
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