Typische Symptome: Das Baby schreit oft und ist quengelig. Die sogenannten Dreimonatskoliken treten meist in den ersten drei bis fünf Monaten auf.
Bewährte homöopathische Mittel:
Okoubaka (westafrikanische Baumrinde) C 6 hilft, die Nahrung besser zu verdauen und weniger Blähungen zu entwickeln.
Colocynthis (Koloquinte) C 30 empfiehlt sich, wenn das Kleine die Beine anzieht. Dr. Sigrid Kruse: „Eine Bauchmassage bekommt dem Baby ebenfalls sehr gut.“
Belladonna (Tollkirsche) C 30 eignet sich für Kinder, die ihre Beine lieber ausstrecken und heftig schreien.
Dosierung: Einmal 3 Kügelchen. Falls es nicht besser wird: 3 Globuli in ein halbes Glas Wasser geben, mit einem Plastiklöffel zehnmal umrühren und dem Kind einen Teelöffel davon geben. Eventuell nach fünf und zehn Minuten wiederholen.
Wann zum Arzt: Wenn sich das Baby nicht beruhigen lässt oder wenn Fieber, Durchfall oder Erbrechen dazukommen.
Typische Symptome: Der Stuhl ist meist hart und kann nur mit Anstrengung herausgepresst werden. Völlegefühl und allgemeines Unwohlsein treten auf.
Bewährte homöopathische Mittel:
Calcium carbonicum (Austernkalk) D 30 hat sich besonders für rundliche, pflegeleichte Kinder bewährt. Sie essen und gedeihen gut, haben aber nur selten Stuhlgang.
Nux vomica (Brechnuss) C 6 eignet sich für Menschen, die sich wenig bewegen und viel Stress haben. „Bei Erwachsenen handelt es sich um den Managertyp, der viel Aufregung hat. Bei Kindern sind es diejenigen, die zu Wutanfällen neigen“, erklärt Kruse.
Silicea (Kieselsäure) C 6 tut zarten, schüchternen Kindern gut. Es fühlt sich an, als ob der Stuhl ein Stück herauskommt und wieder zurückschlüpft.
Dosierung: Dreimal täglich 3 Kügelchen.
Wann zum Arzt: Bei anhaltender Verstopfung, insbesondere bei blutigem Stuhl.
Typische Symptome: Der Stuhl ist nicht fest und geformt, sondern breiig oder flüssig. Auch Bauchschmerzen können hinzukommen.
Bewährte homöopathische Mittel:
Okoubaka (westafrikanische Baumrinde) C 6 hilft bei leichten Magen-Darm-Infektionen, nach ungewohnter Kost oder einer Antibiotika-Behandlung.
Phosphorus (Phosphor) C 30 kann man bei eher schmerzlosem Durchfall nehmen. Es eignet sich, wenn man erbricht, sobald man etwas gegessen oder getrunken hat.
Arsenicum album (weißes Arsenik) C 30 ist das Mittel der Wahl bei starken Durchfällen. Man fühlt sich schlapp und erschöpft. Kinder sind unruhig und möchten nicht allein sein.
Dosierung: Einmal 3 Globuli. Sie können auch in Wasser aufgelöst werden (siehe Dosierung Blähungen).
Wann zum Arzt: Bei starken Durchfällen möglichst schnell. Vor allem, wenn das Kind noch unter einem Jahr alt ist.
Typische Symptome: Unwohlsein mit Übelkeit, Würgen und schließlich Erbrechen des Mageninhalts. Mal hat man etwas Falsches gegessen, mal ist es Zeichen für eine Magen-Darm-Infektion.
Bewährte homöopathische Mittel:
Pulsatilla (Küchenschelle) C 6 ist das Mittel der Wahl, wenn ein Kind zu viel durcheinander gegessen hat, blass ist und mehrfach aufstoßen muss.
Nux vomica C 6 ist angezeigt bei Völlegefühl und Drücken im Bauch, besonders nach dem Essen. Man hat eine Abneigung gegen die gewohnten Speisen und Fleisch. Betroffene sind reizbar und schnell wütend.
Phosphorus (Phosphor) C 30 empfiehlt sich bei heftiger Übelkeit. Dr. Kruse: „Das Kind möchte ständig etwas trinken, behält aber kaum etwas in sich.“
Dosierung: Dreimal täglich 3 Kügelchen.
Wann zum Arzt: Je kleiner das Kind, desto eher sollte man den Arzt aufsuchen. Bei starkem Erbrechen muss man ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Elektrolyte gleichen den Mineralstoffverlust aus.
Typische Symptome: Bei einigen Menschen treten Übelkeit und Erbrechen durch die Bewegungen des Fahrzeugs auf.
Bewährte homöopathische Mittel:
Cocculus (Kokkelskörner) C 30 hilft bei Reiseübelkeit. Typisch ist häufiges Aufstoßen. Tipp: Bereits vor Reiseantritt nehmen. Das Mittel eignet sich auch bei Übelkeit in der Schwangerschaft.
Veratum album (Weißer Germer) C 30 hilft Menschen, die sich richtig elend fühlen. Ihre Haut ist dann blass und kaltschweißig.
Dosierung: Einmal 3 Globuli. Danach kann die Arznei auch in Wasser aufgelöst gegeben werden.
Wann zum Arzt: Bei extremer Übelkeit immer.
Dr. Sigrid Kruse: „Vor der Anwendung sollte man sich die Beschreibung zu jedemMittel genau wie bei anderen Arzneien gut durchlesen. Es empfiehlt sich, die Kügelchen langsam im Mund zergehen zu lassen. Denn die Wirkstoffe werden über die Mundschleimhaut aufgenommen. Einige Minuten vor und nach der Einnahme der Arznei sollte nichts getrunken oder gegessen werden. Man kann die Globuli auch in Wasser auflösen. Wichtig ist, dass die Lösung vor jeder Gabe mit einem Plastiklöffel umgerührt wird.“
Gabriele Hellwig / Baby und Familie;
22.02.2012
Bildnachweis: W&B/Achim Graf, Marina Raith
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