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Homöopathie für die ganze Familie: Kopfschmerzen

Nervös, überfordert oder verspannt – da reagieren viele Kinder und Erwachsene mit Kopfweh. Je nach Ursache können verschiedene homöopathische Mittel helfen


Schädelbrummen: Manchmal haben schon Kleine damit zu kämpfen

Kopfschmerzen bei Überarbeitung und Erschöpfung

Typische Symptome: Der Schädel brummt, wenn man zu viel und zu lange gearbeitet hat oder wenn der Tag sehr anstrengend war.

Bewährte homöopathische Mittel:
Cocculus (Kockelskörner) D 12 oder C 12 ist das Mittel, wenn man „überarbeitet ist und unter Schlafmangel leidet“, sagt die homöopathische Ärztin Dr. med. Sigrid Kruse.
Nux vomica (Brechnuss) D 12/C 12 kann helfen, wenn man bis spätabends angespannt arbeiten muss und morgens mit Kopfschmerzen aufwacht.
Acidum phosphoricum (Phosphorsäure) D 12/C 12 eignet sich für Menschen, die psychisch erschöpft sind. Die Schmerzen beginnen oft im Hinterkopf und breiten sich bis zum Scheitel aus.

Dosierung: Zweimal drei Kügelchen pro Tag für ein bis zwei Wochen.

Wann zum Arzt: Wenn hohes Fieber oder Erbrechen auftreten oder die Schmerzen immer wiederkehren.

 


Kopfschmerzen bei Nervosität und Gereiztheit

Typische Symptome: Die Beschwerden entstehen bei großem Ärger, wenn man gereizt oder besonders nervös ist.

Bewährte homöopathische Mittel:
Nux vomica (Brechnuss) D 12/C 12 empfiehlt sich für ehrgeizige Menschen, die auch schnell wütend werden und bei Stress Kopfweh bekommen.
Aconitum (Blauer Eisenhut) D 30/C 30 hat sich bei Schmerzen als Folge von Angst, Ärger und Aufregung bewährt. Das Herz klopft, man fühlt sich unruhig.
Belladonna (Tollkirsche) D 30/C 30 hilft, wenn die Sinne überreizt sind, und bei heftigen, pochenden Kopfschmerzen.

Dosierung: D 12/C 12 täglich zweimal drei Globuli. D 30/C 30: einmalig drei Kügelchen.
Wird es nicht besser: drei Globuli in ein halb volles Glas Wasser geben, zehnmal umrühren, einen Teelöffel davon nehmen. Nach fünf Minuten wiederholen.

Wann zum Arzt: Bei länger an haltenden Beschwerden oder wenn Erbrechen oder Sehstörungen dazukommen.

 

Kopfschmerzen bei bestimmten Wetterlagen

Typische Symptome: Manchen dröhnt der Kopf, sobald sich das Wetter ändert.

Bewährte homöopathische Mittel:
Aconitum (Blauer Eisenhut) D 30/C 30 hat sich „bei plötzlichen Kopfschmerzen als Folge von Gewitter, Föhn, Kälte, Wind oder Zugluft bewährt“, so Homöopathin Kruse.
Bryonia (Zaunrübe) D 30/C 30 empfiehlt sich vor allem bei Föhn. Die Kopfschmerzen sind heftig und verschlimmern sich bei jeder Bewegung.
Belladonna (Tollkirsche) D 30/C 30 ist das Mittel bei Kopfweh nach zu viel Sonne oder Zugluft. Meist verstärken sich die Schmerzen durch Licht, Geräusche oder Bewegung.

Dosierung: Einmal drei Globuli. Wird es nicht besser: eine Gabe wie beschrieben in Wasser auflösen.

Wann zum Arzt: Bei extrem starken und andauernden Schmerzen, bei Erbrechen, Bewusstseinstrübung oder wenn weitere Beschwerden hinzukommen.

 

Kopfschmerzen bei verspanntem Nacken

Typische Symptome: Ständig am Schreibtisch sitzen und auf den Computer starren – kein Wunder, wenn sich Nacken und Schultern verhärten. Häufig treten dann Kopfschmerzen auf.

Bewährte homöopathische Mittel:
Gelsemium (Wilder Jasmin) D 12/C 12 verspricht Besserung bei Schmerzen, die vom Hinterkopf bis zur Stirn reichen. „Es fühlt sich an, als würde sich ein Band um den Kopf spannen“, beschreibt Kruse.
Cocculus (Kockelskörner) D 12/C 12 kann helfen, wenn die Schmerzen tief im Hinterkopf sitzen und sich bei Bewegung verschlimmern.
Cimicifuga (Traubensilberkerze) D 12/C 12 eignet sich bei Nackenbeschwerden, die während der Periode auftreten.

Dosierung: Jeden Tag zweimal drei Globuli für ein bis zwei Wochen nehmen.

Wann zum Arzt: Bei plötzlich auftretenden Schmerzen oder Fieber oder wenn die Schmerzen länger anhalten.

 

Schul-Kopfschmerz

Typische Symptome: Fühlt sich ein Kind in der Schule oder in der Kita überfordert, rebelliert es nicht unbedingt, sondern leidet oft eher still und bekommt Kopfweh.

Bewährte homöopathische Mittel:
Calcium phosphoricum (Calciumhydrogenphosphat) D 12/C 12 hat sich bewährt für sehr aktive, neugierige Kinder. Die Beschwerden treten meist gegen Mittag auf.
Phosphoricum acidum (Phosphorsäure) D 12/C 12 eignet sich bei geistiger Überanstrengung. Das Kleine ist erschöpft.
Piper mysticum (Pfefferpflanze) D 12/C 12 hilft Kindern, die aufgrund des Schulstresses Kopfweh haben und müde und erschöpft sind.

Dosierung: Täglich zweimal drei Globuli geben, für ein bis zwei Wochen.

Wann zum Arzt: Wenn weitere Symptome auftreten (Sehstörungen, Erbrechen) oder die Schmerzen nicht besser werden.

 



Dr. Sigrud Kruse leitet den Bereich Homöopathie im Dr. von Haunerschen Kinderspital in München

Wo sind die Grenzen der Homöopathie?

Dr. Sigrid Kruse: „Die Homöopathie ist eine Reiz- und Regulationstherapie. Sie hilft, wo
eine Regulation möglich ist. Grenzen hat sie, wo etwas zerstört ist. Bei bestimmten Knochenbrüchen etwa können Globuli zunächst nicht viel bewirken. Ein Chirurg muss die
Knochen in die richtige Position bringen. Danach können homöopathische Arzneien die Heilung unterstützen.

Eine weitere Grenze ist das Wissen des Therapeuten. Er braucht fundierte medizinische Kenntnisse, um Krankheiten erkennen und behandeln zu können. Manchmal setzt das Umfeld des Patienten Grenzen, etwa wenn er oft Kopfweh hat, weil er in einer belastenden Partnerschaft lebt.“


Wichtig: Fragen Sie zuvor unbedingt ihren Arzt, ob die Homöopathie in Ihrem Fall infrage kommt! Auch hinter vermeintlich harmlosen Beschwerden können sich ernste Krankheiten verbergen. Die alternative Heilmethode stößt dann oft an ihre Grenzen. Sie kann eine schulmedizische Therapie begleiten, aber häufig nicht ersetzen. Klären Sie dies mit Ihrem Arzt ab.




Bildnachweis: W&B/Achim Graf, W&B/Forster und Martin

Gabriele Hellwig / Baby und Familie; 29.06.2012, aktualisiert am 17.04.2014
Bildnachweis: W&B/Achim Graf, W&B/Forster und Martin

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