Wenn das Kind krank ist, wünschen sich viele Eltern eine sanfte Medizin für ihr Kleines – sie setzen daher auf Homöopathie. Mit der Serie „Homöopathie für Babys und Kleinkinder“ greifen wir dieses Interesse auf. Zusammengestellt hat sie der Homöopath und Facharzt für Allgemeinmedizin Dr. Markus Wiesenauer aus Weinstadt bei Stuttgart.
Entzündete Mandeln
Die Mandeln sind stark gerötet, oft auch Zäpfchen, Gaumen und Rachenhinterwand. Das Schlucken schmerzt. Meist kommt Fieber hinzu. Das Kind fühlt sich sehr krank, isst wenig.
Phytolacca (Kermesbeere) D 6 hat sich hier bewährt. Der Schmerz zieht bis in die Ohren. Die Lymphknoten im Hals sind geschwollen. Schon leichter Druck tut weh.
Guajacum (Guajakharz) D 6 eignet sich unterstützend, wenn der Kinderarzt eine eitrige Angina festgestellt hat. Nasen- und Rachenraum sind verschleimt. Das Kind hat starken Mundgeruch.
Wann zum Arzt? Wenn Schmerzen nach ein paar Tagen nicht besser werden, Eiterstippchen zu sehen sind oder hohes Fieber auftritt. Der Arzt stellt fest, ob ein bakterieller Infekt vorliegt und verschreibt eventuell Antibiotika.
Dr. Markus Wiesenauer ist Allgemeinarzt, Homöopath und Autor ("Quickfinder Homöopathie für Kinder") in Weinstadt bei Stuttgart
Husten und Heiserkeit
Das Kind muss ständig husten. Sein Gesicht ist rot. Oft hat es Kopf- oder Brustschmerzen.
Spongia (Meerschwamm) D 6 hilft besonders bei trockenem und bellendem Husten tagsüber. Die Stimme klingt heiser. Das Kind räuspert sich immer wieder.
Hyoscyamus niger (Bilsenkraut) D 6 geben Sie, wenn der Hustenreiz das Kind vor allem nachts quält. Der Husten ist sehr trocken, doch tagsüber erträglich.
Coccus cacti (Schildlaus) D 6 ist das Mittel der Wahl bei verschleimtem Husten. „Der Schleim ist wie ein Faden. Das Kind würgt förmlich, um ihn loszuwerden“, erklärt Dr. Markus Wiesenauer.
Wann zum Arzt? Bei Auftreten von Atemnot oder hohem Fieber sofort. Auch wenn sich der Husten nicht innerhalb einer Woche gelegt hat, muss die Ursache vom Arzt geklärt werden. Die Homöopathie können Sie begleitend zur Schulmedizin einsetzen.
Vergrößerte Mandeln
Das Kind bekommt schlecht Luft und läuft ständig mit offenem Mund herum. Der Grund: Gaumen- und Rachenmandeln (landläufig Polypen genannt) sind vergrößert.
Calcium jodatum (Calciumjodid) D 6 eignet sich für schlanke Kinder. Die Kleinen sind besonders anfällig für Infekte.
Calcium carbonicum (Austernschalenkalk) D 12 hilft übergewichtigen Kindern. In Nase und Bronchien befindet sich gelblicher Schleim. Hinweis: Beide Mittel langfristig einnehmen. Nach drei Wochen eine Woche Pause, dann wieder drei Wochen Einnahme usw.
Wann zum Arzt? Lassen Sie klären, ob bei Ihrem Kind eventuell Mandeln oder Polypen entfernt werden müssen.
Schnupfen und Niesen
Die Nase läuft ständig. Belastend sind auch der Niesreiz und das Kribbeln in der Nase. Oft schwellen die Schleimhäute an oder es entsteht so viel Schleim, dass die Nase verstopft. Kopfschmerzen und leichtes Fieber können hinzukommen.
Sambucus nigra (Holunder) D 3 ist der Klassiker für verschnupfte Kleinkinder. Bei jedem Atemzug ist ein gelblicher Schleim in der Nase zu sehen.
Allium cepa (Küchenzwiebel) D 6 kommt bei Fließschnupfen zum Einsatz. Der Schleim ist dünnflüssig. Zudem hüstelt das Kind ab und zu.
Wann zum Arzt? Wenn sich der gelbliche Schleim ins Grünliche verfärbt. Das ist ein Zeichen für eine bakterielle Infektion. Der Arzt entscheidet über das weitere Vorgehen.
Ohrenschmerz
Das Kind fasst sich ständig ans schmerzende Ohr und quengelt. Ohrenschmerzen entstehen meist durch Viren. Homöopathische Mittel sollen die Abwehrkräfte anregen.
Belladonna (Tollkirsche) D 6 hilft bei plötzlichen Schmerzen. Kinder frösteln zunächst, danach wird die Haut fiebrig heiß. Das Kleine hat großen Durst und ist sehr geräusch- und lichtempfindlich.
Ferrum phosphoricum (Eisenphosphat) D 6 eignet sich, wenn sich die Schmerzen langsam entwickeln. Der Patient ist mal blass, mal knallrot. Die Lymphknoten sind geschwollen. Auch die Temperatur ist mäßig erhöht.
Wann zum Arzt? Bei Ohrenschmerzen immer. Der Arzt muss den Verlauf der Erkrankung kontrollieren, um Komplikationen zu verhindern.
Richtig dosieren
Gabriele Hellwig / Baby und Familie;
11.01.2010, aktualisiert am 26.09.2011
Bildnachweis: W&B/ Privat, Fotolia/ Anna Karwowska
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