Wenn das Kind krank ist, wünschen sich viele Eltern eine sanfte Medizin für ihr Kleines – sie setzen daher auf Homöopathie. Mit der Serie „Homöopathie für Babys und Kleinkinder“ greifen wir dieses Interesse auf. Zusammengestellt hat sie der Homöopath und Facharzt für Allgemeinmedizin Dr. Markus Wiesenauer aus Weinstadt bei Stuttgart.
Luft im Darm
Immer nach dem Essen fängt das Baby an zu weinen. „Beim Trinken gelangt oft zu viel Luft in den Bauch. Das kann zu unangenehmen Blähungen führen“, so Dr. Wiesenauer.
Aethusa (Hundspetersilie) D6 ist dann geeignet, wenn unmittelbar nach der Mahlzeit die Milch wieder erbrochen wird. Das Kind nimmt schlecht zu.
Carbo vegetabilis (Holzkohle) D12 eignet sich für besonders gierige Trinker. Das Baby kann nicht genug bekommen und trinkt sehr schnell. Anschließend ist der Bauch gebläht, und Winde gehen ab. Sie sind deutlich hör- und riechbar.
Wann zum Arzt? Wenn der Bauch hart ist oder das Baby manchmal die Nahrung verweigert. Der Kinderarzt prüft, ob sich das Kleine trotzdem gut entwickelt.
Dr. Markus Wiesenauer ist Allgemeinmediziner, Homöopath und Autor des Buches „Homöopathie in Schwangerschaft und Babyzeit“
Unruhe und Schreien
Das Baby schreit ständig? Experten sprechen von einem Schreibaby, wenn es an mehr als drei Tagen pro Woche jeweils mehr als drei Stunden schreit – mehr als drei Wochen lang. Manchmal haben Kinder auch einfach unruhige Phasen. Dann können Sie sanft eingreifen.
Chamomilla (Kamille) D12 kann beruhigen, vor allem wenn das Kind den ganzen Körper anspannt. Es wechselt ständig die Lage. Oft weint es nach dem Stillen.
Colocynthis (Koloquinte) D12 eignet sich, wenn das Baby beim Schreien die Beine eng an den Körper zieht. Besonders abends und nachts weint es viel, lässt sich nicht beruhigen.
Lycopodium (Bärlapp) D12 nehmen Sie, wenn das Kind viel brüllt und Probleme beim Stillen oder Zufüttern hat. Es trinkt nur kurz, dann verweigert es die Nahrung. Die Unruhe verstärkt sich zum Nachmittag und Abend hin.
Wann zum Arzt? Schreit das Kind viel, muss ein Arzt die Ursache klären. Er kennt auch Adressen von Schreiambulanzen, wenn die Belastung durch die Brüllerei extrem ist.
Spucken von Milch
Ein typisches Problem: Das Baby spuckt die Milch ständig wieder aus. Der Grund: Der Verdauungstrakt ist noch unreif. Meist hört das Spucken innerhalb weniger Wochen auf.
Magnesium carbonicum D12 kommt zum Einsatz, wenn bei fast jeder Stillmahlzeit säuerlich riechende Flüssigkeit aus Babys Mund läuft. Das Kleine ist zudem recht schreckhaft und fängt leicht an zu schreien.
Okoubaka (Afrikanischer Rindenbaum) D12 können Sie nehmen, wenn das Kind Probleme bei der Umstellung auf Flaschennahrung hat.
Wann zum Arzt? Unbedingt, wenn das Kind fast gar nichts bei sich behält und sich schlecht entwickelt.
Milchschorf am Kopf
Auf der Kopfhaut vieler Babys sind weiße Pünktchen zu sehen. Sie sind zwar nicht schön, aber ungefährlich. Dieser Milchschorf entsteht durch eine Überproduktion der Talgdrüsen. Normalerweise verschwindet er nach einigen Monaten von selbst. Mit Homöopathie können Sie den Heilungsprozess unterstützen.
Calcium carbonicum (Austernschalenkalk) D12 hilft, wenn das Baby zusätzlich zum Milchschorf eine unreine, leicht gerötete, fast schorfige Gesichtshaut hat. Besonders die Wangen des Kindes sind betroffen. Ansonsten entwickelt sich das Baby bestens.
Borax (Borax) D6 eignet sich, wenn sich der Schorf großflächig über den Kopf ausbreitet. Er sieht wie eine dicke Kruste aus und lässt sich trotz Einölens nur schwer lösen.
Wann zum Arzt? Wenn der Schorf zu nässen oder eitern beginnt, sollte der Kinderarzt um Rat gefragt werden.
Erste Zähnchen
Wenn das Baby mit etwa sechs Monaten zahnt, sabbert es meist viel. Auch Schmerzen können auftreten. Nachts sind die Beschwerden häufig am stärksten, auch tags über ist das Kind oft reizbar. Manchmal hat es Fieber.
Chamomilla (Kamille) D12 empfiehlt sich bei Zahnungsbeschwerden – besonders, wenn die Schmerzen bis zu den Ohren ziehen. Die Wange auf der Seite, auf der der Zahn durchbricht, ist meist gerötet. Auch leidet das Kind oft unter grünlich-schleimigem Durchfall, hat Blähungen und Bauchschmerzen.
Pulsatilla (Wiesenküchenschelle) D12 empfiehlt sich, wenn das Kind leise vor sich hin jammert. Es möchte ständig auf dem Arm getragen werden und ist sehr liebebedürftig.
Wann zum Arzt? Bei starken Schmerzen oder Fieber.
Die richtige Dosierung
Gabriele Hellwig, Baby und Familie;
08.12.2009, aktualisiert am 26.09.2011
Bildnachweis: W&B/ Privat, W&B/Christine Beckmann
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