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Homöopathische Hilfe für zarte Kinderhaut

Ob Ausschlag oder rissige Mundwinkel: Dr. Markus Wiesenauer listet homöopathische Mittel gegen häufige Hautprobleme von Kindern oder Babys auf


Gesunde Haut von Anfang an

Wenn das Kind krank ist, wünschen sich viele Eltern eine sanfte Medizin für ihr Kleines – sie setzen daher auf Homöopathie. Mit der Serie „Homöopathie für Babys und Kleinkinder“ greifen wir dieses Interesse auf. Zusammengestellt hat sie der Homöopath und Facharzt für Allgemeinmedizin Dr. Markus Wiesenauer aus Weinstadt bei Stuttgart.


Hautausschlag

Empfindliche Kinder können auf bestimmte Stoffe, Lebensmittel oder auch auf Sonnenlicht mit einem Ausschlag reagieren. Er kann den ganzen Körper oder nur bestimmte Regionen betreffen. Der Arzt muss die genaue Ursache klären.

Sarsaparilla (Stechwinde) D 6 ist das richtige Mittel, wenn die Haut gerötet ist und sich Pusteln gebildet haben. Der Hautausschlag kann auch nässen.

Apis (Honigbiene) D 6 sollten Sie dem Kind geben, wenn die Haut rot und angeschwollen ist. Sie juckt. Bei Neigung zu Allergien können auch Übelkeit und Schwindelgefühle auftreten.

Wann zum Arzt? Immer wenn die Haut sehr stark angeschwollen ist sowie bei einer gelblich-eitrigen Hautoberfläche.


Dr. Markus Wiesenauer

Dr. med. Markus Wiesenauer ist Allgemeinarzt, Homöopath und Autor ("Quickfinder Homöopathie für Kinder") in Kernen bei Stuttgart

Trockene Haut

Die trockene Luft im Winter lässt die Haut schnell schuppen, oft begleitet von Juckreiz. Kratzt das Kind zu viel, kann die Haut etwas aufreißen. Bakterien haben leichtes Spiel, Entzündungen entstehen.

Calcium carbonicum (Austernschalenkalk) D 12 ist das richtige Mittel bei trockener Haut – vor allem, wenn sich an den geröteten Stellen bereits Pickelchen bilden. „Es eignet sich besonders für rundliche Kinder, die gern essen“, so Dr. Wiesenauer.

Natrium chloratum (Kochsalz) D 12 empfiehlt sich dagegen eher für schlanke Kinder mit empfindlicher, trockener Haut. Sie schuppt stark. Man hat den Eindruck, dass dem Kind Flüssigkeit fehlt.

Wann zum Arzt? Wenn Hautrötung und Juckreiz sehr stark werden.


Rissige Mundwinkel

Im Winter sind die Mundwinkel bei Kindern oft rissig. Manchmal reicht ein kräftiges Gähnen – und schon ist es passiert.

Acidum nitricum (Salpetersäure) D 12 ist das Mittel der Wahl, wenn das Kind mit der Zunge immer wieder an den rissigen Mundwinkeln leckt. Die Wunde heilt schlecht. Oft hat das Kleine auch Risse am After. In diesem Fall sollten Sie baldmöglichst zum Arzt gehen.

Petroleum (Petroleum) D 12 hat sich bewährt, wenn das Kind allgemein zu trockener, rissiger Haut neigt. Neben den Mundwinkeln sind zum Beispiel auch die Fingerspitzen rissig.

Wann zum Arzt? Bei nässender oder eiternder Haut.


Windeldermatitis

Vom Gesäß bis zu den Genitalien schuppt und rötet sich die Haut. In schweren Fällen bilden sich Pickelchen oder Bläschen, die aufgehen und bluten.

Chamomilla (Kamille) D 6 ist das Mittel der Wahl bei Windeldermatitis. Die Haut ist hochrot und entzündet.

Clematis recta (Aufrechte Waldrebe) D 6 sollten Sie Ihrem Kind geben, wenn die Haut gerötet ist und sich kleine Bläschen gebildet haben.

Wann zum Arzt? Bei ausgeprägter Windeldermatitis sollte man immer erst zum Kinderarzt gehen. Sie können die homöopathischen Mittel zusätzlich geben.


Neurodermitis

Die Haut ist schuppig, rau und rissig. Sie juckt so stark, dass sich das Kind ständig kratzt, oft bis die Haut blutet.

Cardiospermum (Mönchsköpfchen) D 12 sollten Sie Ihrem Kind geben, wenn die Haut extrem entzündet ist. Sie ist sehr trocken. Es haben sich Krusten und Schuppen gebildet. Zur Akutbehandlung gibt es auch eine Salbe der Urtinktur.

Viola tricolor (Stiefmütterchen) D 3 eignet sich vor allem, wenn die Haut zum Nässen neigt. Der Juckreiz ist sehr stark. Dr. Wiesenauer: „Meist handelt es sich um Kinder, die als Baby hartnäckigen Milchschorf hatten, der sehr schwer abging.“ Das Mittel gibt es auch als Creme. Sie wird zwei- bis dreimal täglich auf die betroffene Haut aufgetragen.

Wann zum Arzt? Bei Neurodermitis sollten Sie immer zum Arzt gehen. Die homöopathischen Mittel können nach Rücksprache mit dem Experten zusätzlich gegeben werden.


Die richtige Dosierung

  • Die Potenzen D 3 und D 6 sollten Sie dem Kind in der akuten Phase vier- bis fünfmal am Tag geben. Anschließend dreimal täglich. Die Potenz D 12 erhält das Kind am besten zweimal täglich.
  • Kleinkinder lösen pro Gabe drei Globuli im Mund auf. Neugeborene und Säuglinge erhalten ein Kügelchen pro Dosis. Sie können das Streukügelchen in etwas stillem Wasser auflösen.


Gabriele Hellwig / Baby und Familie; 21.01.2010, aktualisiert am 26.09.2011
Bildnachweis: W&B/ Privat, Image State/ RYF

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