Homöopathie für die ganze Familie: Gesunde Haut

Windeldermatitis, Kopfgneis oder allergische Reaktion – welche homöopathischen Mittel es für verschiedene Hautprobleme gibt
von Gabriele Hellwig, aktualisiert am 21.09.2017

Zarte Pflege tut Babys Haut gut. Manche Eltern setzen auch auf Globuli

Strandperle/ONOKY

Wichtig: Fragen Sie zuvor unbedingt ihren Arzt, ob die Homöopathie in Ihrem Fall infrage kommt. Auch hinter vermeintlich harmlosen Beschwerden können sich ernste Krankheiten verbergen. Eine komplementäre Heilmethode stößt dann oft an ihre Grenzen. Sie kann eine schulmedizische Therapie begleiten, aber häufig nicht ersetzen. Klären Sie dies mit Ihrem Arzt ab. Homöopathie ist eine komplementäre Heilmethode, die bisher wissenschaftlich nicht anerkannt ist. Mehr über die Methode der Homöopathie lesen Sie hier.


Windeldermatitis

Typische Symptome: Die Haut am Po schuppt und rötet sich. Der Ausschlag kann sich bis zu den Genitalien und der Oberschenkel­innenseite ausbreiten. In schweren Fällen können die Pickel bluten.

Bewährte homöopathische Mittel: Borax (Borax) D 6 oder C 6 wird von homöopathischen Ärzten bei leichten Fällen von Windeldermatitis eingesetzt. Es soll auch die Hautfunktion stabilisieren.
Croton tiglium (Purgierkörner) D 6/C 6 empfehlen homöopathische Ärzte bei hartnäckigem Ausschlag. Die Haut ist stark gerötet und juckt. Es kann zu Einrissen in der Haut kommen.
Silicea (Kieselsäure) D 6/C 6 passt laut homöopathischer Ärzte bei wiederkehrendem Ausschlag. Das Kind neigt zu Infekten, friert leicht.

Dosierung: dreimal täglich drei ­Globuli für 1 Woche

Wann zum Arzt: Wenn sich der Ausschlag ausweitet, stark nässt oder die Genitalien betroffen sind.

 

Kopfgneis

Typische Symptome: Viele Babys haben weiß-gelbliche Schuppen auf der Kopfhaut. Der Schorf ist ungefährlich, meist verschwindet er nach einigen Monaten von selbst. Homöopathie soll diesen Prozess unterstützen.

Bewährte homöopathische Mittel:
Okoubaka (westafrikanische Rinde) D 6/C 6 empfehlen homöopathische Ärzte für Kinder, die zusätzlich ­unter Blähungen leiden. "Der ganze Körper hat Schwierigkeiten, auszuscheiden und zu regulieren. Das betrifft den Magen-Darm-Trakt genauso wie die Haut", sagt Dr. Sigrid Kruse, die den Bereich Homöopathie am Dr. von Haunerschen Kinderspital in München leitet.
Calcium carbonicum (Austernschalenkalk) D 12/C 12 eignet sich laut homöopathischer Ärzte für Kinder, die sich gut entwickeln, aber einige Hautprobleme haben. Oft bilden sich an ihren Wangen kleine Pickel.
Silicea (Kieselsäure) D 12/C 12 ist das homöopathische Mittel der Wahl für verfrorene, zarte Säuglinge. Sie haben immer kalte Hände und Füße.

Dosierung: D 6/C 6: dreimal täglich drei Globuli für 1 Woche, D 12/C 12: zweimal täglich drei Globuli für 1 Woche

Wann zum Arzt: Wenn der Schorf zu nässen oder eitern beginnt.

 

Warzen

Typische Symptome: Sie sind ungefährlich, teilweise aber ansteckend und sehen unschön aus: Warzen. Sie können unterschiedliche Formen annehmen.

Bewährte homöopathische Mittel:
Thuja (Lebensbaum) D 6/C 6 ist für homöopathische Ärzte ein Anti-Warzenmittel. "Es eignet sich besonders bei Stechwarzen an den Füßen", so Kruse. Die Betroffenen neigen zu ­fettiger, unreiner Haut und schwitzen leicht.
Silicea (Kieselsäure) D 6/C 6 hat sich laut homöopathischer Ärzte für zarte Menschen bewährt, denen schnell kalt wird. Sie neigen zu Schweißfüßen. Verletzungen heilen nicht gut und ­eitern schnell. Die Nägel sind eher brüchig.
Causticum (Ätzkali) D 6/C 6 empfehlen homöopathische Ärzte, wenn die Warzen erhaben sind und an prominenten Stellen sitzen wie auf der Nase oder am Finger. Die Warzen neigen dazu, sich leicht zu entzünden.

Dosierung: dreimal täglich drei Kügelchen für 2 bis 4 Wochen

Wann zum Arzt: Wenn die Warzen nicht nach vier Wochen verschwunden sind oder wenn sie schmerzen, eitern oder bluten.

 

Allergische Hautreaktionen

Typische Symptome: Die Haut juckt und ist gerötet. Oft trä­nen die Augen, die Nase läuft. Generell gilt: Meiden Sie das ­Allergen.

Bewährte homöopathische Mittel:
Okoubaka (westafrikanische Rinde) D 6/C 6 ist laut homöopathischer Ärzte angezeigt bei Ausschlag durch eine Nahrungsmittelunverträglichkeit.
Apis (Honigbiene) D 6/C 6 ist für homöopathische Ärzte das Haupt­mittel bei allergischen Reaktionen, besonders bei Nesselsucht. Auch kühle Auflagen bessern die Beschwerden.
Rhus toxicodendron (Giftsumach) D 12/C 12 eignet sich laut homöopathischer Ärzte bei stark juckendem und brennendem Ausschlag. Oft ist er bläschenförmig.

Dosierung: D 6/C 6: dreimal täglich drei Globuli für 1 Woche, D 12/C 12: zweimal täglich drei Globuli für 1 Woche

Wann zum Arzt: Immer, wenn sich die allergische Reaktion erstmals zeigt. Ist sie sehr stark oder treten weitere Symp­­tome wie Übelkeit oder Atemnot auf, den Notarzt rufen! Außerdem ist medizinischer Rat gefragt, wenn sich die Beschwerden nicht innerhalb von drei Tagen bessern.

 

Windpocken

Typische Symptome: Der Ausschlag be­ginnt meist am Rumpf und breitet sich über den Körper aus. Die wässrigen Bläschen jucken stark. Nicht aufkratzen, sonst entstehen Narben!

Bewährte homöopathische Mittel:
Rhus toxicodendron (Giftsumach) D 12/C 12 hat sich laut homöopathischer Ärzte bei stark juckendem Hautausschlag bewährt. Das Kind kratzt heftig, dies bringt aber nur kurz Linderung. Das Kind ist sehr ruhelos. Unbedingt vom Kratzen abhalten.
Antimonium tartaricum (Brechweinstein) D 6/C 6 eignet sich laut homöopathischer Ärzte als ergänzendes Mittel zur schulmedizinischen Therapie, wenn sich dicke Krusten bilden. Der Ausschlag ist heftig, die Haut neigt zur Narbenbildung.

Dosierung: D 6/C 6: dreimal täglich drei Globuli für 1 Woche, D 12/C 12: zweimal täglich drei Globuli für 1 Woche

Wann zum Arzt: Bei Windpocken sollte die Diagnose ­immer ein Mediziner stellen. Auch bei ­Abwehrschwäche sollte man die Behandlung in Abstimmung­ mit dem Arzt durchführen.

 

Dr. med. Sigrid Kruse leitet den Bereich Homöopathie im Dr. von Hauner­­schen Kinderspital in München

W&B/Achim Graf

Welche Potenzen eignen sich zur Selbst­behandlung?

Dr. Sigrid Kruse: "Niedrige Potenzen wie D 6/C 6 oder D 12/C 12 kann man in Eigenregie nehmen. Ich empfehle meist C-Potenzen, weil der Begründer der Homöopathie, Samuel Hahnemann, diese verwendet hat. Hohe Potenzen ab C 200 sollten nur vom Arzt verschrieben werden.

Sie wirken viel tiefer und länger. Bei hohen Potenzen ist es wichtig, die genau passende Arznei zu geben. Meist ist dazu eine exakte Anamnese notwendig. Der Arzt muss die Person genau befragen und untersuchen, um das passende Mittel zu finden.

Nimmt man bei einer niedrigen Potenz eventuell das falsche Mittel, ist das nicht so schlimm. Bei einer hohen Potenz könnte ein falsch gewähltes Mittel unangenehme Reaktionen zur Folge haben."


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