Ein Junge? Zum errechneten Geburtstermin sollten die Hoden dann bereits an ihrem Bestimmungsort sein
Bei einem männlichen Embryo entwickeln sich die Hoden anfangs in der Nierengegend. Über den Leistenkanal bewegen sie sich allmählich in den Hodensack hinein, da sie zur Spermienproduktion eine niedrigere Temperatur benötigen als die allgemeine Körpertemperatur. Die Hoden wandern dabei entlang zweier fingerförmiger Ausstülpungen des Bauchfells. Im siebten Schwangerschaftsmonat erreichen sie schließlich den Leistenkanal und bei einer termingemäßen Geburt sollten sie im Hodensack des Neugeborenen zu tasten sein. Sind die beiden Hoden bis dahin nicht bis in den Hodensack (Skrotum) gewandert, besteht ein Hodenhochstand.
Die Ursache für den Hodenhochstand lässt sich selten eindeutig bestimmen. Meist steckt wohl eine Störung im hormonellen Regelkreis dahinter. In einigen Fällen sind anatomische Hindernisse die Ursache.
Achtung: Bei Frühgeborenen befindet sich der Hoden oft noch nicht im Hodensack. Dies ist ein Anzeichen ihrer allgemeinen Unreife und kann sich bis zum eigentlich errechneten Geburtstermin eventuell noch ändern.
Wenn ein Hodenhochstand kombiniert mit anderen Auffälligkeiten auftritt, kann er eventuell eine genetische Ursache haben. Dann können eine Chromosomenanalyse oder eine genetische Untersuchung empfehlenswert sein.
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13.09.2005, aktualisiert am 18.01.2012
Bildnachweis: W&B/ Bananastock/RYF
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